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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1914-02-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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gereihte Mitglieder gewirkt worden. Aber mit Recht rechnen wir auch ihre Leistungen dem Orden zu. Denn ohne die Vorarbeit, die der Orden an ihnen geleistet hat, hätten sie sich schwerlich zur Arbeit für das Judentum herbeigelassen. So sind die Logen immer gewesen und sind auch heute noch die beste Vorschule für alle jüdischen Organisationen. Wir stellen ihnen fast durchweg die Führer und überall die besten Vorkampfer, die Garde. Ob man den Gemeindetag, ob man die Hauptversammlung des Verbandes der deutschen Juden oder ähnliche bedeutsame Veranstaltungen besucht, man findet überall dieselben lieben, vertrauten Gesichter der «Brüder. „Was im deutschen Judentum nicht durch den Orden geschaffen wird, daß wird in der Ueberzahl der Fälle durch seine Mitglieder geschaffen. Qb in Zukunft es nicht nötig werden wird, mehr als bisher den Orden als solchen hervortreten zu lassen, das sei hier nur kurz gestreift. Es könnte jedenfalls dazu führen, daß wir besser als bisher die Befolgung unserer Ordenslehren auch bei unseren Brüdern kontrollieren könnten, die sie nicht selten im gegenseitigen Parteikampf vergessen. Es könnte dazu führen, daß wir uns feindlichen Schichten der Gesellschaft oder uns gegenüberstehenden Korporationen mit viel größerem Nachdruck unsere Ideale vorhalten könnten. Takt und Klugheit unserer Führer werden den rechten Weg zu finden wissen. Es soll nicht geleugnet werden, daß jetzt und auch unter den Brüdern Streitigkeiten waren, prinzipielle und nebensächliche. Das muß so bleiben, denn nur was kämpft, lebt Aber in einem waren wir immer einig, und in einem hat uns die Erfahrung im Gegenwartsleben der Judenheit recht gegeben, daß alles Gemeinschaftsleben unter uns Juden nur gedeiht, wenn es von den Idealen unseres Ordens durchdrungen ist. Ich, der ich auf dem Gebiete der Ordensgeschichte und der Ordenslehren, ich möchte sagen, nur Dilettant bin, habe auf dem politischen Kampfplatz für den heiligen Glauben der Väter, fpr unser gutes Recht, off genug im Kampf gestanden, wo er am heftigsten tobte. Und da "haber ich gefunden, daß uns am meisten" hilft und .alleiv. unserer Wei$heit letzter Schluß ist: „Israeliten^-vereinigen zur Förderung der höchsten und idealslttjiGüter der'Menscheit". Und weil das die Grundidee uBüeres Ordens ist, darum hat der Orden sich heutezum. beherrschenden Faktor im Gegenwartslerjen der Jodenheit entwickelt. Wer darum, wie wir alle es wollen, als Deutscher und als Jude leben und sich behaupten will, der muß mit uns allen seine Kraft für unsern geliebten Orden einsetzen nach dem Worte des Dichters: „Und setzet ihr nicht das Leben ein, Nie wird Euch das Leben gewonnen sein"! Unser Gedächtnisbuch. (Seihe Bedeutung und seine Mahnung.) E. F. Unsere Monatsberichte enthalten eine Rubrik, an der keiner unserer Brüder achtlos vorübergehen kann. Ich meine die Rubrik: „Aus dem Gedächtnisbuche der Großloge". Eine tiefe Wehmut beschleicht uns beim Lesen der Namen heimgegangener Brüder, mit denen uns ein inniges Band der Freundschaft und Brüderlichkeit hinieden verknüpft hatte. Wir begegnen daselbst Brüdern, die an ihrem Wohnorte für die Ausbreitung unseres Bundes mit Eifer und Hingebung gewirkt und dort die Begründung einer Pflanzstätte für unseren Orden herbeigeführt haben. Es sind dies die Mitbegründer unserer Logen, die als die „patres" unserer Ordensfamilie in unserer Mitte für alle Zeiten unvergessen bleiben. — Unter den Verstorbenen finden wir ferner Bruder, die durch hervorragende Geistesgaben, durch hinreißende Beredsamkeit, durch die gottbegnadete Kraft ihres Wortes ihre Mitbrüder zum Guten, Edlen und Schönen angeregt und begeistert haben. Dies waren die geistigen Führer ihres engeren Bruderkreises sowie des ganzen Distrikts, die, nachdem ihr Lebenslicht auf Erden erloschen ist, wie Sternenglanz am Firmamente unseres Ordens leuchten. — Und endlich werden wir an die Brüder erinnert, die während ihrer Zugehörigkeit zu unseren Reihen bescheiden und ruhig dahinwandelten, kein Amt in der Loge bekleideten und fast nie in die Erscheinung traten, jedoch im Stillen an unseren Ordensprinzipien in Treue festhielten und sie zum Heile der Gesamtheit betätigten. Geräuschlos, und ohne viel Aufhebens zu machen, haben sie so manches edle Werk gefördert, so manches gramerfüllte Herz erfreut, so manche Träne getrocknet und den Schmerz ihrer Mitmenschen gelindert. Die Einrichtung des Gedächtnisbuches in unserem Logenorgan zeugt von feinsinniger Pietät und Dankbarkeit Diese scheinbar überflüssige Totenliste legt Zeugnis davon ab, daß wir stets dankbaren Herzens all derer .gedenken, die zu unserer Fahne gehörten, daß wir die Treue, die sie uns im Leben bekundeten, mit Liebe und Treue über das Grab hinaus vergelten. Sie leben fort in unserer Mitte, unauslöschlich fort

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