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Bericht der Großloge für Deutschland · 1914-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1914
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1914-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Ruder-, Sport-, Turn- und Wandervereine, Ferienkolonien, Erziehungsheime, Obstbaukurse, Schrebergärten usw.; ferner wünschten wir Mitteilung, ob die betr. Loge mit den allgemeinen eugenischen Problemen Fühlung nähme (vorbeugende, kräftigende, aktive Konstitutionshygiene, üeisteshygiene, Geburtenrückgang, Berufswahl usw.); dann ersuchten wir um Namhaftmachung, eines geeigneten Obmannes als unsere Vertrauensperson und schließlich erbaten wir Anregungen. — Nur -' aller deutschen' Logen ließen sich herbei zu antworten. Der Sonderausschuß dankt ihnen für die. Unterstützung seiner mühseligen Arbeiten. Die anderen Logen aber, die es nicht der Mühe für wert hielten, wenigstens eine kurze Antwort abzusenden, bittet er, die Rundfrage nochmals ernstlich zu erwägen, * ■ * das Versäumte nachzuholen und wenigstens uns einen Vertrauensmann zu nennen. Unser Ziel: „körperliche und geistige Wiedergeburt unserem Stamme zu schaffen" verlangt die Mitarbeit aller Brüder als selbstverständliche Ehrenangelegenheil. — Nun zu den Antworten, die wir erhalten haben. Bedauerlicherweise scheint fast allgemein det Begriff „Eugenik" noch immer zu eng gefaßt zu werden; als ob es sich bloß um die „körperliche" Ertüchtigung handele. Demgemäß wird berichtet, daß „schon längst" Ferienkolonien, Turn-Wandervereine gefördert werden. Interessant ist, daß die westdeutschen Logen, vor allem aber die Danmark-Loge, berichten, daß man in ihren Orten konfessionelle Abspaltungen in dieser Hinsicht nicht kennt, daß vielmehr jüdische und christliche Turner, Sportler u. dergl. in denselben Vereinen in hohem Wettkampf am Ausbau der Körperkraft arbeiten. Vorausgesetzt, daß alles andere klappt, wäre dies natürlich der ideale Zustand. Und den betreffenden Logen würde die dankbare Aufgabe zufallen, immer mehr Brüder und deren Kinder diesen Bestrebungen zuzuführen und die anderen jüdischen Vereine, Jugendverbände usw. durch Preise und Auslobungen heranzuholen. (Auch einige norddeutsche Logen scheinen in dieser Hinsicht zufrieden zu sein.) |; Andete Aufgaben hätten aber die Logen zu erfüllen, die gezwungen sind, infolge der örtlichen konfessionellen Vorurteile jüdische Sonderturn- und Sportklubs zu gründen resp. zu unterstützen. Der Osten unseres Vaterlandes, besonders Oberschlesien, Posen, Sachsen scheinen in dieser beklagenswerten Lage < zu sein, aus leider allzubekannten Gründen. Zum Unglück. beklagen sich auch noch einige dieser Logen, daß in ihren Orten unter den Juden selbst für; „so etwas" kein Interesse bestehe. Kartenspiel, Kaffeehaus, Theaterbesuch, Kino, Zusammenhocken in schlechter, verbrauchter, tabakerfüllter Luft werden nach des Tages .Arbeit am Abend bevorzugt. Der Logenpräsident, der hier nicht mit eisernem Besen eingreifen kann» und seine Löge zum örtlichen Mittelpunkt eugenischer Wiedergeburt nicht erheben will, arbeitet nicht zum Wohle unserer Gemeinschaft! Er möge wirken und wachen. — Daß demgegenüber bei vielen Brüdern ein heißes Sehnen nach körperlicher Ertüchtigung, die bittere Einsicht und Erkenntnis in eugehtsch nutzlos, verbrachte Lebensjahre besteht und der Wunsch, für sich, Kinder und ätammesgenossen möglichst Abhilfe zu schaffen, ererbtex. und gedankenlos weitergeschleppte DenktorheiteV zu bekämpfen, geht aus mancher der anderen Antworten deutlich hervor. Eine westliche Loge regt an, besonders der Eugenik bei den russischen und polnischen Einwanderern, die seit Jahren in einer sehr beträchtlichen Zahl in Hessen leben, näherzutreteiL^eine andere, dem jungen Mädchennachvvllcttsaer kaufmännischen. Berufe; ferner wird gewünscht, Keuschheitsbünde unter den jungen Studenten und Kaufleuten zu fördern usw. usw. Wer unsere bisherigen Arbeiten im Logenblatt studiert hat, wird merken, daß mit sotehen Gedanken unsere Absichten sichtlich gefördert werden. Nicht bloß Turnen und Rüdern und Wandern gilt es zu unterstützen; es gilt auch den Ursachen unserer nervösen Reizsamkeit (verfehlte Erziehung, falsche Galten- und Berufswahl, sexuelle Frühbetätigung, Tabakmißbrauch u. dgk) nachzuspüren; es gilt über falsche Ernährungsweisen (übermäßiger Fleisehgenuß, Hotelkost, dumme Ferienerholung in „gentilen" Luxushotels mit Riesen-Diners usw.) aufzuklären, der Jugend den Nutzen und die Moral einer einfachen Lebensweise vorzuführen, sie immer und immer wieder zu lehren, ihre Vergnügungen von Geld unabhängig zu machen. Zwei Wege gibt es für die Logen als Mittel zum Zweck: 1) Einsetzung eines eugenischen Ausschusses und strengste Verpflichtung desselben, mit aller Energie diese Fragen zu fördern und nicht mehr aus dem Auge zu lassen. Die Loge muß die örtliche Zentrale für sie werden. (Schrebergärten, Obstbaukurse, Wanderungen, Jugendturnen usw.) Mit Material zu Studienzwecken (Genealogie, Geistesentlastung, Berufswahl

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