Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1914-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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aus diesem Gleichnis auf das konfessionelle Verhältnis lag nahe. — Mit einigen wirkungsvoll vorgetragenen Gesängen des Konzertsängers L o e b aus Straßburg schloß der offizielle Teil der Feier. — Anschließend Aurde den Mannschatten Speise und Trank verabfolgt, wobei dem Bier recht wactcer zugesprochen wurde; alsdann saßen die Gäste in bester Stimmung bis spät abends beisammen, wobei auch aus ihrer Mitte eine Reihe bühnengewandter Soldaten zahlreiche Stücke komischer und tragischer Natur zum Besten gaben. — Einige unserer Brüder mit ihren Damen und auch Major Roser verbrachten mehrere Stunden unter den Mannschaften, die spät erst die gastlichen Räume verbellen, mit dem Bewußtsein, 'einer wohlgefüngenen Feier beigewohnt zu "haben. — Amtsrichter Loeb, Vizepr. Aus Amerika. xxxix. Die in der vorigen Nummer' angedeutete Ernennüng Ties Br. Morgen thau zum amerikanischen Botschafter bei der Pforte bedeutet eine große Freude für die-Jordan-Loge in New York, zu dejen eifrigsten Mitgliedern der neue Gesandte gehört. Die Loge hat dem scheidenden Br. Mergenthau eine Glückwunsch-Adresse überreicht, die seine Verdienste um den Orden anerkennt und in einen brüderlichen Glückwunsch ausklingt. Wiederum weiß unser Bundesorgan, die ,, B'nai B'rith News'', von einer. Auszeichnung des Br. Harry Cutler, Expräsident der Großloge des I. Distrikts, zu berichten. Br. Cutler, ein eingewanderter Russe, hat in der amerikanischen Miliz den Rang^eines Obersten erreicht. Vor einigen Wochen wurde ihm vor versammeltem Regiment, dem I. Leichten Infanterie- Regiment, die Goldene Verdienstmedaille überreicht. Der auf der Denkmünze befindliche Adler des amerikanischen Wappens war mit Brillanten besetzt. Daß auch die Loge Verdienste zu würdigen versteht, beweist die Ueberreichung einer massiv silbernen Menorah an den Sekretär der Großloge des 2. Distrikts, Br. Victor Abrahams in Cincinnati, der sein hohes Amt nunmehr seit zwanzig Jahren versieht. Br. Abrahams, einer der ersten Rechtsanwälte seiner Heimat, ist gleichzeitig Präsident des Appellationsgerichts unseres Ordens, das in Streitfragen der Logen gegeneinander und gegen ihre Großlogen nicht selten in Anspruch genommen wird; als Vertreter unseres deutschen Distrikts gehört bekanntlich unser hochw. Vize-Großpräsident, Br. Justizrat Dr. K u z n i t z k y , jenem obersten Gerichtshof unseres Ordens als Mitglied an. — Pietätvoll ehrte der Orden ferner das Andenken des Br. Moses S. H y m a n , der 31 Jahre lang dem Ordens-Altersheim zu Yonkers (New York) als Vorstandsmitglied, davon zehn Jahre lang als erster -Vorsitzender, angehört hat. Seine Vorstandskollegen widmeten ihm '^etzt eine Gedenktafel aur weißem Marmor, die unter entsprechender Feierlichkeit in dem genannten Heim enthüllt wurde. Sehr erfreulich ist die Tatsache, daß sich jetzt die Frauen unserer amerikanischen Brüder nach deutschem Muster zu Frauenvereinen zusammenschließen. Die Gründung solcher speziellen Logen-Ffauenvereine geschieht — wie soeben in Charlotte (Süd-Carolina) — in der Weise, daß ein in der Stadt bereits bestehender Frauenverein zur Stärkung seines moralischen und finanziellen Einflusses das Protektorat der Loge nachsucht und dann als Verein „Judas Tödjpter" sich an den sozialen Arbeiten der Loge beteiligt. Jüngst hat die Tätigkeit des jüdischen Frauenbundes, Zweigverein New Häven, eine glänzende Würdigung von Seiten des bisherigen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Wm^ H. Taft, gefunden, der bei einem anläßlich einer Tagung veranstalteten Frühstück die großzügige soziale Fürsorge von seiten der jüdischen Frauen und ihre Vielseitigkeit auf diesem Gebiete feierte. Wie die Frauen zum Frauenbund, so haben sich in der Berichtszeit auch die jüdischen Jugendvereine zu einem Verbände zusammengeschlossen, der die gesamte Union umfaßt und alle drei Jahre seine Hauptversammlungen halten wird. Zu den leitenden Persönlichkelten des Verbandes gehören: Jacob H. Schiff in New York und Dr. Cyrus Adler in Philadelphia; Felix M. War bürg in New York wurde zum ersten Vorsitzenden des Verbandes gewählt. Selten hat ' ein Unternehmen unseres Ordens schneller Wurzel gefaßt und die einmütige Zustimmung aller jüdischen — und vieler nichtjüdischen — Kreise gefunden wie der neue „Reichsverband zum Schutze gegen Verleumdung" Der Bund bezweckt nämlich, sobald als es ihm gelungen ist, die Uebergriffe gegen Juden und Judentum in Amerika etwas einzudämmen, seine Tätigkeit auch anderen Opfern der Verleumdung, Gehässigkeit und Lieblosigkeit zuzuwenden. Der Verband beabsichtigt, allen Universitäts- und anderen öffentlichen Bibliotheken Amerikas Verzeichnisse von Büchern über jüdische Ethik, Geschichte, Bräuche, Religion und Philosophie