Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1914-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Loge habe ja das Recht, frei nach Gutdünken zu handeln. Br. Ehrmann ist der Meinung, daß die Aufrollung der Frage für Oesterreich nicht notwendig sei, da sie praktisch kaum in Betracht komme. Wir würden ganz überflüssigerweise in den Geruch der Intoleranz kommen, ja selbst ihre Erörterung müsse als unerwünscht bezeichnet werden. Ueber die Aufnahme habe ja jede Loge das Entscheidungsrecht. Br. Timendorfer bittet den Br. Deutschländer, nachdem er den Standpunkt der Vertreter der beiden Distrikte in dieser Frage mit angehört hat, im Sinne der Beruhigung in den hanseatischen Logen zu wirken. — Ueber „Arbeitsnachweise" referiert Br. Bloch. Der Bericht des Arbeitsnachweisvereins zu Wien ergibt, daß der Verein dieselben Ziele verfolgt wie unser Arbeitsnachweis. In Berlin ist'es gelungen, im letzten Berichtsjahre' 3700 armen Glaubensgenossen Arbeit zu verschaffen. Etwa 2700 konnten in festen dauernden Stellungen untergebracht werden. 236 Bewerbern konnte die Innehaltung des Sabbats und der jüdischen Feiertage gewährleistet werden. 15% der Untergebrachten waren Oesterreicher, jüdische Packer, jüdische Hausdiener sind zu Arbeit gekommen und haben sich bewährt. Das Vorurteil jüdischer Chefs muß vielfach noch überwunden werden. Das Netz der Arbeitsnachweise muß lückenlos ausgebaut werden. An diesem Ausbau müssen sifh beide Distrikte beteiligen. — Für den verhinderten Br. G insberg fügt Br,Finkel einige ergänzende Bemerkungen hinzü. Die Tätigkeit des Ordens auf dem Gebiete des Arbeitsnachweises Iritt im deutschen Distrikt in 6.S -Komitees in die Erscheinung, die in einem Verbände zusammengeschlossen sind. Fast an allen Logenplätzen sind Nachweise eingerichtet. Die Unterbringung der Ausländer macht Schwierigkeiten, weil in den Ostprovinzen (Posen, Schlesien, Ost- und Westpreußen) ständig die Ausweisung droht. Am schwersten haben es die ungelernten Arbeiter, die der deutschen Sprache nicht mächtig seien. Für solche Arbeiter müßten in ihrer Heimat Arbeitsstätten nach .Art der Arbeiterkolonie in Weißensee und der Arbeitsstätte, in Cöln eingerichtet werden. Auch F o r t b i 1 u n,g s - Stätten seien nötig, wo Qualitätsarbeiter herangebildet werden, die sowohl in den österreichischen Kronländern als auch außerhalb der Habsburgischen Monarchie, leicht Brot und Stellung finden könnten. Vor allem müßte in Galizien ein großes Netz von Arbeitsnachweisen geschaffen werden, um Frage und Angebot auf dem Arbeitsmarkte zu regeln. Die Großloge für Oesterreich könnte die vorbereitenden Schritte unternehmen und 'den Hilfsverein für die notleidende jüdische Bevölkerung "Gäliziens für das Unternehmen interessieren. Prof. Ehr mann dankt den Referenten für ihre Ausführungen und bemerkt, daß das industriearme Galizien die große Zahl der Arbeitslosen nicht beschäftigen könne. Auf Vorschlag von Br. K o h n erklären sich die Brüder aus Oesterreich bereit, die Anregung des Ausbaus der Arbeitsnachweise im Jv. Distrikt dem Wiener Hilfsverein weiterzugeben. Br. Stein referiert über den Antrag der Alemannialoge auf Herausgabe; einer Geschichte des Ordens zum 7 5jährigen. Bestehen des Ordens im Jahre 1918. Bf.Ti mendorf er erinnert daran, daß der Geschäfts- I ausschuß des VIII. Distriktes bereits beschlossen habe, die Anregung an das Exekutiv - Komitee in Amerika weiterzugeben, damit sich alle Distrikte mit dieser Frage befassen könnten. Die Brüder aus Oesterreich erklären sich mit dieser Behandlung einverstanden. Br. Metzenberg berichtet über das Thema „Kinderfürsorge". Der Referent erinnert an den Briefwechsel, den der deutsche Distrikt mit der österreichischen Großloge wegen Unterbringung eines österreichischen Kindes gehabt hat. . Die Anregung, Kinderfürsorge für verwahrloste Kinder in größerem Stil zu betreiben, ist von Br. Dr. Italiener - Darmstadt gegeben worden. Br. Metzenberg schlägt vor, Br. Italiener zu bitten, ein ausführliches Expose über die Frage dem österreichischen und deutschen Distrikte einzusenden. Die BBr. Sonnenschein und Ehrmatin schildern die traurigen Verhältnisse in Galizien und die Schwierigkeiten einer/ Hilfsaktion. Sie 'versichern ihr Interesse für die Angelegenheit ünd werden das Expose des Br. Italiener gern entgegennehmen. — Damit ist der Schluß der Sitzung erreicht. Br. Timendorfer spricht sich mit Genugtuung über den Verlauf der Tagung aus und erklärt die Bereitwilligkeit, gelegentlich auch derartige gemeinsame Besprechungen, in Oesterreich abzuhalten/ Der Vorsitzende Br. Ehrmann dankt für die Ehre der Uebertragung des Vorsitzes und für das Interesse der deutschen Brüder^ an den Sorgen für Galizien. t Qdt .. 4£°f^> ' — 4t —