Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1914-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Br. Hugo Schlesinger von der Frankfurt-Loge erklärte den Brüdern in sinniger Weise die Zeichen des Ordens. Mit der Begrüßung der neuen Mitglieder durch Br. Präsid. Dr. Katzenstein und einer Ehrung des 25 Jahre im Dienst der Loge stehenden Pedells Plaut nahm die festlich gestimmte und festlich stimmende erste Sitzung des zweiten Vierteljahrhunderts ihr Ende. Gäste, Brüder und viele Schwestern blieben noch lange 4bei einem Glase Bier gemütlich vereint; Sonntag vormittag fand in den würdig dekorierten Logenräumen der Hauptfestakt, die akademische Feier, statt. Jetzt erst konnte man feststellen, daß außerordentlich viele Delegierte aus allen Gegenden unseres deutschen Distrikts erschienen waren. Die Großloge vertrat auch jetzt Br. Maximilian Stein; die jüdischen Behörden, Wohltätigkeitsvereine und der Jugendbund hallen gleichfalls Abgeordnete gesandt. Nach dem weihevollen, von Herrn Dr. Plaut, dem Sohn des verstorbenen Expräsidenten Br. Leopold Plaut, vorgetragenen Gesang „In diesen heiligen Hallen", wußte Präsident Br. Dr. Katzenstein in, klarer, von Begeisterung und Liebe zum Orden und der Loge erfüllter Rede die Bedeutung der Feier darzulegen; er erinnerte an die Entstehung des Ordens, an seine immer größer werdende Bedeutung innerhalb des Judentums. Die Erkenntnis von der Bedeutung des gesamten Ordens habe die Sinailoge in ein stets angenehmes Verhältnis zur Großloge und den Schwesterlogen gebracht. Er danke deshalb auch dem Vertreter der Großloge dem Br. Stein, für sein Erscheinen, durch das die Großloge ihr Interesse an der Entwickelung der Sinailpge kundgebe, er danke sämtlichen Delegierten für ihre Teilnahme an dem Jubelfest, desgleichen auch sämtlichen Vertretern der jüdischen Behörden und jüdischen Korporationen, In einem kurzen üeberblick gibt Br. Präs. ein treffendes Bild von der Entstehung und Entwickelung der Sinailoge. — — Ernste Worte des Gedenkens weiht er den verstorbenen Brüdern, vor allem den verdienstvollen Begründern Adolph Gotthelft, Dr. Stein, Dr. Prager, Leopold Plaut, S, Fröhlich. Im Sinne dieser Männer, im Sinne der großen idealen Ziele des Ordens zu wirken, das sei die Mahnung der'Stunde. Die Festrede wird von Br. Rabbiner Dr. D o k t o r gehalten. — Gedankenreich und geistvoll spricht der Redner von den Wechselwirkungen zwischen Religion und Ordensideal, wie der Orden die großen Ideale des Judentums und damit der ganzen Menschheit zu verwirklichen bestrebt sei, wie der Orden für viele eine ideale Religion geworden sei, und wie viele in dem Wirken für den Orden und seine erhabenen Zielen ihre Religion betätigten. — Die glänzenden Ausführungen dieser vor allem auch durch ihre Form vollendeten Rede fanden begeisterten Widerhall bei allen, denen die Sache des Ordens am Herzen liegt. Br. Maximilian Stein überbringt sodann die Glückwünsche der Großloge. Wie das Judentum eine moderne, nicht in Dogmen erstarrte Religion, so sei der Orden allen Zeitbestrebungen zugänglich; in jeder Richtung des sozialen, kulturellen Lebens sei er' bestrebt mitzuwirken und fördernd tätig zu sein. Alle Ideale, die die Menschheit bewegten, seien willkommen; sie zu pflegen, das Gute, Edle, wahrhaft Menschliche zu leisten, sei die Aufgabe, sei, das ersehnte Ziel des Ordens. . ' Für die vier Berliner Logen überbrachte Br. Präs. Rosenbaum, für die süddeutschen Br. Benjamin, Darmstadt, für die norddeutschen Br. Dr. Sonderling, Hamburg, für die märkische Loge Bruder Dr. Jacob die Glückwünsche ihrer Logen zurri Jubiläumstag. Frau Julius Lieberg (für die Schwestern der Sinailoge) betonte das Verständnis der Schwestern und ihre gern geübte Mitarbeit am -Logenleben; als äußeres Zeichen dieses Strebens überreicht sie eine „Frauenspende" für notleidende Schwestern. Zum Schlüsse ^überbrachten noch die jüdischen Behörden-(Vertreter des Vorsteheramtes, der Kreisvorsteher, die Gemeindeältesten), die Vertreter der Wohltätiglceits- und sonstigen, Vereine ihre Wünsche. Harmonisch wie sie begonnen, so endete auch die erinnerungsreiche, erinnerungschauende Feier. -Ein Festessen, mit anschließendem Konzert urui Ball im Hotel Schirmer zeigte die Sinailoge, von ihrer heiteren, geselligen Seite. Und wenn man dem glaüben darf, was unbefangene Festteilnehmer äußerten, so wird man ohne Eigenlob von einem wohlgelungenen Abend sprechen dürfen. / i Man merkte der Sinailoge ihre glückliche 25 jährige Jugend an; Fröhlichkeit und Heiterkeit waren das Motto des Abends. Daß noch manches geistreiche Wort gesagt, noch manches Glas auf die Gäste, auf Großloge, Delegierte, die Schwestern, die Begründer der Loge und ihre jetzigen Leiter geleert wurde, bedarf kaum der Hervorhebung» *> Wenn aus dem Verlauf des Festes die Zukunft gedeutet werden darf, dann kann man voller Hoffnungsfreudigkeit auf das 50. Stiftungsfest lossteuern.