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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1914-02-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Wiedergeburt der Gemeinschaftsarbeit war nur möglich in dem Milieu, das durch die Ordensarbeit mit jüdischem Leben erfüllt war. Hier aber hat sie in kurzer Zeit Wunder gewirkt und Erfolge gezeitigt, wie sie schöner nicht erhofft werden konnten. Gegenüber der Ruhe, die um die Mitte des vorigen Jahrhunderts bis zu der Zeit nahe seinem Ende über dem deutschen Judentum gebreitet war, hat eine heftige, in mancher Hinsicht sogar ejne stürmische Bewegung eingesetzt. Frischq Kräfte regen sich, neue Schaffensgebiete werden in Angriff genommen, die Grundsätze von gestern erschüttert heute der Kampf der Meinungen. Ist es dem Orden geglückt, in diesen unseren Tagen seine Hauptaufgabe gehörig zu verwirklichen: „Israeliten, zu vereinigen zur Förderung der höchsten und idealsten Güter der Menschheit'? Wollen wir die Erfolge erkennen, welche diese schönste, begeisterndste Grundlehre des Ordens mit sich gebracht hat, so müssen wir: nach der Stellung des Ordens im Gegenwartsleben der Judenheit fragen, wir müssen prüfen, wie sie ist, und wie sie sein sollte. Wenn ich dem Wunsche unseres allverehrten Großpräsidenten folge und daran gehe, die Frage in gedrängter Kürze zu beantworten, so muß ich im voraus um Ihre Nachsicht bitten. Einmal konnte ich bei der Knappheit der mir zur Verfügung stehenden Vorbereitungszeit, im Rahmen meiner Berufsarbeit und meiner sonstigen öffentlichen Tätigkeit dem heutigen Thema nur flüchtige Stunden widmen. Ferner ist mir das Ordensleben, das ich heute nur betrachten will und kann, soweit es sich in den deutschen Logen abspielt, längst nicht so bekannt wie die Tagesfragen der jüdischen Gemeinschaft, die freilich den besten Schlüssel zur Lösung unseres Problems hergeben. Endlich ist dem Politiker in mir die sanfte Sprache der Brüder, die zarte Rücksicht auf überkommene Traditionen nicht sonderlich vertraut. Wer freilich mit mir in der Brüderlichkeit vor allem die Offenheit begrüßt, der wird in meinen Ausführungen den Bruder finden. Wir beginnen mit der Betrachtung des Gebiets, "auf dem in den letzten Jahrzehnten gewaltige, allen Nöten zu Leibe gehende Arbeit für das Judentum geleistet ist, des sozialpolitischen. Hier haben auch die deutschen Logen sich am reichsten entfaltet. Es gibt keine Loge, die nicht in einem Zweige sozialpolitischer Tätigkeit mustergültiges leistete, viele in deren mehreren. Ich nenne nur unsere Ferienkolonien und Kinderhorte, unsere Krankenstationen und Erholungsheime, nicht zu vergessen das Soldatenheim der Metzer Loge. Die bloße Anführung der einzelnen Betriebe würde die ganze mir für meinen Vortrag gesetzte Frist ausfüllen. Fast überall haben die Brüder verstanden, auch die Schwestern der Loge in den Dienst ihrer menschenfreundlichen Ideen zu stellen. Die Arbeit wird durchweg so geleistet, daß der Unterstützte an ihr nicht die Wohltat, sondern die Erfüllung sozialer Pflichten erkennt, daß er sich nicht gedemütigt, sondern gestärkt und gehoben fühlt. Die Arbeit wird gewiß durch reichlich gespendetes Geld der Brüder ermöglicht, vor allem aber durch die Einsetzung der eigenen Persönlichkeit der Brüder veredelt und verschönt. Die Kraft der kleinsten wie der größten Loge steht hinter jedem sozialen Werke, das die Loge einmal unternommen. Ein grandioser Zug selbstlosen Eintretens für alles, was an ökonomischen Kräften schwächer ist, geht durch den Orden, harmonisch und von Beginn seiner Arbeit an sich immer stärker geltend machend. Nicht darauf, daß dfe Loge als Geberin erscheint, sondern auf den sozialen Erfolg lenken die Brüder ihre Tätigkeit. Sie sind auch für die Mitwirkung an jeder Arbeit zu haben, die sozialen Zwecken dient und von anderen Organisationen ausgeführt wird. Es ist für die Brüder selbstverständlich, daß sie auch indenanderen großen sozialen Körperschaften des Judentums mitwirken. Die alle deutschen Gaue umspannende Organisation des „Hilfsvereins der deutschen Juden" hat durch hervorragende Ordensbrüder ihre wirksamste Propaganda gefunden und baut sich nichtselten auf den Logen auf. Wirksamste Förderung im Orden fanden alle Bestrebungen der deutschen Juden, die soziale Zwecke verfolgert. Ob wir die Usteder Mit- \ glieder und Förderer von „Ahlem", von „Esra" oder der „Allianz" durchsehen, wir finden überall an.erster Stelle die Namen bekannter Brüder. Ueberall. wird wahrhaft sozial von unseren Brüdern und Logen gearbeitet. Man sieht sich den einzelnen Fall an, man verhält sich der jedesmaligen Sachbewandtnis entsprechend^ Richtig sozial ist auch, wenn man in den Kreisen, der Brüder einzusehen beginnt, daß es. nicht wohl getan ist, jeden Knaben, der sein Abiturientenexamen ohne Anstoß gemacht hat, dem akademischen Studium zuzuführen. Das Mitleid ist eine gute Sache, aber es rruß gepaart mit Verstand gehandhabt werden, sonst schadet es der Gesamtheit. Auf diese Weise wird dem unberechtigten und unnatürlichen Drängen jüdischer Eltern aus den unbemittelten Schichten, ihre Kinder, auch ohne daß sie Leuchten der Wissenschaft zu werden versprechen, nur des sozialen \forterls

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