Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1914-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Woblfahrtseinrichtungen der Logen. Der Verein für Arbeitsnachweis, begr. von den Berliner Lögen U. O. B. B, hielt am 28. v. M. feine XIX. ordentliche Generalversammlung in den Bütoraumen, Monbijouplatz 10, ab. Der Vorsitzende, Br. Dr. Max ö i n s b e rg , gedenkt zunächst mit warmen Worten der im Berichtsjahr heimgegangenen Mitglieder des Vorstände?, der Brüder Otto Haber und Julius Cohn, die seit Begründung des Vereins dem Kollegium des Vorstandes, angehört und in rastloser Betätigung ihre ganze Persönlichkeit für die Erfüllung und den Ausbau der Vereinsaufgaben ein-* gesetzt haben. "! Aus dem Berichte des Vorsitzenden sei folgendes entnommen. Die Erfüllung der Vereinszwecke hat unter den außerordentlich ungünstigen wirtschaftlichen" Verhältnissen schwer zu leiden gehabt. Größer als je war die Zahl der Stellungslosen, die tagtäglich vorsprachen; aber nicht alle Wünsche konnten Berücksichtigung finden. Immerhin sind durch die Tätigkeit des Vereins 4 7 7 3 Personen in Stellung gebracht worden und hierunter 142 in feste Stellungen mit S a b b a t htt e i I i g u n g . Von den untergebrachten Personen befanden sich 33 männliche und 2o weibliche Bew'erber im Alter von 41- 50 Jahren, 18 männliche und 0 weib- 'liche im Alter von 51 - <>0 Jahren und 2 männliche im hohen Alter von ü0 70 Jahren. Ihrer Herkunf^ nach sind 313 Bewerber aus Oesterreich-Ungarn, 73 aus Rußland, 13 aus Rumänien und 58 aus sonstigen aullerdeuäc.ien Ländern placiert worden, während die -übrigen Bewerber in den verschiedensten Teilen des Deutschen Reiches beheimatet waren. i [Jen Zustrom arbeitsloser Elemente nach der Hauptstadt reguliert in bemerkenswerter Weise der Verband der Arbeitsnachweise der Großloge, der in 66 Plätzen des Deutschen Reiches Arbeitsnachweise unterhält, die ihrerseits nach Kräften bestrebt sind, für den arbeitslosen Petenten die seinen Fälligkeiten entsprechende Stellung in der Heimat oder in den—Nachbargebieten ausfindig zu machen. Es ist beabsichtigt, das Netz der Arbeitsnachweise auf ganz Oesterreich-Ungarn und die Balkanlättder auszudehnen, wodurch viele ungeeignete und dem Kulturniveau unseres Vaterlandes nicht entsprechende Bewerber vor voreiliger Uebersiedlung und damit vor Not und Elend und Enttäuschung bewahrt werden. Die Geschäfte der Abteilung Schreibstube, die sich als Vermittlerin von Aushilfsarbeiten wiederum auf das glänzendste bewährt hat, waren nicht ungün stig. Eine größere Anzahl beschäftigungsloser Personen wurde zur Ausführung von 631 Aufträgen herangezogen und damit bei sofortiger Auszahlung der Löhne, insgesamt 3800 M , einein Verdienste zugeführt, der den einzelnen oft Hilfe in bedrängter Lage brachte. Es wurden 750 000 Adressen geschrieben, 50 500 Vervielfältigungen auf maschinellem Wege hergestellt und 250000 Drucksachen verpackt, frankiert und versandt. Es wäre sehr zu wünschen, wenn alte und neue Ereunde der Schreibstube auch in Zukunft recht umfangreiche Autträge zuführen würden, da hierdurch viel Not und Elend/gemildert werden könnte. In der Ausführung seiner stetig wachsenden Zwecke haben eine große Anzahl von Gönnern den Verein durch Subventionen und Spenden unterstützt. Die jüdis.che Gemeinde stellte eine Summe von 3000 M. zur Verfügung, wofür afs Gegenleistung für die Unterbringung der von der Stiftungs; Armen- und Fürsorgekommission zugewiesenen Bewerber Sorge getragen wurde und so an der Entlastung der Etats dieser Getneindeeinrichtungen mitgearbeitet wurde. Bedeutsame Beiträge'leisteten auch die 4 Berliner Logen U. O. B. B., die Großloge für Deutschland und die Alliance lsraelite Universelle. — Der Kassenbericht, von dem Schatzmeister des Vereins Br. Emil Cohn erstattet, schließt mit einem Defizit xpn 727 M. Der bisherige Vorstand wurde durch Akklamation einstimmig wiedergewählt. Die stetig wachsenden Ziele und Zwecke des Vereine können nur erfüllt werden, wenn immer weitere Kreise dem Verein ihre Unterstützung zuteil werden lassen; erwünscht ist vor allem die Anmeldung von Vakanzen seitens der A r b e i t g e b e r unter unseren Glaubensgenossen, speziell unserer B r ü d e r. Jede, auch die unbedeutendste Stellung nimmt die Vermittlungsstelle dankbar an, jeder Vakanz wird die eingehendste Beachtung zugewendet, um durch geeigneten Nachweis einem Bittsteller zu helfen, der seine soziale Not dem Verein offenbart hat. Mit Hilfe und immer steigender Anteilnahme der weitesten Kreise unserer Glaubensbrüder kann der Verein aljein in den Stand gesetzt werden, seinen hohen Zwecken völlig gerecht zu werden: Stellungslosen und wirtschaftlich herabgekommenen Personen zu Arbeit und Verdiensjt zu verhelfen, neue Werte im Interesse menschlicher Gemeinschaft zu schaffen und dadurch human und sozial zu wirken. ■;