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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 3 - März
Date
1914-03-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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eine ergiebige Einnahmequelle für die Anstalt bilden, sondern auch als Musteranlage Ruf und Bedeutung erlangen wird. Hier sollen nun Lehrer herangebildet werden, die in Gartenbau und Handfertigkeit Unterricht zu* erteilen befähigt sind. Da nach dem letzten Wille^ Simons seine Stiftung auch allgemeinen Zwecken des Obst- und Gartenbaue* dienen soll, ist das Seminar, wenn auch in erster Linie für jüdische Lehrer bestimmt, dennoch Angehörigen aller Bekenntnisse geöffnet. Die Stiftung hat sich sogar verpflichtet, alljährlich einige Lehrer christlichen Bekenntnisses in je einem Halbjahrskursus unentgeltlich auszubilden und kostenlos zu verpflegen. Die Anstalt wurde im April 1913 mit 13 Kursisten (Hierunter befand sich auch eine Dame) .eröffnet. Die Teilnehmer kamen meistens aus den verschiedenen preußischen Provinzen. Nur zwei waren Süddeutsche. Einer kam von Jerusalem. Sechs Teilnehmer waren Nichtjuden. Der Ausbildung dienen in der Hauptsache ordentliche Kurse von je einem halben Jahre. Das Lehr ziel der Anstalt wird in zwei Halbjahrskursen erreicht, die zusammenhängend, aber auch in getrennten Zeiträumen besucht werden können. Im Sommerhalbjahr liegt der Schwerpunkt in der Gartenarbeit. Neben Musterschulgärten bietet die große Plantage, die mehr aus Rentabilitätsgründen eingerichtet wurde, reichliche Betätigungsmöglichkeit für all die weitverzweigten Gebiete des Gartenbaues, der übst-, Gemüse-, Blumenzucht usw. Ein großer Uebungsplatz diertt zur Erlernung der Anlegung von Schulgärten. Daneben bietet ein großer Geflügelhof ein reiches Beobachtungsteld. Nebenher gehen theoretische Belehrungen über den Gartenbau. Die Handfertigkeitsübungen erstrecken sich im Sommerhalbjahr vorwiegend auf ländliche Holzarbeit, die in der Herstellung einfacherer, irrt Landhaushalt und Gartenbetrieb. notwendigen Einrichtungen und Gerätschaften besteht. Danehen wird noch Unterricht im Palpen erteilt. Im Wintersemester, wo sich für praktische Arbeit im Garten weniger Gelegenheit bietet, tritt die Theorie des Gartenbaues mehr In den Vordergrund. In den Werkstätten wird Hobelbank- und Metallarbeit fris.ch aufgenommen. In beiden Semestern wird noch Zeichnen, Physik und Chemie unterrichtet und dazu kommen noch methodische und volkswirtschaftliche Uebungen, so daß sich für jedes Semester wöchentlich über 40 Unterrichtsstunden ergeben. Außerdem finden Exkursionen in landwirtschaftliche, gewerbliche und industrielle Betriebe statt. Neben dem Direktor, Br. Alexander, der seit vielen Jahren schon für die^ Bestrebungen der Handarbeit und des Gartenbaues in Wort und Tat tätig war, unterrichtet der üarteninspektor, ein in praktischer und theoretischer Hinsicht auf der Höhe stehender. Mann mit hervorragenden unterrichtlichen Fälligkeiten und scharfem, kaufmännischem Blick. Unterstützt wird der Direktor im Handfertigkeitsunterricht durch einen Schreiner- und Buchbindermeister aus Peine, die mehr in die Kunstgriffe ihrer Technik einführen. Im Wintersemester ist noch ein Gewerbelehrer hinzugekommen. Physik und Chemie lehrt ein Lehrer aus Hannover. Die volkswirtschaftlichen .Uebungen leitet der Syndikus der Stiftung. Außer den ordentlichen Kursen veranstaltet das Seminarauch Ferienkurse,die inersterLinie für Lehrer bestimmt sind, die in Gartenbau^ oder Handfertigkeit schon Vorkenntnisse besitzen oder Jiierih bereits unterrichtlichTätig sind, damit sie sich hier vervollkommen können. Ein solcher vierwöchiger Ferienkursus fand erstmals im August v. J. statt. Von der Anstaltsleitung hierzu aufgefordert, .nahm "ich an demselben teil. Das Arbeitsprogramm lautete: Gärtenbau und leichte Holzarbeit. Eswar für mfeh ein erhebender Eindruck, als < ich zum ersten, Male die wohlgepflegte Plantage .durchwanderte und die üppigen Gemüsebeete und Obstbaumpflanzungen sah, ials ich die nach Tausenden von- Köpfen zählende Blumenkohlernte und die mehrere .Hundert Zentner Bohnen, die gerade gepflückt wurden, überschaute. Hier erkannte ich, daß der Gartenbau, wenn er rationell, mit allen Mitteln der modernen Technik betrieben wird. , wohl * einen ganzen, weitblickenden Mann erfordert, der-in Praxis und Theorie Meister sein muß, und .laß der Gartenbau ein lohnender Beruf ist, der schöne .Erträge abwirft. Hier empfand ich auch, wie schade es ist, aus erzieherischen und praktischen Gründen, dal! unserer großstädtischen Jugend so schwer Gelegenheit für den Gartendill zu schaffen ist: Hier öffnet «ich für unsere Jugendhorte, noch ein reiches unddankbares Tätigkeitsfeld. Vielleicht könnten auch die Schulverwaltungen oder private Vereinigungen Gärten anlegen, in welchen Knaben und Mädchen an freien, i Nachmittagen in Arbeitsgemeinschaften, ähnlich den Handarbeitskursen, dem Gartenbau obliegen dürfen. Die Stadt Breslau hat mit einer derartigen Einrichtung, die geringe Mittel erfordert, ^günstige Erfolge erzielt. Am Ende des Kursus, der mit dem Schluß des ersten Semesters zusammenfiel, wurde. eine Aus-

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