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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-12-01 · Nr. 13 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 13 - Dezember
Date
1913-12-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Wenn wir Schwestern als vollgültige Mitglieder in unseren Logen haben, dann brauchen wir keine Sondervereinigungen, dann brauchen wir vor allem nicht doppelt Zeit, Kraft und Geld für besondere Frauenvereine. Es gibt doch nichts in unsern Beratungen, was die Frauen nicht hören, an dem Sil nicht teilnehmen können; wohl aber gibt es viele Gebiete — ich brauche nur an Erziehungs- und Berufsfragen zu erinnern — auf denen sicherlich die Frau besser Bescheid weiß, als ein noch so gut unterrichteter Mann. Ich halte keinen der Gründe, die man gegen eine solche Mitarbeit der Frauen — sie sind ja in dem von mir bereits erwähnten Beer'schen Korreferat von 1911 zusammengestellt — anführt, für durchschlagend. Gelänge uns diese Mitarbeit der Frauen, dann hätten sie die ihnen im Orden gebührende Stellung, dann würden sicher unzählige Frauen, die uns jetzt völlig indifferent gegenüberstehen, ehrliche warmherzige und treue Anhänger unserer Bestrebungen sein, würden sie sicherlich die Keime unserer Anschauungen und Bestrebungen in hunderte junge und empfängliche Herzen legen. Denn mögen wir hier noch so sehr reden und raten, was hilft es uns, wenn wir die jugend, deji Nachwuchs nicht haben. Aus diesem Empfindenvneraus sind die Logen doch auch so warm für die Jugendvereine eingetreten. Die Gefahr ist aber — besonders in den Großstädten — da, daß die Jugend nicht in dem Maße, in welchem wir es wünschen müssen, zu uns kommt, besonders da der Ring, den der Antisemitismus um, uns alle geschmiedet, beim Nachlassen das Druckes sich allmählich mehr und mehr lockert. * Aus diesen Erwägungen heraus bin. ich ein unbedingter Anhänger der vollständigen Gleichberechtigung der Frau im Orden geworden. Denn darin erblicke ich das, was wir doch alle innig wünschen: eine Förderung und einen Segen für den ganzen Orden. Aus dem Bureau der Großloge. Br. Expr. Margolius hat in der Hohenzollern-Loge ein Referat gehalten,das sich mit dem„E.F."gezeichneten Aufsatz der Sept.-Nummer d. J. „Wollen und Können" beschäftigt. Br. Margolius tritt dafür ein, daß die von Br. E. F. gewünschte Stärkung der Großlogenfonds nicht so sehr für äußere Ereignisse Verwendung finden möchte, als für die Interessen m Not befindlicher Brüder. Die Devise des Ordens „alles für andere, nichts für uns" bedürfe einer Umänderung. Die edlen Bestrebungen des Ordens müßten eigentlich zunächst in allererster Reihe bei den eigenen Brüdern beginnen. Br. Margolius wird wohl nicht bestreiten können, daß der einzelne Bruder in den Logen des deutschen Distriktes, sofern er in Not geraten ist, die nach den Verhältnissen mögliche Hilfe findet. Es wird vielleicht auch nicht unbekannt sein, daß einzelne Logen besondere Fürsorgetätigkeit durch Fonds, Stiftungen und dergleichen ausüben. Der Grundsatz^ aber, an erster Stelle den Orden zu einer gegenseitigen Hilfsorganisation zu machen, ist im Jahre' 1896 für alle Zukunft aufgegeben worden, indem der Beschluß gefaßt wurde, die in den ersten Jahren eingerichtete Reliktenkasse dürfe als allgemeine Ordenseinrichtung niemals wiederkehren. Aus jener Zeit stammt die Devise „alles für andere, nichts für uns". Verein für Arbeitsnachweis E. V., begründet von den Berliner Logen U. O. B. B., Monbijouplatz 10. Der Rechenschaftsbericht über den Arbeitsnachweis in den Monaten Oktober und .November kann eine wesentliche Belebung des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage auf dem hauptstädtischen Markte nicht feststellen, wenngleich die vorschreitende Saison eine Belebung für einige Branchen im Gefolge gehabt hat. So wurde durch unsere für alle Teile unentgeltliche Vermittlung von 620 Bewerbern, die unsere Dienste in Anspruch nahmen, 588 Personen (49 in Stellungen mit Sabbathheiligung> — 267 Kaufleuten, 149 Handlungsgehilfinnen und 172 gewerblichen Arbeitern — die jeweilig geeignete Arbeitsgelegenheit nachgewiesen. . Wiederum tonnte einem Teil der arbeitslosen Petenten vorübergehende Beschäftigung in unserer Abteilung „Schreibstube" gewährt werden. Es wäre sehr wünschenswert, wenn diese Abteilung, in welcher Schreib- und Maschinenarbeiten, Vervielfältigungen, Versand von Reklamen etc. schnell und korrekt ausgeführt werden, von einem immer größeren Teile von Arbeitgebern in Anspruch genommen würde. Durch diese Einrichtung ist der Verein in die Lage

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