Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 7 - Juli
- Date
- 1914-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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und sowohl der Großloge als Jauch* dem Judentum zur Ehre gereichen. Br. Marx dankt den beiden Vorsitzenden und deni Arbeitsausschuß für ihre treue stetigejArbeit und bringt zum Ausdruck, daß die straffe Organisation des Krankenschwesternkomitees und die prompte Erledigung der Arbeiten durch das Büro in Logenkreisen wohltuend empfunden würden. Er regt an, das Normalstatut sowie auch eventl. die Protokolle des Arbeitsausschusses' den Logen zu übersenden, damit auch sie stets auf dem Laufenden erhalten bleiben. Q Aus dem Büro der Großloge. Es ist in der Oeffentlichkeit behauptet worden, daß, die sog. „A n t izionistische Erk1äru n g" die Großloge zu ihrer bekannten Mahnung zur Mäßigung im jüdischen Parteikampfe veranlaßt habe. (Vgl. M.-B. No. 2, 1914.) Demgegenüber sei hiermit festgestellt, daß die „Aeußerung des Geschäftsausschusses zum jüdischen Parteikampf" im Manuskript vor dem Erscheinen der „Antizionistischen Erklärung" fertig vorlag. Die Aeußerung war mit voller Absichtlichkeit ganz allgemein gehalten und keiie Partei oder Gruppierung brauchte oder sollte irgend eine gegen sie gerichtete Spitze darin sehen. \ Berlin, den 10. Juni IQlK Der Geschäftsfühoende Ausschuß der Großloge für Deutschland VIII V.O. B. B. Kuznitzky. Goldschmidt. i L . ✓ Logen Verzeichnis. Zu dem neuen Logenverzeichnis sirfd uns nachstehende Berichtigungen zugegangen: Breisgau-Loge, Freiburg'— Sitztingslokal: Fahnenbergplatz 6. Jacob Plaut-Loge, Xordhausen — Logenlokal: Reichstr. 30. Aus Amerika. xll Wiederholt ist in meinen Referaten von dem Tuberkulosenheim zu Denver (Colorado) — vielleicht der glänzendsten Schöpfung der sieben amerikanischen Distrikte! — die Rede gewesen. Ueber die Geschichte, das W.esen und den Wert dieser Anstalt belehrt uns' die vorliegende Nummer unserer „B'nai B'rith News" zum ersten Male im Zusammenhange. Da diese Institution möglicherweise einmal für unsern Distrikt vorbildlich werden könnte,' so sei hier über sie kurz berichtet. , Die Anstalt ging vor einem Vierteljahrhundert aus einem gemieteten, nur wenige Zimmer umfassenden Heim hervor, welches die jüdische Gemeinde für mittellose Kurgäste unterhielt. Rabbiner Dr. Wm. S. Friedmann veranstaltete in seiner Gemeinde eine Sammlung, die in wenigen Tagen 168 000 Mark ergab. Die wirtschaftliche Krisis des Jahres 1893, welche über Tausende von Goldgräberfamilien des Staates Colorado, schweres Unglück brachte, ließ jede Aktion zugunsten des Sanatoriums stillstehen, bis der Order* B. B. das philanthropische Unternehmen dadurch förderte, daß er von den Brüdern sämtlicher amerikanischer Logen eine Kopfsteuer von 1,60 Mark erhob. -jQegenwärtig belaufen sich die Beiträge von Seiten der Brüder auf 40 000 Mark jährlich. Im Jahre 1913 haben die jüdische Wohlfahrtszentrale, der jüdisohe Frauenbund und mehrere verwandte Organisationen größere Beträge gespendet, während die EinzeJmitglieder. des Vereins „Tuberkulosenheim zu Denver" 340 000 Mark. Beiträge gezahlt haben. Während die Anstalt ursprünglich" nur 60, Patienten Aufnahme gewähren konnte, beherbergt sie. seit 1909 mehr als die doppelte Anzahl, und zwar einen jeden durchschnittlich sieben Monate läng. 1913 haben im ganzen 300 Personen kostenlos sorgsame Pflege und, Unterkunft gefunden, von denen aus New York allein , aus Chicago 1;. stammten. Durchschnittlich fandeni doppelt so viele Männer wie Frauen in der Anstalf Aufnahme. Entlassene Patienten, die in Denver bleiben, werden auch weiter ärztlich behandelt und dürfen jederzeit die Hilfej des Wärters in Anspruch nehmen. Für jugendliche Pfleglinge unterhält die Anstalt eine Handfertigkeits- und eine Handelsschule sowie eine 70 Morgen umfassende Musterfarm, die den gesamten Bedarf des Sanatoriums an Lebensmitteln liefert. Dem Bedürfnis nach Zerstreuung kommen eine 15Ö0 Bände umfassende Bibliothek nebst Schreib- und Lesezimmer, ein Erholungssaal mit Piano, eine Lichtspielbühne und Gesellschaftsspiele, sowie eine,Bühne für Konzerte und Theateraufführungen entgegen. Daß die vom Präsidenten der Loge, Br. G r a b f e 1 d er „ gestifteten Medizinalgebäude mit Operationssälen, Apotheke, Röntgen-Laboratorium, Versuchsanstalt und Bibliothek auf der Höhe der Zeit stehen, bedarf keiner Erwähnung. Für Patienten, welche die Anstalt aJs gebessert oder geheilt verlassen haben, unterhält sie eine Darlehnskasse, eine Einrichtung, die kaum eine zweite Krankenanstalt der Welt aufzuweisen haben dürfte. Seitdem