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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 4 - April
Date
1914-04-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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mögen. Wenn jeder unserer elf Distrikte jährlich nur 6000 M. für den Hilfsfond aufbringen würde, so hätte der Orden für die erste Hilfeleistung stets gegen 70,000 M. in Bereitschaft, ein Betrag, der garnicht zu unterschätzen ist. Die sieben amerikanischen Distrikte werden aber eine verhältnismäßig viel höhere Summe zusammenbringen, da der in Amerika für den Katastrophalfond in Aussicht genommene Beitrag ein viel größerer ist als bei uns. Auch wollen wir hoffen daß ein gütiges Geschick unsere Glaubensbrüder vor Verfolgungen, die Menschheit vor Katastrophen eine lange Zeit bewahren wird, sodaß wir den Hilfsfond zu einer beträchtlichen Höhe werden ansammeln können. Was uns bei dieser Steuer besonders sympathisch erscheint, ist der Umstand, daß jeder Bruder ohne Ausnahme diese winzige Abgabe wird entrichten können. Wohl haben bei Spendensammlungen unsere Brüder nie versagt, aber nicht jeder Bruder konnte sich an ihnen beteiligen. So mancher blieb zurück, weil er es einerseits nicht für ratsam hielt, über seine Kräfte zu gehen, andererseits durch eine geringere Spende seine Verhältnisse nicht gern dekouvrieren mochte. Bei diesem Hilfsfond, dessen Beitrag für alle Brüder ein gleich minimaler ist, wird die Beteiligung eine allgemeine sein können. Werden aber nicht dadurch der Wohltätigkeit uni der Hilfsbereitschaft unserer Brüder Schranken gesetzt? Nicht im _ geringsten. Wie es im alten_ Israel neben der festbestimraten Schekelsteuer noch freiwillige Spenden gab, die jeder nach dem Antriebe seines Herzens darbrachte, so wird , auch hier sich der offiziellen, festgesetzten Steuer die freiwillige Spende gesellen können. Und wie dort die Schekelsteuer für die unbedingten täglichen Gemeindeopfer verwendet wurde, während der Ausbau und die Unterhaltung desGesamtkultus durch freiwillige' Gaben bestritten wurden, so Werden auch hier der Hilfsfond und die Sammlungen in verschiedener Weise segenbringend wirken. Trotz des Hilfsfonds werden wir nämlich befm Eintritt eines Notstandes, beim Hereinbrechenvon Katastrophen und Verfolgungen Sammlungen veranstalten, ja veranstalten müssen. Denn bei derartigen Fällen von Not muß das Hilfswerk verschiedene Bahnen einschlagen. Zunächst muß den Betroffenen, den in Not Geratenen sofortige Linderung gebracht werden; dazu soll der aufgespeicherte Hilfsfond dienen. Dann aber gibt es Witwen und Waisen zu versorgen, vernichtete Existenzen wieder aufzurichten, zerstörte Wohnhäuser wieder autzubauen; für . diese weitere und gründliche Hilfeleistung werden die Spendensammlungen verwendet werden. An diesen Sammlungen werden sich unsere begüterten Brüder nach Maßgabe ihrer Kraft und nach dem Drange ihres edlen Herzens beteiligen können, wie siees bisher getan haben. Und noch eins. Wie beim halben Schekel jeder einzelne symbolisch auf das Zusammenwirken mit der Gesamtheit hingewiesen wurde, so wird auch die überaus geringe Steuer, die wir für den Hilfsfond aufzubringen haben, uns daran gemahnen, daß wir nach wie vor mit den bewährten Hilfsorganisationen zusammengehen sollen und müssen. Unser Verhältnis zu ihnen wird keineswegs leiden; dagegen dürfte es diesen Korporationen nicht unwillkommen sein, bei Bekämpfung eingetretener Not in unserem Orden eine schlagfertige Waffenbrüderschaft zu besitzen. . Zu der Einrichtung der alten Schekelsteuer machen unsere Weisen eine sinnige Bemerkung, die ich hier nicht unterdrücken möchte. Sie sagen nämlich: „Gott war es bekannt, daß der Bösewicht Haman einst sein Silber werde hergeben wollen zum Verderben der Israeliten, darum ließ Er das Silber ihrer Spende dem Silber des Feindes zuvorkommen." Auch wir müssen- "bei dem Judenhasse, der in unserer Zeit insbesondere in den klassischen Ländern des Judenelends gegen unsere Glaubensgenossen wütet, auf alles gefallt und gegen alles gerüstet sein. Wir dürfen uns von den Nachkommen Hamans nicht überraschen lasser.; vielmehr müssen wir dem Feinde zuvorkommet^ um beim Hereinbrechen der Gefahr „den Opfern der Verfolgung zu Hilfe eilen zu können." — Bei dieser Ordensaufgabe wird, uns der neugeschaffene Hilfsfond gute Dienste leisten. * Und nun noch eine Schlußbemerkung zur Art der Aufbringung dieser neuen Ordenssteuer. Die Vollversammlung der Großloge hat bekanntlich es den Logen anheimgegeben, die Beiträge zu dem Adolf Kraus- H i 1 f s f o n<d entweder aus den regulären Einnahmen zu schöpfen oder diese Abgabe von den Brüdern besonders zu erheben.*) Ich möchte wünschen, daß unsere Logen das letztere wählten. Unsere Lpgen haben mit ihren sozialen Schöpfungen vollauf zu tun, und jeder Pfennig, der diesen entzogen wird, bedeutet eine schwere Sünde. Denn gerade unsere Wohlfahrtseinrichtungen haben uns Arbeitsfreudigkeit nach innen und Ansehen nach außen verschafft. Auch bin ich -j Näheres über den Hilfsfond siehe Protokoll der 20. ordentlichen Sitzung der Großloge S. 130 ff., Stichwort: Katastrophenfond. .

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