Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1914-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Maretzki nach außen nicht durch eine unsichere Abstimmung dieses Punktes abzuschwächen. Die Mischehefrage ist von der Großloge auf die im Jahre 1915 stattfindende Sitzung vertagt worden. .Br. Goldschmidt erwähnt zu diesem Punkte drei Momente: die Aeußerung des Ordenspräsidenten Kraus, daß die Lösung dieser Frage durch einen einzelnen Distrikt nicht möglich sei; die Gemeinsamkeit der Anschauungen, die das Generalkomitee in der Oktobersitzung v. J. vertreten hat, mit den Vertretern des österreichischen Distriktes — festgestellt auf der gemeinsamen Tagung mit den österreichischen Brüdern am 1. Februar d. J. —, ferner die Tatsache eines im Geiieralkomitee vor Jahren gefaßten Beschlusses, m dem die Lösung der Frage gewisser- . maßen in ihren Konsequenzen schon vorhanden sei. Dei Beschluß lautet: „Wer seine minderjährigen Kinder nicht dem Judentum erhält, verliert den/Anspruch auf Zugehörigkeit zum Orden." Ueber den imO.ktöber dieses Jahres gemeinsam zu begehenden Ordenstag berichtet gleichfalls Br. Goldschmidt, pie Großloge habe den Beschluß der Einrichtung eines Ordenstages mit etwa Mehrheit der Stimmen gefaßt. Er hoft, daß auch das letzte Drittel sich nicht nur äußerlich, sondern auch mit dem Herzen dem gemeinsamen Gedanken anschließen werde. Leber die Besorgnisse der BBr. Apfel und Beer, daß zu viel Förmlichkeiten sich mit dem Ordenstag verknüpfen könnten, bezw.daß die Stimmung stellenweise noch nicht so recht dafür vorhanden sei, erwidert Br. Goldschmidt, daß man lieber an anderen Stellen ein paar Festlichkeiten streichen und dafür an trster Stelle die gemeinsame würdige Begehung des Ordenstages setzen solle. Es könne nicht oft genug betont werden, daß die Würde der Feier an erster Stelle stehen müsse. Erst in zweiter Reihe komme die Spendenfrage und dergleichen. Es werde hoffentlich glücken, die Vorbereitungen so zu gestalten, daß die Sache befriedigen werde, aber die Unterstützung aller sei eben notwendig. ,' Die definitive Erledigung der ehrenrät! i c h e n Bestimmungen hat die Großloge einem engeren Komitee vorbehalten, das aus dem Generalkomitee heraus zu wählen ist Für dieses Komitee werden die BBr. Kuznitzky, Moritz und L i s s e r gewählt. Ueber den Anfrag der Allemania-Loge betreffend 'Schaffung einer G^ sc hichte des G e - samtqrdens für das Jahr lyiS anläßlich des 7V.ihrigen Bestehens des Ordens berichtet Br. Maretzki. Die* Vertreter des österreichischen Distrikts haben sich dem von der Allemania-Loge angeregten Gedanken angeschlossen. Es ist nunmehr erforderlich, an die Konstitutionsgroßloge heranzutreten, um den Gedanken zur Ausführung zu bringen, was dem Wunsche des Generalkomitees entsprechend geschehen wird. Ueber die Gründung einer Zentrale für jüdische Kinderfürsorge berichtet Br. Metzenberg. Die Anregung dazu ist auf einen Antrag des Br. Dr. Italiener-Darmstadt bezw. der Starkenburg-Loge zurückzuführen. Br. Dr. Italiener hat ein ausführliches Referat über die Frage ausgearbeitet. Die Fälle der Verwahrosung von Kindern in Deutschland sind im Verhältnis zu dem Kinderelend in Rußland und insbesondere in Galizien nicht sehr zahlreich. Die Schwester Henriette Arendt, die sich mit diesem speziellen Kapitel menschlichen Elends befaßt, hat die Fälle erheblich aufgebauscht und dabei ein ungünstiges Licht auf die jüdische Fürsorgetätigkeit geworfen. Einem Fall ist die Großloge speziell nachgegangen, er betraf ein vierjähriges Kind, das die Schwester Henriette Arendt Verbrecherhänden entrissen und im Zeller-Hause in der Mark Brandenburg untergebracht hatte. Der Großloge und insbesondere, wie wir hier einschalten möchten, den verdienstvollen Bemühungen des Referenten Br.Metzenberg ist es gelungen, das Kind aus dem Zeller- Hause zu entfernen und jüdischen Händen zu übergeben. Das Interesse der österreichischen Brüder ist für die Frage geweckt, das Referat des Br. Italiener- Darmstadt der österreichischen Großloge übergeben worden, und es wird wohl zweckmäßig sein, erst eine Aeußerung der österreichischen Großloge vor weiterem Handeln abzuwarten. Das Generalkomitee nimmt von diesem Referat im Sinne der Ausführungen des Referenten Kenntnis. Eine längere Diskussion schließt sich an die vom Redaktionskomitee gestellte Anfrage, ob „Politisches" als Ordenstätigkeit des amerikanisch e n D i s t r i k t s in'den Amerika- Artikeln zum Bericht gelangen dürfe, an. Br. Goldschmidt bemerkt, daß diese Frage gerade auf Anregung des Br. Maretzki, der sich innerhalb des Redaktionskomitees als einziger dagegen ausgesprochen habe, vor das Forum des Generalkomitees aus prinzipiellen Gründen gebracht worden sei. Nach Ansicht des Redners müsse es als selbstverständlich bezeichnet werden, daß das, was im Orden geschehe, au«h zum Bericht gelangen dürfe. Die Anschauung, daß „Politisches und Religiöses", sofern es nur nicht