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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Die amerikanischen Logen haben mit dem Beginn des Winterhalbjahrs bereits ernste Arbeiten in Angriff genommen, an deren Spitze die Gründung -eines „Reichsvereins zum Schutze gegen öffentliche Verleumdung" ("Anti - Defamation League of America") steht. Der Verband hat den Zweck, gegen jede Kränkung der amerikanischen Juden auf der Bühne, in Zeitungen, in Versammlungen etc. zunächst auf dem Wege friedlicher Unterhandlung und — falls diese nichts fruchtet — mit gesetzlichen Maßregeln vorzugehen. Erscheint z. B. in einer Zeitung ein beleidigender Artikel gegen die Juden, so wird dieser von Seiten des Verbandes unter dem Schutze des Preßgesetzes sofort widerlegt. Oder: werden in Lehrbüchern Stücke judenfeindlichen Inhalts gefunden, so tritt der Verband bei der betr. Schulbehörde für die Beseitigung dieses Lehrbuches, bezw. für dessen Ersetzung durch ein anderes ein. Wir würden von der Gründung dieses Bundes, dem bereits die angesehensten Glaubensgenossen sich angeschlossen haben, keine Notiz nehmen, wenn es nicht die Ordensleitung ' unter Führung des hochw. Präsidenten Br. Adolf Kraus wäre, die ihn als eine Institution des Ordens B'nai B'rith ins Leben gerufen hat. Der Bund scheint übrigens eine Notwendigkeit im Leben der amerikanischen Juden heit darzustellen; denn fast jede Nummer unseres Bundesorgans weiß von Schritten der einzelnen Logen und der Großloge gegen die zunehmende Verhöhnung unserer Glaubensgenossen auf den amerikanischen Lust- und Lichtspielbühnen zu berichten. In der vorliegenden Nummer lesen wir eine Eingabe der Großloge des 2. Distrikts mit den Unterschriften ihrer Würdenträger sowie der Rabbiner und der jüdischen Zeitungsverleger der Stadt Cleveland (Ohio) an das staatliche Filmzensuramt sowie die mündliche Antwort des Direktors J. A. M a d d o x - .V" _ * p der ein baldiges gesetzliches Verbot von Judenkarikaturen auf den Lichtspielbühnen in Aussicht stellt. Der Reichsverband hat es sich ferner zur Aufgabe gestellt, dem versteckten J> e e 1 e n fa n g in den Schulen entgegenzutreten. Die Methodisten treten nämlich an die Schulvorstände mit der Forderung heran, das . Bibellesen als Unterrichtsgegenstand einzuführen. Verschiedene Logen haben bisher erfolgreich gegen' dieses von konfessionellen Deutungen begleitete Bibellesen Einspruch erhoben; in der Berichtszeit hat der ehrwürdige Br. Simon Wolf bei den Logen des 5. Distrikts eine Rundfrage halten lassen, nach deren Ergebnis er eine parlamentarische Aktion bei den gesetzgebenden Körperschaften des Staates Nord Carolina - r , einleitete, mit dem Erfolge, daß die Einführung des Bibellesens mit 18 gegen 4 Stimmen abgelehnt wurde. Von anderen Erfolgen des Ordens seien erwäh(it wiederum auf Einspruch des Br. Simon Wolf hat,das Einwanderungsbüro des Handelsministeriums bestimmt, daß die Rückbeförderung der von der Einwanderung ausgeschlossenen Juden nicht an jüdischen Feiertagen stattfinden dürfe. Ebenso hat der Generalpostmeister der Union verfügt, daß die Postbeamten jüdischen Glaubens an den hohen Feiertagen ohne weiteres dienstfrei sind. Während der letzten Herbstfesttage sind die in den Baracken auf der Insel Vancouver stationierten jüdischen Soldaten die Gäste der Theodor Herzl - Loge und der Gemeinde Beth Israel zu Portland (Oregon) gewesen. Von einer ganz besonderen Auszeichnung wissen diesmal die „B'nai B'rith News" zu melden: PräsidentWilsonhat unsern Br. Henry Mergenthau , Mitglied der Jordan-Loge zu New York, zum Gesandten der Union bei der Pforte ernannt. Wir erfahren aber auch eine weniger erfreuliche Nachricht: nach fünfunddreißigjähriger Amtstätigkeit hat soeben der Direktor des Ordenswaisenhauses zu Cleveland (Ohio), Br. Dr. S a m u e I W o I f e n s t e i n, sein Abschiedsgesuch eingereicht. Der Vorstand des Heims hat dem Scheidenden unter Bewilligung einer angemessenen Pension mitgeteilt, seine Ernennung zum Ehrenmitgliede beider nächsten Großlogentagung zu beantragen und im Sitzungssaal sein lebensgroßes Bild in Oel anzubringen. Auch mehrere andere Damen und Herren des Verwaltung»- und Beamtenkörpers jener großen Anstalt haben ihre Aemter niedergelegt. Zum Nachfolger des verdienstvollen Dr. Wolfenstein wählte der Vorstand seinen bisherigen Assistenten, Mr. Simon Peiser. Hoffen wir, daß dieser seines Amtes mit dem gleichen Eifer und dem gleichen Erfolge walten wird wie sein Vorgänger! Unterdessen geht das B. B.-Heim für verwaiste und verlassene Kinder des dritten Distrikts zu Erie (Pennsylvanien) seiner Vollendung entgegen und dürfte bereits eingeweiht sein, wenn dieser Bericht in die Hände unserer Brüder gelangt. Die vorliegende Nummer unserer Zeitschrift ■ enthält die Geschichte dieser Institution, um deren gedeihliche Entwicklung sich der Exgroßpräsident Br. Isadof Sobel das größte Verdienst erworben hat. Auch die Vollendung des Leo N. Levi-Gedächtnis- Hospitals zu Hot Springs (Arkansas) ist im neuen Jahre zu erwarten, nachdem am 7. November v. J. der Grundstein gelegt worden ist. Die Anstalt wird

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