Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1914-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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das Nationalkomitee. Anträge auf Geldbewilligung muß der Geschäftsausschuß erledigen. Andere Angelegenheiten des Mädchenhandels besorgt das englischjüdische Komitee in London, welches auf dem jüdischen Kongreß in London April 1910 als Zentrale eingesetzt worden ist: Indessen erklär! sich Br. Maretzki bereit, den Antrag zurückzuziehen, da einige Logen, von der bloßen Tatsache der Auflösung des Zweigkomitees eine ungünstige Wirkung auf die Außenwelt erwarten. Ferner berichtet Br. Maretzki von der weiteren Arbeit, die in Sachen des Mädchenhandels in Konstantinopel zu tun ist. Hier geht der Hüfsverein mit uns Hand in Hand. Br P e i s e r bringt die " Wünsche der Oberschlesischen Logen vor, die dahin gehen, das Zweinkomiteegerade in diesem Augenblick nicht aufzulösen. Die Bemühungen dieser Logen zur Unter; Stützung in der Bekämpfung des Mädchenhandels hätten amtliche Anerkennung erfahren. Man dürfe augenblicklich nichts tun, was den Anschein erwecken könnte, als ob man jüdischerseits weniger Lnergie in dem Kampfe entwickeln wolle. In ähnlichem Sinne äußert sich Br. Baerwald. Wir fügen ergänzend hinzu, daß'auch der Oberschlesische Logenverband ähnliche Wünsche wie die Mamreh-Loge ausgesprochen hat. Das üeneralkomitee nimmt von den Ausführungen des Br. Maretzki zustimmend Kenntnis Ueber eugeuische Bestrebungen berichtet der als Gast zu diesem Punkte eingeladene Br. G ro ß -.Liegnitz Die durch die Unterstützung der hochw. Großlog-: (Delegierung des Br. Groß nach Hamburg zum eugenischen Kongreß; Zusammenkunft des eugenischen Komitees in Weimar; Rundfrage an die Einzellogen) geförderte eugenische Bewegung erweist sich immer mehr als unbedingt notwendiges Postulat. Es fehlt aber an literarisch gebildeten "Mitarbeitern und an Geld. Bis jetzt sind nur schöne Worte gewechselt. Wir brauchen endlich Taten. — Hemmend wirkt auch der bisherige schwerfällige Instanzenweg. Zur ersprießlichen Arbeit muß Kräfteverzettelung und Energie-Verschwendung vermieden werden. Der Modus, wie dem eugenischen Subkomitee Geld beschafft werden kann, ist Sache der Großloge. Der Referent erlaubt sich aber dem. Generalkomitee die „freiwillige Schaffung eines Wehrschatzes" seitens der Brüder vorzuschlagen. Wenn seitens der Vertrauensmänner, die das eugenische Komitee in den rneisten Logen hat,- energisch zum Sammeln aufgefordert wird, so könnte, bei vierteljährlichem Beitrag von nur 25 Pfennigen, im Jahre eine Summe von ca. 8000 M. zusammenkommen, ohne daß die Großloge einen Pfennig Kosten hat, also eine Art P e t e r s p f e n n i g. Dieser E u g e n i k - (resp.Jugend) Fond, in der Verwaltung der,Großloge, könnte ungefähr folgende Aufgäben erfüllen: L Schaffung einer Vi e rt e I j a h r's.ru i;d s c ha u für jüdische E u g e nik. - Diese Vierteljahrsrundschau soll den , Monatsberichten als ^Sonderheft beigelegt werden und wertvolle Artikel, Referate etc. sammeln, damit sie nicht in den einzelnen Monatsberichten verstreut wer-'. , den, Sie könnte durch Abonnement allen anderen interessierten Kreisen zugänglich ge- . macht. werden. Vor allem könnte sie auch propagandistisch wirken, indem wertvolle Logenzeitungsartikel in ihr referiert und so zur Heranziehung der Jugend > für.,"Logenideen benutzt werde». ' " -, , * ■ 1. Bereitstellung von'M i 11 e I n zur p r a k - tisch e^n Eugenik - Förderung. 3. Stiftung von Preisen für körperliche Leistungen. Eugenik bedeutet* keine neue Religion. " Sie ' kann . aber den Uebergang und die Brücke bilden zwischen- Ahnenkultus und „Modernismus", indem sie als „Veredluhgslehre" zeigt, daß die Entartung unserer Gemeinschaft nicht von' den Ahnen her drdnKyon denen wir ein kostbares Erbgut körperlicher, sittlicher und moralischer Kraft mit auf den Weg errralten\ haberr, sondern von verkehrter moderner Lebensführung. Leitsätze zu dem Referate des *lir. Drv" Groß-Liegnitz über " . -.- •'. * / „Die Ertüchtigung unserer .fugend ': 1. Es ist Pflicht jeder Loge, in deri Kample gegen : diedrohende Entartuni; nit erster Stelle teilzunehmen. ■ . .- " . [ ■- / . . - ' '. 4. 2. - |ede Loge muß au ihrem Orte der Mittelpunkt eugenischer Bestrebungen werden. Dazvi muß ein Eugenik-Komitee aus-Brüderrt und Schwestern gebildet werden. Da die Zukunft unserer eigenen - Kinder, nicht Wohltätigkeit für aridere in Frage kommt, wird es an Mitteln nicht fohlen. 3. Diese sinil zu verwenden für praktische Zwecke - (Ausbildung von Pflegern und Ptlegerinnen, Förderung von Wandern, Turnen etc.,'Anlegung von Schrebergärten, Abhaltung'von Ob^tkursen, Aussetzung von Preisen, Verbreitung belehrender Schriften, Förderung "von Landwirtschaft und Handwerk etc). . /';. '* ' 4. Besserung "der Einzelkonstitution bessert die Stellung zum Volksganzen. . Dieses braucht .vollwertige Volksgenossen. 5. Eugenik ist keine neue Religion und bedeutet nicht bloß Körperkultur. Die Anteilnahme von Geistlichen und Lehrern ist unentbehrlich. <;i