Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1914-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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im Sinne eines Parteikampfes behandelt werde, im , Orden vorgebracht werden könne, habe immer mehr Boden gewonnen. Dafür habe auch die Stimmung des am 31. Januar abgehaltenen Berliner Logentages einen unzweideutigen Beweis gegeben. Das geistige Gewand1 des Ordens würde in mancher Beziehung als zu eng empfunden, die Möglichkeit, es ohne Erschütterung der Grundlagen unserer Organisation zu erweitern, müsse an jeder geeigneten Stelle ausgesprochen werden und so rechne er auch hier auf die Bejahung der Frage. Br. Maretzki, der nunmehr das Wort ergreift, betrachtet die gestellte Anfrage auch seinerseits vom rein prinzipiellen Standpunkte aus und vertritt darum den Grundsatz: principiis obsta! Der Bericht über politische Verhältnisse aus Amerika könne auch zu einer Diskussion in den Logen und damit zu event. Differenzen führen. Dadurch könne sehr wohl die Grundlage . des Ordens eine Erschütterung erfahren, vor der er ihn bewahrt sehen möchte. Die Einigkeit und der Frieden im Orden sei die Hauptsache. Man müsse die Dinge von einer höheren Warte als von den Zinnen der Politik aus betrachten. Br. Heinemann führt aus, daß zwar an den Grundlagen des Ordens nicht gerüttelt werden dürfe, daß beispielsweise religiöse Fragen als Streitfragen nicht in den Orden hineingelangen dürften, daß aber andererseits Fragen wie die Paßfrage oder das Eintreten für die Rechte der rumänischen Juderr wohl als allgemeine Fragen anzusehen seien. Br. Merzbach bezeichnet es als einen Mangel, wenn man an Politik und Religion glatt vorbeiginge. Br. Moritz bemerkt, daß „Politisches aus Amerika" für uns nicht Politik, sondern Geschichte ist. Br. Kuznitzk.v führt aus, daß man sich' in Amerika zwar mit politischen Dingen beschäftige, daß aber für uns diese Dinge nur historisch zur Kenntnisnahme in Frage kämen. Es dürfe auch nicht vergessen werden, daß das Logenorgan nur für Brüder geschrieben werde. Er berichtet aus seinen eigenen Erfahrungen! daß in einer kleinen Loge die Frage der Befassung mit den zur Besprechung stehenden Dingen geradezu als Ausgangspunkt des weiteren Schicksals der Loge angesehen wurde. In gleichem Sinne wie die bisherigen Redner äußert sich auch Br. N u ß b a u m. Br. Goldschmidt führt im Schlußwort aus: Es läge ihm wie gewiß allen Brüdern am Herzen, dem Br. Maretzki, der Jahrzehnte lang seine Arbeit dem Orden gewidmet habe, zum Ausdruck zu bringen, . daß auch sie nicht daran dächten, an den Grundlagen des Ordens irgendwie zu rütteln. Darum müsse noch einmal scharf betont werden, daß die Dinge nicht als Streitobjekte und nicht als Parteifragen in den Orden gelangen dürften; aber weniger gefährlich sei es für den Orden, daß gelegentlich einmal ein paaf Brüder sich in die.Haare gerieten, wenn der Präsident versage, als wenn die Verhandlungen in den Logejj der schlimmsten Gefahr ausgesetzt würden, die es für den Logenbesuch gäbe: der Langeweile Die vom' Redaktionskomitee gestellte Anfrage wird alsdann widerspruchslos bejaht. Br. Ginsberg spricht über dier f i na n z i e N en Verhältnisse des Gesamtarch ivs der deutschen Juden. Dieses] Archiv verdankt bekanntlich einer Anregung aus Logenkreisen (Archivar Dr. Zivier) seine Entstehung. Es leistet wertvolle Tätigkeit. Die Kosten für das-Unternehmen wurden bisher in gleicherweise vom Orden unddemD.I.G.B, aufgebracht. Als Resultat der eingehenden Debatte, an der sich die BBr. Metzenberg, Schleyer; Peiser und der Referent Ginsberg beteiligen, ist folgender Beschluß zu verzeichnen: 1. Der im Etat der Großloge für das Gesamtarchiv vorgesehene Betrag von M. iöüü - p.a. soll nicht überschritten werden. 2. Eine Bindung für die Zukunft bezüglich der Pensionierungsverhältnisse des Archivars ist abgelehnt worden. ' 3 Es wird das Ersuchen ausgesprochen, weitere Gemeinden zur Kräftigung der Finanzen desr Gesamlarchivs heranzuziehen. 4. Es wird die Einsetzung eines Verwaltungsbeirates zur Regelung der Finanzverhältnisse des Gesanitarchivs vorgeschlagen. Schluli der Abendsitzung 11;., Uhr. ' •' *•;,*-■' ' Sitzung am Sonntag, dem 15. März 1914. Br. T i m e n d (i r f e r eröffnet um 9 , Uhr die Sitzung. Er begrüßt auch seinerseits die. Mitglieder, insbesondere die drei zum erstenmal in der Sitzung anwesenden Brüder. Anwesend sind sämtliche Brüder des Generalkomitees mit Ausnahme der gestern fehlenden BBr. Lisser und Ollendorff und des heute verhinderten, Br. Metzenberg. '. - s Br.Timendorfer teilt mit, daß in der Zeit nach der Großlogentagung die Mamreh-Loge ihr 30, die Unitas-, Rhenus- und Anhalt-Loge ihr 25., die Michael Sachs-Loge ihr 10. Stiftungsfest gefeiert haben. Durch den Tod schieden von uns die Expräsidenten Leopold Hessberg von der "Glückauf-Loge und Ludwig i