Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1914-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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sondern die schaffende Tat. Unsere Schwestern haben bis jetzt das Vertrauen, das man auf sie gesetzt hat, gerechtfertigt und Wertschätzung bei Juden und Christen erlangt. Unsere Stationen, die entsprechend dem Geiste und der Lehre der jüdischen Religion die Liebestätigkeif der Krankenpflege ohne Unterschied der Konfession ausüben, werden in Anerkennung ihrer Verdienste um die leidende Menschheit von den Stadtverwaltungen mit Subventionen bedacht, sodaß die Krankenpflegetätigkeit unserer Logen gleichsam eine Verherrlic hu ng des jüdischen N am e n s bedeutet. Wir richten daher nochmals die -Bitte an unsere Brüderund Schwestern, ihr Interesse unserer Schwestern- Organisation in erhöhtem Malte zuzuwenden und uns Mädchen und Frauen von guter Bildung zuzuführen, die geneigt und gewillt sind, den Beruf einer Krankenpflegerin zu ergreifen.. — Selbstverständlich ist uns auch jede materielle Gabe für die Schwesternsache sehr willkommen, da uns bekanntlich die Ausbildung einer Schwester ca. 2500 M. kostet, und da wir außerdem die Pflicht der Versorgung unserer Schwestern durch ein entsprechendes Ruhegehalt im Alter übernommen haben. Aus den. Logen des VIII. Distrikts. Jubiläumsfeier der Anhalt-Loge, Dessau. Am 3. März 1914 konnte unsere Loge auf ihr fünfundzwanzigjähri-ges Bestehen zurückblicken. Gegründet zu einer Zeit, in der das Ordenswesen unseres deutschen Distriktes sich noch im Anfange seiner Entwicklung befand und tastend nach den Grundlagen suchte, auf denen sich eine segensreiche Arbeit aufbauen sollte, hat unsere Anhalt-Loge sich allezeit redlich bemüht, treu und schaffensfreudig mitzuwirken an dem Aufstieg, den unser deutscher Distrikt während dieser 23 Jahre genommen hat. Daß sie in dieser Beziehung ihre Pflicht erfüllt und, trotzdem sie eine der kleinsten Logen * unseres Distriktes ist, einenehrenvollen Pla'z im Kranze unserer Sch wester logen einnimmt, dafür legte Zeugnis ab die Feier, welche unsere Loge anläßlich ihres Jubiläums am 8. März veranstaltet hatte. Es war von vornherein beabsichtigt, dieser Feier nicht einen prunkhaften äußerlichen Anstrich zu geben, sondern sie sollte durch ihren inneren Wert ihre Weihe erhalten und dadurch den Teilnehmern an dieser Feier in freundlicher dauernder Erinnerung bleiben. Dieses Vorhaben darf jetzt, nachdem die Feier vorüber, als gelungen bezeichnet werden. Einen bedeutsamen Auftakt für die Einleitung des ganzes Festes bildete die Tatsache, daß IS neue Kandidaten an diesem Tage in unsere Loge eingeführt werden konnten. Es war dies zweifellos die beste Jubiläumsgabe, welche sich, unsere Loge zu diesem Gedenktage schenken konnte. Und dieses Geschenk, ist um so bedeutsamer, als zu erwarten steht, daß unsere Loge durch den gewonnenen Zuwachs, nicht nur wie bisher in Dessau, sondern bei' den Juden im ganzen Anhaltlande einen fruchtbaren Boden für die Erfüllung der ihr" obliegenden Arbeitsaufgaben zukünftig finden wird. - \ DeV Einführungsakt der neuen Kandidaten gestaltete sich zu einer erhebenden Feier ganz besonders dadurch, däll die Einführung von unserm hochwürdigen Grolipräsidenten Br. Timendorfer vollzogen wurde und mehr als 100 Brüder, darimttr nahezu 60 Brikitr unserer lieben .Schwesterlogen, an der Sitzung teilnahmen. In seiner Ansprache an die neu eingeführten Brüder beschränkte sich der hochw. Größpräsident auf die Deutung der Zeichen und Formen dt» Ordfcns. Er' verstand es aber aus dieser äußerlichen Wesensart des Ordens eine solche Fülle der inneren Werte desselben den Brüdern vor Au^en zu führen, daß nicht nur den neu eintretenden Brüdern ein gedankenvolles Verstehen des Wollen» und Strebens unseres Ordens in klarer Weise übermittelt wurde, sondern auch den alten Brüdern durch. die Art, wie der Redner die Formen und Zeichen erklärte, eine wahre Feierstunde bereitet worden ist Während der Einführungsfeier versammelten 4fcli inzwisch/n die für den ö f f e n t"l-i c h e n Festakt eingeladenen Gäste sowie die Schwestern, darunter gleichfalls viele von unseren lieben Schwesterlogen, im oberen Saale des 4.oj;enheims bei einer gemütlichen Kaffeetafel. Es war erkennbar, daß durch dieses Arrangement die Festteilnehmer gern Gelegenheit nahmen, sich miteinander bekanut zu machen und hierdurch vom Beginne des Festes an eine freundliche und angenehme Stimmung herrschte. Gegen 5 Ulir nachmittags versammelten sich s: dann sämtliche Festteilnehmer in den Logenräumen, die anläßlich d_er Feier einen besonders würdigen Festschmuck erhalten hatten. Die Brüder der Loge hatten fn pietätvoller Weise ihre heimgegangenen ehemaligen Mitarbeiter dadurch geehrt, daß sie die Gedenktafel für dieselben mit Lorbeer umrankten, ebenso war das Bild der Wohltäterin "der Loge, der Frau Baronin von Co h n - O p p e n h e i m , mit