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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 4 - April
Date
1914-04-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Als Korreferent nimmt der gleichfalls'als Gast anwesende Br Apfel, Vorsitzender des Verbandes der jüdischen [ugendvereine Deutschlands, das Wort. Er erklärt sich mit den Tendenzen des Referates einverstanden, wendet sich aber gegen diejenigen Vorschläge, die insbesondere die Schaffung einer eugenischen Zeitschrift, die Belastung mit einem besonderen Steuerbeitrage verlangen. Es sei viel besser das Bestehende auszubauen. Eugenik werde bereits praktisch geübt. Man solle nur diese praktischen Bestrebungen, die schon eingesetzt hätten, tatkräftig unterstützen. In den Jugendvereinen seien sie bereits lebendig; Tausende unserer jungen Leute betrieben Sport, wochentags durch Turnen, Sonntags durch Wandern. So entstünde vor unseren Augen eine gesunde tatkräftige Jugend, die auch in staatsbürgerlicher Beziehung Gutes leisten werde. 5000 jugendliche Turner übten in 70 Jugendvereinen; in Turnausschüssen hätten sie Fühlung mit der deutschen Turnerschaft, Wanderabteilungen seien eingerichtet, auch eine Abteilung von jugendlichen Ausländern. Br. Apfel schlägt vor, den Eugenischen Ausschul) zu verstärken durch zwei Brüder aus dem Generalkomitee und durch drei Mitglieder des Jugend Verbandes, die gleichzeitig vielleicht auch Brüder sein könnten Br. S t e-i n äußert sich im Sinne des letztgenannten Redners. Auch er rät -von einer Sonderzeitung ab und meint, daß eve'nt. Veröffentlichungen' im Großlögenorgan und in der Zeitschrift des Jugendverbandes genügend wirksam sein' werden. Die eugenischen Bestrebungen verdienten so werktätige Unterstützung, Mali man einen Kredit von 1500 M. gewährenmüßte. . Alle die'eben gehörten Ausführungen über eugenischeBestrebungen beeinflußten sichtlich dieStimmung der Versammlung. Diese Stimmung kam in der Weise zum" Ausdruck, daß eine Reihe yon Brüdern zu persönlichen Spenden angeregt wurden. Br. Ginsberg wünscht, daß die Mitglieder der Jugend vereine sich nicht selbst von der Mitgliedschaft in den deutschen Turnervereinen ausschließen; da diese jüdische Kameraden aufnehmen, sollte man im Interesse des gegenseitigen Kennen- und Schätzenlernens sich nicht, selbst absondern",- wo es nicht notwendig ist; er erklärte sich bereit; 500 M. zur Verfügung zu stellen unter der Voraussetzung, daß die Großloge ihrerseits 500 M bewillige. Eine weitere Belastung der Großloge wünsche er nicht. Br.Schulhöfer schließt sich mit 200 M., Br. |eselsohn mit 100 M. und. Br Stein mit 200 M. an. Somit sind 1000 M. aus dem Kreise der Brüder gespendet, denen der Beschluß des Generalkomitees 500 M. aus Großlogenmitteln anfügt. Br. P e i s e r schlägt vor, in das Komitee auch eine Schwester aus dem Kreise der Frauenvereinigungen hineinzuwählen. Das Generalkomitee sieht davon ab, beschließt aber / den eugenischen Ausschuß im Sinne der Ausführungen von Br. Apfel zu verstärken, indem zwei Brüder aus dem Generalkomitee (und zwar die BBr. Maretzki und Ginsberg) und drei Mitglieder des Jugendverbandes dem eugenischen Ausschuß hinzugefügt werden sollen Um 12\; Uhr tritt die Mittagspause ein. Br. Stein berichtet über die Ausführung des ' Beschlusses den sogenannten H i 1 f s f o n d betreffend. Aufzubringen seien von den Logen pro Kopf 1 M. — Es sei jeder Loge überlassen, ob sie diesen Betrag . aus Logen mittel n zahlen oder event. eine Umlage erheben wolle. Die Einsendung der erforderlichen Summe soll jeweils bis zum 1. Juli von clen Logen erfordert werden. Das Generalkomitee schließt sich dem an. ■ Br. S t e i n bemerkt weiterhin, daß die Vorschläge, die das Finanzkomitee zur Regelung der Finanzverwaltungsfrage gemacht habe, heute nicht zur Beratung kommen könnten. Das Komitee habe zunächst gesetzliche Aenderungen vorgeschlagen, sei aber in der letzten Zeit davon zurückgekommen und habe nur Vorschläge innerhalb des gegebenen Rahmens der Verwaltung gebracht. Diese Vorschläge bedürfen erst einer besonderen Prüfung, bevor sie dem Generalkömitee unterbreitet werden könnten. Somit wird dieser Punkt vertagt. Br. Maretzki bittet dem Krankenschwesternkomi! ee für Sonderausgaben, die sich unter keine der aufgestellten Etatsposten des Komitees eingliedern ließen (z. B.,Fortbildungskurse, Reisen der Schwestern etc.), 500 M. zu bewilligen. Das Generalkomitee beschließt diese Bewilligung. Br. K u z n i t z k y berichtet über das Gesuch des Ausschusses des Verbandes der Deutschen Juden wieder — wie das bereits" einmal im Jahre 1910 geschehen ist — für apologetische Zwecke 500 M. zu bewilligen. Dieser Posten wird einstimmig bewilligt. Br. S t e i n referiert zu dem Antrag Lesser-Beuthen; Die Großloge wird ersucht, Interesse zu nehmen an denjenigen Bestrebungen, welche auf eine großzügige Emigration bedrängter östlicher Glaubensgenossen hinzielen. Br. Stein hat dazu ein ausführliches Referat

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