Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1914-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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in den Annalen unseres Ordens; sie sind gleichsam unsere immerwährenden Mitglieder. -. -' Das Gedächtnisbuch hat aber für uns noch nach einer anderen Richtung eine große Bedeutung und enthält eine gar sehr beherzigenswerte Lehre. Die stummen Daten und Buchstaben in der Totenliste führen eine beredte Sprache;' sie gemahnen uns, daß der Tod reiche Ernte unter uns hält, und daß wir, wie unser hochw. Großpräsident in seinem Berichte zu der letzten Großlogentagung sagte, „keinen grausameren und unerbittlicheren Feind haben als den Tod". (M.-B 1913 No. 11, S. 157.) Beim Lesen des Gedächtnisbuches wähnen wir aus den himmlischen Gefilden der Seligen folgende Mahnung zu vernehmen: „Wir sind von hinnen gegangen und unser Scheiden hat nach mancher Richtung in unserer Ordensfamilie Lücken hinterlassen. Diese Lücken müsset Ihr, die Hinterbliebenen, auszufüllen suchen; Ihr müsset für Ersatz, für Nachwuchs sorgen, soll der Orden auch fürderhin eine achtunggebietende Stellung im Judentum einnehmen und unserer Gemeinschaft das halten, was wir uns während unseres Wallens auf Erden, von ihm versprachen. Wir haben manches segenbringende Werk begonnen, manche heilsame Einrichtung begründet; diese Werke würdig fortzusetzen, diese Einrichtungen rüstig auszubauen, ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen, obliegt Euch,1 den Ueberlebenden. Dieses jedoch kann nur geschehen durch Zuführung neuer Mitglieder und durch Gewinnung neuer Mitarbeiter." Diese Mahnung, die uns die Totenliste eindringlich predigt, scheint in den letzten Jahren von unseren Logen und Brüdern ganz überhört worden zu sein. Das Erschließen neuer Plätze für unseren Bund hat fast ganz aufgehört und auch die Gewinnung neuer Mitglieder bewegt sich seit dem Jubiläumsjahr 1907 in nur sehr mäßigen Bahnen. Einige statistische Daten mögen das deutlicher zeigen: Im Jahre 1907 zählte unser Distrikt 7119 Mitglieder - - 1908 - - ' 7351 - - 1909 - - 7915 - - I 1910| - . - - 822ö , - 1911 - - - 8290 - - - 1912 - - - 8610 Ist ein Zuwachs von kaum 1500 Mitgliedern in 5 Jar ren an und für sich klein, so ist er noch verhältnismäßig geringer, wenn man sich vergegenwärtigt,-, daß seit 1908 e I f Logen mit einer Mitgliederzahl von 747 hinzugekommen sind. Diese unerfreuliche Tatsache, die die Leitung der Großloge mit Besorgnis erfüllt, hatte zur Folge, daß auf Anregung unseres Großpräsidenten vor wenigen Jahren in unserem Logenorgan eine Reihe von Städten aufgeführt wurde, in denen Logengründungen vorgenommen werden könnten. (M.-B. 1911 Nr. 11, S. 146.) Allein diese Notiz fand nicht die genügende Beachtung und der Erfolg ist ausgeblieben. — Es dürfte daher nicht ohne Nutzen sein, hier noch einmal unsere Logen aufzurütteln, sie an die Propaganda zu erinnern und unsere Brüder zur Entfaltung einer zielbewußten und eifrigen Werbetätigkeit aufzurufen. Vor einiger Zeit besuchte, mich ein Bruder aus Pittsburg in Amerika, der derzeitige Präsident der dortigen Loge. In unserer Unterhaltung kamen wir u. a. auch auf die Propaganda zu sprechen. Da erzählte mir der Amerikaner, daß der jeweilige Präsident seiner Loge vor Schluß einer jeden Sitzung den Brüdern die Propaganda einschärft mit dem dreimaligen Zuruf: „Werbet members, werbet members, werbet members!" Aus dem Tonfall, mit dem der Bruder diesen Zuruf mir mitteilte, entnahm ich, daß der Präsident der Pittsburger Loge diesen Appell an die Btüder mit den Hammerschlägen begleitet, um dieser Aufforderung zur Werbetätigkeit mehr Eindruck zu verleihen. Auch bei uns müßte von Zeit zu Zeit an die Propaganda erinnert werden. Außer dem Propagandaausschuß der Gfoßloge müßte in jeder Loge, soweit dies noch nicht geschehen ist, ein Propagandakomitee eingesetzt werden, das die Aufgabe hätte, am Platze der Loge und Umgebung neue Kandidaten für unsern Bund zu werben, und außerdem auch Anregungen dem Propagandaausschuß der Großloge zu geben. Denn dieser kann ohne Initiative, Winke und Ratschläge der einzelnen Logen propagandistisch nicht ersprießlich wirken. Zur Begründung einer neuen Arbeitsstätte gehört eine genaue Vertrautheit mit den örtlichen Verhältnissen des zu gewinnenden Platzes und vor allem gehören innige , Beziehungen zu den maßgebenden Persönlichkeiten an diesem Orte, Und dies können nur die Nachbarlogen der für uns in Betracht kommenden Gemeinden besitzen Ferner würde es sich empfehlen, daß der,Geschäftsausschuß und das Generalkomitee mehrere Male :m Jahre sich mit der Frage der Propaganda beschäftigten, damit auch die Logen und Brüder merken, daß unsere führenden Persönlichkeiten großen Wert auf die Ausbreitung des Ordens legen und