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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1914-02-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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verfolgen können, im Uitext mit fortlaufendem Kommentar. In diesem bespricht er in knapper, aber lichtvoller, gediegener wissenschaftlicher Behandlung des vielseitigen entlegenen Stoffes alles grammatisch, religions-, kultur- und rechtsgeschichtlich Interessante. Ein Verzeichnis der in diesen Urkunden vorkommenden Personennamen sowie ein Glossar der in anderen Lexicis nicht vorkommenden aramäischen Wörter beschließt die kleine, gehaltvolle Schrift. In den „aramäischen Urkunden zur Geschichte des Judentums im V. und VI. Jahrhundert v.Chr." wendet sich die jüdische Gemeinde in Syene im Jahre 408 v. Chr. an den persischen Statthalter Bagoas in Jerusalem mit der Bite, ihr den Wiederaufbaudes vor drei Jahren von feindlichen Aegypten! zerstörten Tempels zu 'gestatten, damit auch fernerhin ..Speiseopfer, Weihrauchopfer und Ganzopfer" dem Gotte Jhw dargebracht werden könnten. Da diese Urkunden nicht nur für die Reli^ionsgeschichte 1 t von außerordentlicher Wichtigkeit>sind, 'sondern auch eine überaus wertvolle Bestätigung, und Ergänzung des im Buche Esra Kap. 5—7. Erzählten darstellen, das bislang von vielen nioderneh Bibelerklärern bestritten worden ist, sind auch diese Abschnitte auszugsweise im Anhang zum Vergleiche herangezogen. . i '« „Alte und neue aramäische .Pajpyri' bieten eine Uebersetzung und ausreichende Erläuterung - von 12 amtlichen Urkunden, 20 juristischen privaten Urkunden und 6 Ptivathriefen der jüdischen Militärkolonien in Elephantine, aus denen .wir ein farbenreiches Bild vom Leben und Treiben, von Handel und Wandel der jüdischen Exulanten daselbst, in Staat. Gemeinde und Familie gewinnen können. Die Lektüre der letztgenannten dieser kleinen, gut orientierenden Schriften kann auch dem für jüd. Kiillur- und Religionsgeschichte sich interessierenden Laien aufs beste empfohlen werden. Dr Holzer-Worms. Aus dem Verbände der Frouenuereimsunsen der U.O.B.B. Losen. Artikel und Berichte aus dem Verbände stehen unter Verai.tmortung der nedattien der Monatsberii^te der Gnssloge; t Manuskripte für Einsendungen die unter dieser Rubrik erscheinen sollen, 'werden jedoch zuvor an die Adresse Aon f 'Frau Julie Salinger Dresien-A., Ocbelsbergerstr. 20. erbeten Wohltätigkeit und soziale Fürsorge. Der Kampf ums Dasein hat schon in den frühesten Zeiten Unterschiede geschaffen, zwischen Starken und Schwachen, Lebenstüchtigen und Lebensuntüchtigen. Neben der Kraft war es die List, neben der Tüchtigkeit der Zufall, der die einen' zu Ungunsten der andern Erfolge erringen ließ. Oft war sogar das Verbrechen das Mittel, welches eine Partei Menschen mit Glücksgütern bereicherte, um die andere Partei in Jammer, Elend und Not zu stoßen. Hierzu kamen die Unterschiede, die die Natur selbst geschaffen, indem sie neben den Starken und Gesunden Schwache, Kranke und Krüppel hervorbrachte. — Diese Zustände erweckten bei dem besseren Xeile der Menschheit von jeher das Gefühl des Mitleids gegen Unglückliche; sie erweckten den Trieb zu helfen. Man wollte dem Mitmenschen, der Weh erlitten hatte, wohltun, um sein Weh zu mildern. So entstand die Wohltätigkeit, der Ausfluß edlen Menschentums. — Mit Stolz und Freude können wir Juden es aussprechen, daß kein anderes Volk der Erde so früh und in so hohem Maße Wohltätigkeit ausübte. Und der Sinn für Wohltätigkeit hat sich im Judentum von Geschlecht zu Geschlecht vererbt, sodaß noch heute, wo die Juden schon seit zwei Jahrtausenden kein geschlossenes Volk mehr sind, sondern verstreut in der Mitte anderer Völker leben, deren Sitten und Cebräuche sie zum großen Teil angenommen haben, daß noch heute die Wohltätigkeit als eine hervorstechende Eigenschaft des jüdischen Stammes bezeichnet wird. ■ »•••••«•••«••«»«••4 - Neben den Bestrebungen der Wohltätigkeit ertönt aber, seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts, immer lauter von allen Seitender Ruf nach sozialer Fürsorge. Soll die Wohltätigkeit denn »nun auf einmal ihre Bewertung als eine der edelsten Betätigt/ngen des Menschentums einbüßen•? Hat opferwillige Hilfsbereitschalt seinen Ehrenplatz in xler Reihe der edlen Menschheitsattribute verloren? Keineswegs! Die soziale Fürsorge ist eben nur der zeitgemäße Ausdruck der früheren Wohltätigkeit. — Die Immer mehr anwachsende Bevölkerungszahl, mit. ihren veränderten Lebensbedingungen und Lebenseinrichtungen hat die Unzulänglichkeit der althergebrachten Wohltätigkeit erwiesen. Die soziale Fürsorge will hier helfend eintreten. — Was ist denn nun eigentlich der Unterschied zwischen Wohltätigkeit und sozialer Fürsorge? Besteht ein solcher Unterschied überhaupt? a Gewiii besteht er! Die Wohltätigkeit will die Not lindern, überall, wo sie sie sieht. Sie tritt dort ein, wo sofortige Hilfe nötig ist. Die soziale Fürsorge will dem Eintreten der Not m öi^g liehst v o r beugen! Sie spürt den Ursachen dieser Not nach und will ihre Ursachen beseitigen. Diese Ursachen sind mannigfache, ihre Beseitigung erfordert die verschiedenartigsten Mittei. Die soziale Fürsorge hat daher ein ungeheures Arbeitsfeld j vor sich, das auch nur annähernd zu skizzieren im Rahmen dieses Aufsatzes ganz unmöglich ist. Die soziale Fürsorge erstreckt sich ja auf alle Lebensverhältnisse.. Sie richtet ihr Auge auf die körpetheh" und sittlich ungesunden

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