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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-12-01 · Nr. 13 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 13 - Dezember
Date
1913-12-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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allerdings ihrem ganzen Werte und Umfange nach nicht von allen BBr. genugsam gewürdigt werden. In vielen Logen sind die Frauenvereine auch im besonderen Maaße bei den Geselligkeitsveranstaltungen tätig, aber diese Tätigkeit tritt bezeichnenderweise mehr und mehr hinter der sozialen Tätigkeit der Frau zurück. Die Zahl der Logen-Frauen vereine ist jetzt auf über 30 gestiegen, von denen 18 dem Verbände angehören. t - Daneben hat man noch in verschiedenen Logen den Versuch gemacht, die Frauen — ohne daß eine besondere Organisation besteht — durch gemeinschaftliche offene Logen mit Diskussion für die Logen zu gewinnen. Dies hat man mit gutem Erfolg in Elberfeld-Barmen, früher auch schon vereinzelt in Lissa getan. "Es ist dies ein Weg, der m. E. noch viel zu wenig begangen wird, denn gerade an den Orten, wo znfolge der schon bestehenden Vereine ein nennenswertes Gebiet ,für einen Frauenverein nicht besteht, ist hier der Weg gewiesen, auf dem tätiges Interesse der Frauen für unsere Bestrebungen bei richtiger Leitung zu erwecken ist Es ist nun — insbesondere bei den Erörterungen über den Lögenbesuch — davon die Rede gewesen, daß die Mitarbeit der Frauen den Logenbesuch heben würde. Ich habe deshalb in einem Rundschreiben, das ich an den Verband der Logen-Frauenvereine und an die diesem Verbände nicht angehörigen Logen schickte, insbesondere die Frage gestellt ob das Bestehen der Frauenvereinigung von irgend einem Einfluß auf den Logenbesuch war. Die sämtlichen Logen — mit einer Ausnahme — hatjen einstimmig erklärt, daß das Bestehen der Frauenvereine ohne jeden Einfluß auf den Logenbesuch sei; nur die Lothringen-Loge meint, daß die Schwesternvereinigung „etwas" den Besuch beeinflußte. Dagegen hat mir der „Verband" geantwortet daß der Besuch in denjenigen Logen, in denen auch die Frauen zusammenkämen — das soll wohl heißen, an demselben Tage, an welchem auch die Männer Sitzung haben — meist ein bedeutend größerer sei. Also da, wo dies nicht der Fall ist si^Ä/die Frauenvereine auch wohl ohne Einfluß auf den Logenbesuch. In zwei Fällen haben mir auf meine Anfrage an Stelleder l£ogenpräsidentendieVorsitzenden der örtlichen Frauenvereine geantwortet. Diese haben wiederum erklärt, daß der Logenbesuch durch die Frauenvereine gefördert worden ist Die Auffassung der Frauen steht also in dieser Frage der der Männer diametral gegenüber. Mir scheint es, daß nach diesen Antworten das Bestehen oder Nichtbestehen eines Frauenvereins — abgesehen wenn die Sitzungstage zusammenfallen — auf den Besuch der Logen ohne Einfluß ist; ein Ergebnis, das ich allerdings nicht erwartet hätte. Allerdings sind von Seiten der Frauen vielfach wertvolle'Anregungen gegeben worden, wie mir von verschiedenen Seiten berichtet wurde. Dadurch trat in den betr. Logen eine Belebung des Logenlebehs ein. Wenn ich auch ein historisches Referat zu halten habe, meine eigene Meinung also — zumal bei einem Vertagungsantrag — gar nicht ins Gewicht fällt, so möchte ich damit doch nicht hinter dem Berge halten. Die ganze Behandlung der Frauenfrage im Orden erklärt sich m. E. noch aus den Zeitverhältnissen zur Zeit der Gründung des Ordens. Damals gab es keine Frauenfrage,' damals war die Frau einzig auf das Haus beschränkt, was darüber hinausging, reichte nicht an sie heran. Das ist andersgeworden, gründlich anders geworden. Heute hat die Frau tausendfach auf den verschiedensten Gebieten in praktischen und theoretischen Fächern ihre geistige Ebenbürtigkeit gezeigt stärker und stärker fordert sie politisch ihr Recht. Sie hat so zwingend den Beweis ihres Wollens, ihrer geistigen Fähigkeiten und ernsten Strebens gebracht, daß unsere Stellung zu ihr auch eine ganz andere geworden ist Diese Folge ergibt sich weiterhin auch schon aus der ganzen Entwicklung des ludentums, die den Juden fast ausschließlich in die Großstadt trieb. Die großstädtische Frau der Gegenwärt ist aber grundverschieden von der bei der Gründung des Ordens existierenden Frau. Ich betrachte die erziehliche Seite des Ordens als eine unserer Hauptaufgaben und da sollten wir gerade vor den Frauen halt machen, deren Erziehung zu unsern Interessen.unsernWünschen, unsernBestrebungen mir noch ungleich wichtiger erscheint als die der BBr.! Denn s i e sind es doch schließlich, die in erster Linie unsern Nachwuchs, unsere Zukunft zu bilden und zu erziehen haben; sie sind es, die die Kinder mit dem Geiste erfüllen müssen, den wir ihnen wünschen. Darum würde ich es für das Richtigste halten, wenn Bruder und Schwester in gemeinsamer Tätigkeit i n den Logen arbeiten. Das ist in gewissem Sinne heute schon möglich. Wenn auch die Teilnahme der Frauen an Arbeitssitzungen nach unsern Statuten ausgeschlossen ist, so sind doch gemeinsame Beratungen von Aufgaben möglich, die auch seitens der Frauen gelöst werden können. In mancher Loge sind auch Frauen Mitglieder der verschiedenen Ausschüsse.

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