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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 3 - März
Date
1914-03-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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zuzustellen und deren Anschaffung zu erbitten, bezw. durch Geldspenden zu ermöglichen. Hat es sich doch herausgestellt, daß kaum eine der bezeichneten Büchereien eine von einem jüdischen Autor herrührende jüdische Geschichte enthält! Der Verband will ferner überall auf Entfernung judenfeindlicher Bücher aus den Bibliotheken dringen und jüdische und nichtjüdische Redner veranlassen, über Dinge jüdischen Inhalts an allen Bildungsstätten Vorträge l zu halten, sowie Flugblätter und Volksschriften desselben Inhalts verbreiten. Besonderes Augenmerk richtet der Verband auf Schulbücher und Schullektüre, gegen deren mißbräuchliche Einführung und Benutzung er sogar die Hilfe des Staates anzurufen gedenkt. Behufs Ausführung ihrer Intentionen und Ueberwachung von Zeitschriften, Bücherkatalogen der Bibliotheken, Vortragsankündigungen etc. hat der Orden seinem Büro ein Ueberwachungsamt angegliedert, das Vertrauensmänner und Korrespondenten in allen Staaten und großen Städten der Union unterhält. Der Verband geht fortan mit allen ihm zu Gebote stellenden MitteingegenalleSchulen, öffentlichen Heilanstalten, Gasthäuser etc. vor, die den Juden als solchen den Zutritt verbieten, ebenso gegen jede Karikatur der Juden auf den Schatibühnen. Die amerikanischen Zeitungen — soweit sie nicht ausgesprochen judenfeindlich sind — haben über den neuen Verband ausführlich und rühmend berichtet und ihm bereitwillig ihre Unterstützung zugesagt; Jedenfalls läßt sich schon jetzt annehmen, daß die Ordensleitung* mit der Gründung dieses großzügig angelegten Verbandes eine gewaltige Kulturtat vollbringt, die sich seinen Institutionen sozialer Art würdig anreiht. . Der Verband, hinter dem nunmehr der gesainte Orden steht, wird mit größerem Erfolge, als es bisher die Einzellogen taten, gegen die Einführung des kon* fessionell gefärbten Bibellesens ir. die öffentlichen Schulen auftreten können. Unsere Logen und der Verband erhalten bereits Bundesgenosserl, sogar von geistlicher Seite. Rev. M. J. Magor, Pastor an der bischöflichen Methodistenkirche in Chicago, nannte neulich in einer Predigt die Sektirerei in den öffentlichen Schulen „unamerikanisch" und meinte, Politik und Politiker gehören nicht in die Schule; statt des Bibellesens mögen lieber Hauswirtschaft, Handfertigkeit und Sexualhygiene gelehrt werden! Auffallend groß ist das Interesse unserer1 amerikakanischen Brüder an Jugendfürsorge, insonderheit an der Errichtung von Ordenswaisenhäusern. Noch ist das großartig angelegte Asyl zu Erie (Pennsylvanien), zu dem soeben die erst zwei Jahre bestehende Abraham Lippman-Loge zu Pittsburg 12000 Mark gespendet hat, erst im Bau, und schon kommt die Kunde von einem neuen Waisenhausbau, den die.Winnipeg-Loge für Canada plant. Innerhalb wen ger Tage haben die- Brüder dieser Loge 30000 Mark für jenen edlen Zweck' gezeichnet. Die Loge hat zunächst Räume gemietet, bis sie in der Lage sein wird, ein eigenes Gebäude zu errichten. Inzwischen trifft di$ Gate City-Loge zu Atlanta (Georgien) Vorbereitungen zur 25jährigen Jubiläumsfeier des Ordenswaisenhauses zu Atlanta, die mit der Tagung des Großloge des 5. Distrikts im Mäiz festlich begangen werden wird. Wie bei uns, so wechseln auch bei unseren amerikanischen Brüdern „saure Wochen" mit „frohen Festen" ab. Sie feiern kein Stiftungsfest; dafür aber begeht jede Loge im Herbst den „B'nai B'rith-Tag' durch festliche Veranstaltungen, zu denen die Stadt- und Gemeindebehörden zugezogen werden., Echt amerikanisch begingen die Logen in San Francisco jenen Festtag durch athletische Wettkämpfe im Goldentor- Park-Stadion! In Anschluß daran fand eine akademische Feier im Logenhause statt, bei <$er der Distriktsgroßpräsident J. M. G o 1 d e n an die Sieger goldene'Medaillen verteilte. Und wie bei uns sich innerhalb der Logen, kleine Kegelklubs bilden, so haben sich auch die jüngeren Mitglieder der Jördan-Loge in New York zu einem Kegelklub zusammengeschlossen. Unter den Auspizien der Racine-Loge zu Racine (Wisconsin), dfe erst vor zwei Jahren ins Leben trat, wqrde vor. einigen Wochen eine Gemeinde freierer Richtung gegründet, die allwöchentlich den Rabbiner Israel Klein aus Chicago zur Predigt kommen läßt. Das nächste Ziel der Loge, ist die* Gründung einer Religionsschule in der nämlichen Stadt. Vm das etwas stagnierende Logenleben im fünften Distrikt zu. heben, ist unser hochw. Ordenspräsident, Br. A d o I f K r a. u s nach /Detroit gereist, um mit dem Grqßprä.sidenten Br."Sy|van E.'Heß 'und etwa fünfundzwanzig führenden Persönlichkeiten des Distrikts über Mittel und Wege zur Neubelebung des Logenlebens zu beraten. ' Aus sehr vielen Logen kommen Berichte über Mitgliederzuwachs, der sich aus den Kreisen nicht bloß wohlhabender, sondern Yor aHern' hochangesehener Persönlichkeiten zusammensetzt. Br. .Oberlehrer Dr. Eugcft Wölbe (Montefiore-Loge). — 49

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