Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1914
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1914-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Betten enthalten; je drei Wochen lang werden mittellose Besucher der Heilquellen zu Hot Springs in der Anstalt kostenlos verpflegt und behandelt werden. Die Kosten des Gebäudes und seiner Einrichtung belaufen sich auf 400 000 Mark. Im Gegensatz zu den übrigen Schöpfungen des Ordens trägt dies Hospital keinen konfessionellen Charakter: es öffnet seine Pforten allen Mühseligen und Beladenen ohne Unterschied des Glaubens und des Stammes. Erfreuliche Nachrichten kommet) wiederum aus London. Allenthalben pulsiert dort reges jüdisches Leben, und die Damen der ersten Kreise geben ihre strahlenden Salons zu Konferenzen, Vorträgen und anderen Veranstaltungen zum Zweck der Verbreitung von Kenntnissen über Palästina her. Unser Londoner Berichterstatter, Br. Dr. M. E p s t e i n , meint: „Von einer solchen Palästinafreudigkeit kann man nur Gutes erwarten; sie wird Kenntnisse verbreiten und das jüdische Gewissen schärfen. Die London-Loge setzt auf die Bewegung zugunsten der Kolonisierung des Heiligen Landes große Hoffnungen." Im Schöße der London-Loge wird neuerdings der Plan besprochen, in Jerusalem eine jüdische Universität zu gründen. Die letzte jüdische Anstalt dieser Art blühte vor mehr als achtzehnhundert Jahren zu Jabne oder Jamnia. „Wann wird die neue Hochschule erstehen?" fragt der Korrespondent „Wann es auch sein mag," schliesst er, „wir sagen nicht zu viel, wenn wir behaupten: sie darf auf den guten Willen unseres Ordens rechnen." Br. Dr. Eugen Wölbe (Montefiore-Loge zu Berlin). Bücherschau. Soziale Ethik im Judentum. Zur fünften Hauptversammlung in Hamburg 1913 herausgegeben vom Verband der Deutschen Juden. Verlag Kauffmann 1913. Eine Reihe ausgezeichneter Aufsätze, die eine vornehme Apologetik des Judentums darstellen.. Es werden behandelt: die Schöpfung des Mitmenschen, Staat und Gesellschaft, Recht und Rechtspflege, Mildtätigkeit, die Frau im Judentume, Erziehung und Schule, Volksbildung, der Sabbat, das Gottesreich. Die Artikel sind ' lebendig. geschrieben und anregend und bieten trotz ihrer Kürze reiches Material. Von den Volksschriften über die jüdische Religion, herausgegeben von Dr. I. Ziegler, sind drei neue Hefte erschienen : Die Propheten Arnos und Hosea vom Herausgeber, Der Optimismus des Judentums von Dr. I. Scheftelowitz-Cöln, und Die Mischna von Prof. Kraasa-Wien. Verlag J. Kaufmann 1913. Die Hefte sind volkstümlich gehalten und belehrend. I)r A. Kohut: Gekrönte und ungekrönte Judenfreunde. Verlag Dr. Bäsch & Co., Berlin. Eine Reihe judenfreundlicher Fürsten und Staatsmänner (Kaiser Friedrich, König Eduard u.a.), Gelehrter, Schriftsteller werden in ihren Beziehungen, meist mehr zu den Juden als zum Judentum, dargestellt. In der Auswahl ist Vollständigkeit nicht erstrebt, und der apologetische Gesichtspunkt tritt vielfach hinter dem Interesse für das objektiv historische Essai zurück. Georg J. Plotke: Heinrich Heine als Dichter des Judentums. Verlag ~C. Reisner. Dresden 1913. Sehr anziehend wird geschildert, wie Heine die verschiedenen Phasen vom Nationaljudentum, Skeptizismus bis zum religiösen Judentum durchgemacht hat. . Kaplun-Kogan: Die Wanderbewegungen der Juden. Verlag Marcus u. Weber. Bonn 1913. Die wichtigste Frage der jüdischen Sozialpolitik, das Wanderungsproblem wird hier aufgerollt. Nach einej histcrischen Skizze, die die Gründe und Wege der jüdischen Wanderungen im Altertum, im Mittelalter und in der Neuzeit behandelt, wird ausführlich die überseeische Auswanderung der russischen Juden in der Oegenwart dargestellt. Dje wirtschaftliche Lage der russischen Juden und die soziale Schichtung der Auswanderer wird besonders berücksichtigt Dr. E. Bischoff: Die Elemente der Kabbalah. 1. Theoretische Kabbalah. Verlag Herrn. Barsdorf. Berlin 1913 Eii\ christlicher Forscher versucht hier, das meist nur dem 3amen nach bekannte Gebiet der Kabbalah dem modernen Tipfinden näher zu bringen. Im ersten Teil entwickelt er die Grundgedanken der Kabbalah und weist christliche Elemente in der Kabbalah (Glauben an eine Dreieinigkeit) \ nach. Im zweiten Teil gibt er kabbalistische Texte in deutscher Uebersetzung mit Erklärungen. Hans Landsberg: Henriette Herz, ihr Leben und ihre Zeit Verlag Kiepenheuer Weimar 1913. Ein Bild der Berliner Salons der bekannten (getauften) Jüdinnen und eine große Anzahl von Briefen berühmter Persönlichkeiten aus jener für das Judentum nicht gerade rühmlichen Zeit. Das neueste Heft der Mitteilungen für jüdische Volkskunde enthält u. a. „Jüdische Redensarten und Parodien aus Litauen" von Gonzer, eine Uebersetzung des alten jüdisch-deutschen Frauen-Andachtsbuches Zeena ureena (Fortsetzung . Rudolf L e s z a n s k \ (Montefiore-Loge). Monumenta Talniudica. Unter Mitwirkung zahlreicher Mitarbeiter herausgg. von Dr. S. Funk, Rabb. in Boskowitz, Hofrat Prof. Dr. Neumann in Wien, Prof. Dr. Wünsche und Prof. Dr. Winter in Dresden. Erster Band. 4 Hefte, und Zweiter Band,. Heft 1. Orion-Verlag, Wien und Leipzig 1913. Nur wenige Werke dürfen sich so ungeteilter, lebhafter Sympathie, so begeisterter Aufnahme seitens aller Kreise rühmen, in denen Verständnis und Interesse für die großen Fragen geschichtlichen Lebens, religions-