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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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usw.) wird der geistige Sonderausschuß der Großlogt bereitwilligst die Obmänner unterstützen. 2) Vereinigung von benachbarten Logen zu Zweckverbänden, zu gemeinsamer Förderung von Kinderhorten in eugenischem Sinne, von Landerziehungsheimen und Kursen, wie sie Heidelberg in so vorbildlicher Weise ins Leben gerufen hat. Nur kommt uns nicht mit dem lächerlichen Einwurf: „Bei uns interessiert man sich nicht für so etwas." Macht es Euch klar und schreit es den Brüdern und allen Juden immer und immer wieder ins Ohr, daß wir aus zwei inneren Motiven „jüdische Eugenik" treiben müssen: als deutsche Staatsbürger und als Juden. Der moderne Staat verlangt vollsaftige, voHkräftige Elemente, die auch körperlich jeder Anforderung genügen; die nicht bloß geistig elastisch und agil sind. Und aus diesen Erwägungen heraus ist es zu begrüßen, wenn in einzelnen Orten der konfessionelle Frieden gemeinsames eugenisches Arbeiten ermöglicht; wenn die gemeinsamen Ziele gemeinsame Kräfte auslösen, wenn ein friedliches Streiten zur immer wieder sich erneuenden Vergleichung der noch fehlenden Eigenschaften anstachelt. Und es muß Ehrenpflicht der Logen sein, dieses günstige Verhältnis in jeder Weise zu fördern. Wo dies aber nicht möglich ist, da muß der „jüdische Gedanke" sich zum staatsbürgerlichen gesellen. Geburtenrückgang, erschwerter Da seinskampf.Feinde von innen und außen! Ungebrochene Rassenkraft kann allein vor Entartung schützen; geschwächte Völker gehen langsam zu Grunde; der eiserne Tritt der Weltgeschichte zermalmt, was nicht kernstark sich zeigt, was nervös reizsam oder körperlich morsch in der Widerstandskraft vorzeitig erlahmt. — Noch braucht uns nicht allzubange zu sein. Wenn es uns gelingt, die guten seit Jahrhunderten uns schützenden Kräfte: Mäßigkeit, vernünftige Lebensweise usw. wieder zu beleben, bewußt zu beleben und durch systematische Entwicklung zu steigern; wenn es uns gelingt, der Landflucht Einhalt zu tun, die Großstädte zu entlasten und damit körperliche und geistige Gefahren abzuwenden, dann werden die Vorwürfe und Einwände verstummen, die uns leider aus unseren Kreisen nicht vereinzelt entgegenhallen, „daß unsere eugenischen Bestrebungen den „Körper" zu sehr und den „Geist" zu wenig berücksichtigen; daß sozusagen Jerusalem und Athen ewig blühen und Sparta zu Grunde gegingen sei." Ihr Toren: Neue Zeiten — neue ideale! Eines schließt das andere nicht aus. Im Gegenteil! Aber zu keiner Zeit war ,der Besitz und die Forterbung gesunder Nerven und robuster Konstitutionen unserm Stamme so bitter nötig als in der unsrigen. Und vor allem : Der Starke, Kräftige duckt sich nicht und hält tapfer zu seiner Fahne. Die Geschichte eines Volkes wird oft von einem Fähnlein Aufrechter gemacht, di e ihre Faust auch brauchen können; und nicht von schlappen Stöhnern, sentimentalen Fortwurstlern und stumpfen Resignierenden. Unsere körperliche Schwäche und unsere Minderzahl war nicht zum wenigsten Ursache unserer Schmach. — Einer unserer hervorragendsten und angesehensten Ordensbrüder beantwortet unsere Rundfrage mit folgendem Wort: „Die Anregung, daß sich die Logen mit der Eugenik befassen müssen, ist nichtbloß nützlich, sondern auch nötig, um den Verfall unseres Stammes aufzuhalten. Der übertriebene Luxus unserer Kreise und die damit verbundene Verweichlichung muß energisch' bekämpft werden; denn diese beiden Momente verursachen die schädliche Ehescheu, das Hinaufrücken des Ehealters, die abnehmende Kinderzahl usw. So zählt meine Loge unter 100 Brüdern 18 Junggesellen, 8 kinderlose und Q einkindrige Ehen — und wie'; bei uns, ist es auch anderswo". Obmänner heraus! Sollte es nicht möglich sein, daß die Einzellogen sich zum Mittelpunkte aller Bestrebungen machen, die die Vereinfachung der Sitten bezwecken? Sollte es nicht möglich sein, daß von diesen Brennpunkten jüdischer; Intelligenz energische Propaganda für vernünftige Lebensreform einsetzt? Daß durch Vorträge vor heranreifenden älteren Jünglingen und Mädchen ihr Sinn für eugenische Pflichten geweckt und geschärft wird? Daß der Jugend die Gefahren der Frühreife fortwährend vor Augen geführt, die Berufswahlen in richtige Bahnen gelenkt, die Lehrer und Rabbiner um Unterstützung im Unterricht und Gottesdienst gebeten werden? Stiftet Bücherprämien, die nicht bloß sentimentale Ghettogeschichten behandeln, sondern die Gestalt des ,neuenjuden",der sich kraftvoll gegen ererbte Schwächeanlagen auflehnt und aktive Eugenik treibt!-- Von diesen Gedanken ließ, sich der engere eugenische Großlogenausschuß (Prof. Goldstein, Dr. Moses, Dr. Groß) führen, als er neulich in Weimar zusammentrat und die Ergebnisse der Rundfrage besprach. Auf diesem klassischen Boden muß jedem der Sinn geschärft werden für den Segen einfacherSitten. Möchten die speziellen Vorschläge, die wir im eugenischen Sinne demnächst dem Sonderausschuß für geistige

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