Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 7 - Juli
- Date
- 1914-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/4864325-6029080-6074259--1767-4865878- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Aufgabe des Kuratoriums, den Schwestern durch genaue Informationen und Belehrungen die Möglichkeit zu geben, sich nach und nach einzuleben. Br. Landsber g-Stettin: Nach meiner Meinung ist es selbstverständlich, daß der Arbeitsausschub das Recht haben muß, über die Stationierung von'Schwestern zu bestimmen. Andererseits muß aber der Station das Recht zustehen, nach einiger Zeit der Zentrale zu berichten, wenn sich die Schwester tatsachlich als ungeeigrret erweist. In einem solchen Falle soll die Station unter Darlegung von Gründen ihre Bedenken über die Schwester äußern und der ArOensausschuß müßte dann die Versetzung vornehmen. Br. M a r e t z k i erwidert darauf daß dieses Recht von jeher den Stationen zustand. Hijer handelt ^es sich aber darum, daß die Stationen erst einmal einen Versuch mit der ihr überwiesenen Schwester machen sollen und sie nicht von vornherein ablehnen. Br. Marx hält es ebenfalls für selbstverständlich, daß das Recht der Versetzungen und Stationierungen dem Arbeitsausschuß zustehe, wie das ja auch im Normalstatut festgelegt sei. jedoch wäre es ratsam, wenn die betreffende Station bei Stationierungen von Schwestern vorher dem Arbeitsausschuß unter Schilderung der lokalen Verhältnisse ihre Wünsche äußerte, damit der Arbeitsausschuß bei der Auswahl von Schwestern bestimmte Anhaltspunkte habe. Ferner wünscht Br. Marx, daß eine häufigere Versetzung von Schwestern stattfinde, und daß dabei nach Möglichkeit die Herkunft resp. die Heimatprovinz berücks.chtfgt werde. Es sollten Schwestern aus dem Osten nicht nach dem Westen und umgekehrt stationiert werden, weil das Milieu ein ganz anderes sei. - Br. M a r"e t z k i wendet sich gegen die letzte Ausführung und meint, daß es gerade ein Vorzug einer Organisation ist, wenn sie Schwestern nach verschiedenen Gegenden zu versetzen in der Lage sei. Das sei im Interesse der Station und im Interesse der Schwester. Br. Li e b h o I d ist auch der Ansicht, daß der Arbeitsausschuß das Vertrauen der Stationen besitzen müsse; jedoch könnten die Stationen nicht gezwungen werden, eine ihnen vorgeschlagene Schwester anzunehmen. In einem solchen Falle müsse sie solange ohne Ersatzschwester bleiben, bis sie wieder an die Reihe komme. Redner wendet sich gegen den Wunsch des Br. Marx betreffs öfterer Versetzungen von Schwestern. Eine Schwester, die mit den lokalen Verhältnissen vertraut sei, sei von Vorteil für die Station; dem Kuratorium würde durch sie die Arbeit erleichtert, während es bei neuen Schwestern mit den Informationen immer von neuem beginnen müsse. Br. M a r e t z k i: Wir sind bisher so vorgegangen, wie Br. Liebhold eben ausgeführt hat. Wir haben zunächst die Verhältnisse geprüft und sogar den Stationen alles Material über die Schwestern gegeben. Die Stationen sollen keineswegs gezwungen werden, eine von uns überwiesene Schwester zu nehmen, wenn triftige Gründe dagegen vorliegen; allein wii* wollen hier von der Plenarversammlung hören, ob der Arbeitsausschuß mit seiner Anschauung recht habe, daß er nach seinem Ermessen einstellen und versetzen könne. Br. Metzenberg wendet sich gegen Br. Liebhold und meint, daß die Stationen nicht nur auf ihre lokalen Verhältnisse, sondern auch auf die Gesamtorganisation Rücksicht nehmen müßten. Er unterstreicht die Ausführungen des Br. Landsberg, daß eine Station, wenn sie mit einer Schwester nicht zufrieden ist, dies nach mehrmonatigem Versuche der Zentrale mitteile. In diesem Falle ist der Arbeitsausschuß ge, zwungen, die Schwester abzuberufen. Grundsätzlich liege dem Arbeitsausschuß nur daran, hier festzustellendaß die Zentrale nicht in die Verlegenheit gesetzt werden solle, mit einer Schwester hausieren zu müssen. Br. M a r e t z k i macht darauf aufmerksam, daß der Wunsch nach Versetzung sehr häufig von den Schwestern selbst ausgehe, und daß manche sogar das Streben haben, die Privatpflege zu unterbrechen und auf längere Zeit wieder in einem Krankenhause tätig zu sein, um ihre Kenntnisse aufzufrischen und zu vertiefen. Br. W o 1 f f ist dafür, daß bei Ueberweisungen und Versetzungen von Schwestern auch die Stationen gehört würden, weil diese es am besten beurteilen können, ob eine Schwester am Platze beliebt sei oder nicht. Auch hält es Redner für ratsam, Schwestern nicht dort zu stationieren, wo sie Familienanhang oder Verwandte am Orte selbst oder in der Nähe haben, weil solche Schwestern, die gleichsam ortsansässigsind, nichtgernvon denFamilien genommen werden. Br. E g e r : Als Mitglied des Krankenschwesternkomitees müßte ich den Ausführungen des Br. Metzenberg ohne weiteres zustimmen. Aber als Vertreter einer Station kann ich nicht alles unterschreiben, was hier für die Zentrale gesagt worden ist Der Station, die zu dieser Debatte Anlaß gab, hat es ferngelegen, der Zentrale irgendwelche Schwierigkeiten zu machen; aber in den Sitzungen des Kuratoriums ist immer betont worden, daß dre Zentrale auf die — 104 —