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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 3 - März
Date
1914-03-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Das fünfimdzwanzigjährige Jubiläum der Rhenus- Loge. Feste im goldenen Mainz tragen das Gepräge der Würde und des ungetrübten Frohsinns. Auch das am 4. Januar d. J. gefeierte-Jubelfest der Rhenusloge offenbarte den Charakter der Weihe und Freude. Schon die akademische Feier leitete den Tag trefflich ein. Die in dem prunkvollen Saale des „Kasino zum Gutenberg" versammelten zahlreichen Brüder und Schwestern von nah und fern, die Delegierten auswärtiger Logen, an ihrer Spitze der hochwürdige Großpräsident, die Vertreter der Gerheinde und ihrer Vereine, sowie zahlreiche geladene Gäste verharrten * —■ von der Ausschmückung des Raumes ergriffen — in andachtsvoller Stimmung. Gesang und Spiel eröffneten den ernsten Teil des Tages. Darauf nahm der w. Präsident der Löge, Br. Ludwig Kronenberger, das Wort zu einer nach Form und Inhalt gleich bedeutungsvollen Rede. Ausgehend von der ruhmreichen Vergangenheit der altehr würdigen Gemeinde Mainz, die mit Stolzerfüllen müsse, gab der Redner nicht nur einen orientierenden Ueberblick über Entstellen und Werden der Loge, gedachte pietätvoll der 59 Gründer, von denen bereits ,2 das Zeitliche gesegnet hätten, hob besonders das f Verdienst der noch wirkenden Brüder hervor und führte klar und überzeugend aus, wie die Loge, die jegliche < legnerschaft überwunden habe, gearbeitet und was sie geleistet habe. „Ihre Taten," so sagte er, ,,mögen, für sie sprechen!" Von diesen Taten sprechen beredt: difc unter den Auspizien und unter Mitwirkung der Rhenusloge geschaffenen Mainzer Vereine, Jer Hilfs- .erein, Hospitalverein, das Hospital, der Verein zur Beschränkung des Wanderbettels, derVerein für jüdische Gjeschichte und . Literatur, Zentralstelle für jüdische Wohltätigkeit, der Jugendverein, der Arbeitsnachweis u. v. a. Ungeheure Summen sind für Wohltätigkeitszwecke verausgabt. „Nichts Menschliches, aber auch nichts Jüdisches ist uns fremd. Wir treiben innere Mission, wir sind die Avantgarde im Kampfe für die höchsten Güter der Menschheit Noch zahlreiche Aufgaben warten ui.ser. Fest und unerschütterlich wollen wir wachen und wirken und den Wupsch unseres unvergeßlichen Br. Dr. M. Loeb verwirklichen: Mehr Steitnackigkeit!" Mit Worten der Begrüßung an den hochwürdigen Großpräsidenten, die Delegierten, Brüder und Gäste, und der Mahnung, so zu wirken, . daß die Grundsätze des Ordens zum Wohle aller Tat werden, segnen und beglücken, schloß der Redner. Die nun folgende Festrede des Br. Prof. DcSalfeld legte dar, daß der Logengedanke ein echt jüdischer sei, daß er aber erst in dem neuen Mainz, das mit - . ■ ~ 46 Stolz auf alle vorbildlichen Institutionen einer großen Religionsgemeindehinweisen könne, verwirklicht werden konnte. An der Geschichte der drei Proselyten aus der Zeit Hillels und Scrjammais entwickelte er überzeugend die Parole des Ordens: W. B. E. Mit einem Ausblick in 4ie-Zukunft und dem Wunsche, die Jugend möge im Geiste der Alten segensreich weiter schaffen, schloß er mit den Worten Goethes: „Liegt dir Gestern klar und offen, Wirkst du heute kräftig frei, Kamst auch auf ein Morgen hoffen, Das nicht minder glücklich sei!" Dieses Glück wünschte nun der Loge der hochwürdige Großpräsident. Trotz derFülle unaufschiebbarer Berufstätigkeit sei er gekommen, seiner Freude Ausdruck zu geben, daß eine so würdige Loge, deren verstorbenen Leitern, zu denen der erste Präsident Bernard Alb. Mayer, der unvergeßliche, hochbedeutende Br Dr MaxLoebzu rechnen seien, er dankbare Erinnerung weihte, ihren Ehrentag feiern könne. Die Rhenusloge müsse den Spruch zur Wahrheit machen: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!" Die Vereinigung habe ferner neue Saaten in die Furchen der Zeit zu streuen, derselben zu warten und der Reife zu harren in Arbeit und, wenn es nöt'g sei, durch Kampf. - Glückwünsche überbrachten Br. Wisloch für die Frankfurt-Loge und die süddeutschen Logen; Br. Dr. Eugen Israel-Berlin namens derBerlinerund samtlicher norddeutscher Logen; Br.Be,njam in-Darmstadt namens des hessischen Logenverbandes u. a., Kommerzienrat Bernhard Albert Mayer für die Mainzer israel.Religionsgemeinde; Justizrat Dr. Lichte für die Mainzer jüdischen Vereine und Referendar Selig für den Jugendverein. — Der Präsident sprach allen Gratulanten herzlichen Dank aus für die guten Wünsche; worauf eine klassische Tondichtung der Brüder Weinschenk die erhebende Feier beschloß. Abends vereinte ein solennes Festmahl an die 300 Teilnehmer. Bevor Küche und Keller ihre Genüsse boten, lauschte die Versammlung mit Spannung einem, von einer jungen talentvollen Mainzerin, Frl. cand. hist. art. Elsa Neugarten, verfaßten Festspiel.*) Es möge gestattet sein, dieses von Wissen und Phantasie zeugende poetische Erstlingswerk kurz zu skizzieren, um weitere Kreise zu ähnlichen Festdichtungen anzuregen. *) Im Verlag der Loge erschienen, Februar 1914.

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