Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1914-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4864325-6029080-6074254--1745-4865858- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Bloch am 23. Februar d. J. mit dem Neubau eines Müiter- und Kinderheims begonnen. Schon am 15. März konnte die feierliche Grundsteinlegung im Heisein des Vorstandes und des Beirats des Vereins stattfinden Man hofft, schon am h Oktober d. J. aus den a'ten, zu eng gewordenen Räumen in das neue Heini übersiedeln zu können, in dem dann ca. 20 Mütter mit ihren Kindern, wie auch werdende Mütter Aufnahme finden werden. Denn Souterrain, Parterre und -erste Etage sollen ganz für die Zwecke des Mütter- und Kinderheims eingerichtet werden. Die zweite Etage des Hauses hat die Großloge für ihr „Schwesternheim" gemietet, um den jungen Mädchen, welche sie zu Krankenpflegerinnen ausbildet, nach des Tages Last und Mühe ein Heim im wahren Sinne des Wortes zu bieten. Im letzten Obergeschoß schließlich, im Dachgeschoß, sollen die Wirtschaftsräume, wie Nähstube, Wäsche-, Roll- und Plättzimmer, sowie die Mädchenzimmer untergebracht werden. Durch die Errichtung dieses Baues hat der Frauenvereiri der Berliner Logen eine wertvolle soziale Tat, die ihm zur Ehre gereicht, geleistet. Sein tatkräftiger Vorstand aber wird seinen besten Lohn in dem Bewußtsein finden, so mancher armen, gehetzten Frau für ihre schwere Stunde eine friedliche Stätte bieten zu können, wo sie und ihr Kind in Ruhe der Genesung entgegensehen können. Am 28. April fmuU die Generalversammlung des Frauenvereins der Berliner Logen statt. Er tritt nunmehr in das 26. Jahr seines Bestehens ein. J ' * ■ *»■".. * * Die Zentral- und Auskunftsstelle des Logenfrauenverbandes (Fr. M. Schlesinger und Fr. E. Seligmann) bittet alle dem Verband angeschlossenen Vereine, diejenigen Mitteilungen und Berichte, die für die Frauenbeilage des Großlogenblattes bestimmt sind, rechtzeitig an die Schriftleiterin einzusenden, denn die Nr. für den laufenden Monat muß in den ersten Tagen des Monats zusammengestellt sein. Name und Adresse der Schriftleiterin sind am Kopfe der Frauenbeilage zu finden. Die Kassenführer in des Verbandes, Frau Mathilde Oppenheim e r-Mannheim, Werderstr. 33, bittet um möglichst sofortige Zusendung der von mehreren angeschlossenen Vereinen noch ausstehenden Jahresbeiträge. * ~. * Frauenarbeit in der Amicitia-Loge, Posen. Mehr wie je steht heute die Jugendfürsorge im Vordergrund der sozialen Tätigkeit und es kann uns mit Befriedigung erfüllen, daß unsere Loge schon längst die Jugendpflege auf ihr Programm gesetzt hat. Seit mehr als zwanzig Jahren naben wir einen Nachhilfeunterricht für die Kinder unserer minderbemittelten Glaubensgenossen eingerichtet, da die Eltern weder die Zeit noch den Bildungsgrad besitzen, um ihre Kinder geistig zu fördern. ,Es galt aber nicht allein die Kinder geistig zu heben, ebenso wichtig war es, ethisch auf sie einzuwirken, denn die Eltern haben bei der Sorge um das tägliche Brot selten die Zeit dazu, und die Kinder . sind sich tagsüber selbst überlassen. Aus diesen Erwägungen heraus beschloß unsere Loge, den Nachhilfeunterricht für Schulkinder einzurichten; und wir Frauen stellten uns sofort in den Dienst dieser Fürr '* sorgetätigkeit. Der Unterricht wird von einer Lehrerin und einer Kindergärtnerin erteilt und es besuchen ihn augenblicklich 10 Mädchen und 11 Knaben. Zu den großen Kosten, welche diese Institution verursacht, geben wir Frauen den Brüdern gerne den notwendigen Zuschuß. Die Kinder werden von 21 _,— 4 Uhr nachmittags in zwei Räumen unterrichtet und erhalten zum Schluß eine gern genommene Milchgabe. Die Erfolge dieser Arbeitsstunden sind erfreulich, denn wir bringen die Kinder in der Schule vorwärts und hatten zu Ostern die Genugtuung, daß von 30 Kindern 26 versetzt wurden und daß ihre Zeugnisse das Prädikat „gut" und „sehr gut" im Betragen aufwiesen. Die fortgesetzte Beaufsichtigung hat auch bewirkt, daß sie sich an Sauberkeit und gutes Benehmen gewöhnt haben. — Vor zwei Jahren konnten wir einen längst gehegten Wunsch verwirklichen und dem Nachhilfeunterricht einen Juge'ndhort angliedern, um die Kinder länger unter Aufsicht zu haben und sie vor allem dem schädlichen Einfluß der Straße zu entziehen. So bleiben sie denn jetzt auch von 4-/jUhr bei uns und werden von der Kindergärtnerin in H a n d - f e r t i g k e i t unterwiesen. Es wird auch vorgelesen und bei schönem Wetter zieht unsere ganze Schar ins Freie. -Zu Ostern konnten wir in der Loge die im Laufe des Jahres angefertigten Handarbeiten ausstellen und die Zweckmäßigkeit unserer Arbeitsmethode beweisen. Der Beifall, den diese kleine Ausstellung fand, zeigte uns, daß wir auf dem richtigen Wege sind. Vor zwei Jahren erwarben wir für unsere K'°der einen kleinen Garten und im letzten Sommer ist es uns gelungen, ein größeres Terrain zu pachten, um einen regelrechten Schulgarten anzulegen. Jedes Kind erWelt nun ein Beet, welches es allein pflegen darf; es wird selbst gesät, gepflanzt, gejätet, gegossen, und groß /■ — S4 —