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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 4 - April
Date
1914-04-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Bücherschau. Benzinger, Dr. Immanuel: Bilderatlas zur Bibelkunde. Ein Handbuch für den Religionslehrer und Bibelfreund. 454 Abbildungen mit erläuterndem Text. Verlag von J. F. Steinkopf in Stuttgart. 1913. Das vorliegende Buch darf wohl als einziges in seiner Art und seiner Anlage nach bezeichnet werden. Es ist gleichsam eine Bibel in Bildern und doch wieder nicht etwa eine Bilderbibel, wie man sie früher kannte. Von dieser unterscheidet es sich sowohl durch die Anordnung und Auswahldes Stoffes als auch durch die streng wissenschaftliche Genauigkeit, systematische Folgerichtigkeit und Vollständigkeit des zu abgerundetem, klarem und übersichtlichem Bride sich zusammenschließenden Materials. In vier Abteilungen, die an die Geschichte und den Kultus Israels sowie an das Alltagsleben der alten Israeliten anknüpfen, ist alles an Anschau ungsmaterial verarbeitet, was für die tiefere Erkenntnis dieser Gebiete 'von Wichtigkeit ist, wobei natürlich die durchdie jüngsten Ausgrabungen gewonnenen Funde ganz besonders berücksichtigt und verwertet sind. Wir lernen nicht nur Palästina selbst in seiner geographischen, klimatischen und landschaftlichen Eigenart kennen, durch die uns gar manche dunkle Partie seiner Geschichte erst verständlich, in ihrer geographischen Bedingtheit klar und anschaulich wird, sondern auch Aegypten, die Wiege des isr. Volkes, die Sinaihalbinsel, das wichtige Durchgangstor seiner Entwicklung, sowie Syrien, Babylonien und Assyrien, die Länder seiner Verbannung, werden uns in überaus interessanten Bifdern gezeigt. In charakteristischen Typen und hervorragenden Vertretern werden uns last alle Völker vorgeführt, die zu Israel in nähere Beziehung getreten sind, so Aegypter, Syrer, Hethiter, Philister, Assyrer, Perser, Griechen und Römer mit ihren wichtigsten Denkmälern, Inschriften und Altertümern, soweit sie zur Aufhellung einzelner Partien der Bibel dienen können. Neben dem Heiligtum Israels mit allen seinen Teilen und Geräten finden hier auch die Heiligtümer fast aller genannten Völker, ihre Götzen, Altäre und sonstigen Kultgegenstände ihren Platz. Sehr reichhaltig ist das Material, das das'Alltagsleben der alten Isiaeliten darstellt. Hier sehen wir den Landmann bei seiner Feldarbeit, die Handwerker in ihrer Tätigkeit, die Zelte der Nomaden, die Häusertypen iii Stadt und Dorf, Wasserbauten, Felsengräber und Köriigsgrabmäler, den Hausrat der Armen, die. Gewänder der Reichen, denSchmuck der Frauen, Musikinstrumente, Münzen und Gewichte, Waffen und Kriegswagen. Zum Zwecke größerer Uebersichllichkeit geht den Bildern ein Text auf 44 Seiten voraus, der zwar knapp gehalten, aber doch vollkommen ausreichend ist sowohl zur Erklärung jeder Einzelheit als auch zu systematischer Zusammenfassung des gesamten Stoffes. Dieses vortreffliche Buch verdient es, nicht bloß gelobt, sondern auch gekauft und gelesen zu werden. , Es vermag viel beizutragen zur Belebung und, Vertiefung des Interesses für die leider auch bei uns zu wenig gelesene Heilige Schrift. Dr. Holzer-Worms. Alfred |<nol>loch: Gläserne Wände. Roman Morawe & Scheffelt Verlag. Berlin 1914. — Besprochen von Dr. Alfred Goldschmidt. Ein Roman, der ein jüdisches Problem oder - wenn man w'll — d a s jüdische Problem behandelt. Die Hand- ' lung spielt in der Ostmark, und.dem Verfasser kann als früherem Oberbürgermeister von Brouiberg eine gewisse Kenntnis jüdischer Verhältnisse nicht abgesprochen.werden. Es sei vorweg bemerkt, daß über und in dem Werke der Wille humanster Auffassung, der Geist der Gerechtigkeit und Vorurteilslosigkeit wallet. Die Geschehnisse sind interessant, geschickt erzählt,. oh.n£ daß sich der Roman durch eine besondere künstlerische Form auszeichnet. Ein jüdische^ Großindustrieller ist der Held, ein Strausberg an industrieller Genialität, aber ohne Strausbergs Charakterschwächen, ein self-made-man im besten Sinne des Wortes. Michael Lesser Eli ist der Sohn eines jüdischen Fuhrmannes, dessen Hauswesen gegründet ist auf Einfachheit, Ehrlichkeit und Vaterlandstreue. Die . Bilder. Wilhelms des Ersten, Bismarcks und Moltkes sind der Schmuck der Wände. Der junge .Uli geht durch die Volksschule, als deren begabter.Schüler er sich zeigt, hilft nach seiner Entlassung dem Vater in dessen Beruf und eignet sich auf den väterlichen Fahrten in geradezu rätselhafter Weise "die Kenntnis des Wegebaues, der Chausseen, der Wegschichtiingen, der Materialbeschaffung an. JJreit und.stämmig an Figur, ist er untröstlich, daß seine Kurzsichtigkeit ihn hindern soll, Suld.it zu werden. Er macht eine Immediateingabe an Kaiser Wilhelm 1. und. erhält die Erlaubnis einer achtwöchigen militärischen Sonderausbildung, nach deren Schluß er als Schreiber eingestellt werden soll. Der Tod des Vaters nötigt ihn. mt: Rücksicht auf seine Mutter den väterlichen Beruf autzunehmen. Der Beruf des Fuhrmannes;in und um Zagora — setner Vaterstadt — aber hat aufgehört, seinen Mann — auch den einfachen Mann — zu ernähren, da der beginnende , Bahnbau dem Fuhrgeschäft den Todesstoß zu versetzen ' droht rüe Zeit hat Lesser Elis Geschäft überholt, aber Lesser Eli überholt die Zeit. Wie aus dem .Erdboden gestampft, steht in Eli der Unternehmer da,» den die neue Zeit erfordert. Die' geniale Erfassung , der Dinge auf seinen Jugendfahrten hat ihm das verschafft, was andere in mühseliger Vorarbeit erlernen müssen. Er bewirbt sich bei den Behörden um die Chausseebaoten der Zufahrtswege zum Bahnbau und erhält .sie. Das Ansehen, tn dem sein Vater gestanden, seine '.eigene Beliebtheit, seine . Redlichkeit und Befähigung, das Immediatgesuch und seine Erfüllung ebnen, ihm den Weg. Das erste Unternehmen und sein Erfolg ist der Ausgangspunkt eines unerhörten , Glücksweges in industrieller Beziehung. Dieser Weg heißt Nutzen für Stadt und Land und Verdienst für den Unternehmer. Eine Million folgt der anderen, und keine unredliche Tat hat sie . zueinariUergefügt. Der Oberbürgermeister der Provinzhauptsfadt hat den Wert des .Mannes erkannt. Er bemüht sich, ihn der Ostmark trotz der" widrigen gesellschaftlichen Verhältnisse, die Eli entgegen sind, zu erhalten.' Die Vergrößerung, Verschönerung, "Erweiterung der Stadt ist nicht zum kleinsten Teil das Werk per beiden Männer. Aber der Mann, der soviel für Stadt

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