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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1914-05-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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ist, einerseits in bestimmte Richtungen gewiesen, andererseits erhielte es die gesetzliche Legitimation. Vielleicht ist es diesen Ausführungen gelungen, das Interesse der Brüder für diese schwierigen Fragen zu wecken, und vielleicht gelingt es nunrnehr, in der etwa einsetzenden weiteren Diskussion einen Weg zu linden, auf welchem unser Ordensgesetz wiederum mit den talsächlichen Verhältnissen und insbesondere den Bedürfnissen unseres Logenlebens in vollen Einklang gebracht werden kann. Beelitz. (Aus dem sechsten Rechenschaftsbericht des Vereins Israelitische Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder „Wilhelm-Auguste Victoria-Stiftung" in Beelitz (Mark), erstattet vom Büro des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes.) Das wichtigste Ereignis des verflossenen Berichtsjahres ist der leider durch Gesundheitsrücksichten veranlagte Rücktritt des Herrn Prof. Philippson von der Leitung unseres Vereins, an dessen Spitze er vom Tage seiner Begründüng bis Ausgang 1913 gestanden hat. Wie Herr Prof. Philippson den Hauptanteil an der Begründung der blühenden Anstalt hat, deren Führung unserem Vereine obliegt, so ist.es dem Interesse, das er trotz der vielseitigen Betätigung auf den verschiedensten Gebieten des jüdischen Lebens nicht nur den allgemeinen Fragen, sondern auch den täglichen Anforderungen des Betriebes geschenkt hat, mit zu verdanken, daß unser Insiitut sich in so zufriedenstellender Weise entwickelt hat. Wenn nun Herr Prof. Philippson sich auch nicht mehr an der Führung der laufenden Geschäfte beteiligen kann, so weiß der Ausschuß doch, daß er seines hochgeschätzten Namens in der leitenden Körperschaft nicht entbehren und daß sein Interesse an seiner Schöpfung keine Minderung erfahren wird. Der Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, dem satzungsgemäß die Besetzung des einen der beiden Vorsitzendenämter zusteht, hat zu seinem Vertreter Herrn Dr. Nawratzki, der n.cht nur als unser stets hilfsbereiter ärztlicher Berater, sondern auch als einer der tätigsten Mitarbeiter an der Geschäftsführung mit unserer Anstalt aufs innigste verwachsen ist, ernannt. Während dtr Großsekretär der Großloge, Herr Dr, Goldschmidt, als Nachfolger seines verstorbenen Amtsvorgängers Herrn D. Wolff das Schriftführeramt übernommen hat, ist unser stellvertretender Vorsitzender, der Großpräsident des Bnei Briß Ordens, Herr Geheimer Justizrat Timendorfer, in die Aufnahmekommission eingetreten. Diese waltet, nach wie vor ihres Amtes in dem Sinne, daß sie bei eintretenden Vakanzen sich die Eignung der angemeldeten Zöglinge zur alleinigen Richtschnur wäWL wenn auch die Angehörigen innerhalb ilrrer finanziellen Leistungsfähigkeit zur Zahlung der Erziehungsgelder angehalten werden. Für die älteren Zöglinge besteht bereits seit einem Jahre die Möglichkeit einer handwerksmäßigen^Vorbildung über die Ziele des Handfertigkeitsunterrichts hinaus, der nach wie vor mit Erfolg' gepflegt wird. . Das aber genügt für die Erfüllung der jetzt an uns herantretenden Aufgabe nicht, die älteren Zöglinge soweit .zu bringen, daß sie mit Erfolg* bei einem Handwerker einen Beruf erlernen können. Nur in Ausnahmefällen reicht die Begabung eines Zöglings soweit, daß er, wie dies im Berichtsjahr zum ersten Male vorgekommen ist, zu einem Handwerksmeister in die Lehre gebracht werden kann,.* nachdem er vor der Schrceiderinnung die Prüfung hinsichtlich seiner geistigen Befähigung bestanden hatte. Leichter war es bei mehreren Mädchen möglich, sie in häuslicher Beschäftigung unterzubringen. Im Zusammenhang mit der Schaffung ausreichender Räume für die handwerkliche Ausbildung der älteren Zöglinge steht aber noch eine "andere Frage. Während, schon bisher die" Anstalt auch während des verflossenen Jahres voll besetzt war und nur spärlich Stellen für Neuaufnahmen frei werden, wird in Zukunft durch das längere Verweilen der älteren Insassen die Aufnahme möglichst noch weiter beschränkt werden. Es gilt also, gelegentlich der Ausführung der Erweiterungsbauten auch die Zahl der Plätze zu vermehren. Schon die letzte Mitgliederversammlung am 15. Juni 1913 hat prinzipiell zu dieser Fragestellung genommen. Aus den damaligen Verhandlungen sei folgendes berichtet: ,' Von den 33 Knaben, die die Anstalt frequentierten waren 7 über 16 Jahre alt, davon waren nach Auskunft des Anstaltsleiters einer (der inzwischen in Lehre Getretene) als völlig erwerbsfähig zu bezeichnen, 2 als teilweise erwerbsfähig, 4 als gebessert, aber minder' erwerbsfähig zu bezeichnen. Dtr Anstaltsleiter befürwortete eine Erweiterung der Anstalt als Arbeitslehrkolonie für Sommerberufe(Landwirtschaft und Gärtnerei) und für Winterberufe (Korbmacherei, Seilerei und Schneiderei). Gleichzeitig aber wühschte er noch eine Erweiterung der Schulabteilüng. Nach eingehender Aussprache wurde mit großer Majorität der Beschluß gefaßt: es soll unter weiterer

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