Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 13 - Dezember
- Date
- 1913-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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versetzt, Bewerbern, die sich in dringender Not befinden, zu sofortigem Verdienst zu verhelfen. — Bei dieser Gelegenheit richten wir an alle Brüder, die Arbeitgeber sind, die dringende Bitte, sich bei vorkommenden Vakanzen usw. an unsere Arbeitsnachweise zu wenden, um auf diese Weise unsere Tätigkeit zu fördern. Gleichzeitig empfehlen wir erneut unseren Arbeitsnachweisen, das Beispiel des Arbeitsnachweis-Ausschusses der w. Frankfurt-Loge nachzuahmen und mit der Eirtfäcftag zur Logensitzung wenigstens einmal im Monat die Brüder auf den jüd. Arbeitsnachweis am Platze hinzuweisen und ihn in Erinnerung zu bringen. (Vergl Monatsber. 1913 No. 10, S. 147 i Verband der Arbeitsnachweise. - * ' Für den auf der letzten G'roßlogentagung beschlossenen Adolf Kraus-Hilfsfond (vergl. diese No. S. 194) hat Br. Expräs. S. Hochschild,' Metz, uns durch die w. Lothringen-Loge den Betrag von 50 M. eingesandt. Br. H. ist somit der erste Spender. Vivant sequentes! Mit dem Protokoll über die letzte Ausschuß-Sitzung ist den w. Logen unser Verzeichnis empfehlenswerter J u g e n d s c h r i f t e n zugegangen. In einem beigefügten Begleitschreiben werden die Logen gebeten, das Verzeichnis in ihren Räumen zum Aushang zu bringen und eine ständige Ausstellung empfehlenswerter Jugendschriften nach dem Beispiel der w. Frankfurt-Loge zu veranstalten. Damit wird bezweckt, daß die lieben Brüder Gelegenheit haben, die Jugendschriften kennen zu lernen und sie bei Schulprämien, bei Barmuwoh-, Geburtstags- und Chanukkageschenken, bei Begründung und Ausbau von Schul- und Gemeindebibliotheken zu berücksichtigen. Aus den Logen des VIII. Distrikts. Lothringen-Loge, Metz. (Aus dem Soldatenheim). Die Verabschiedung des älteren Jahrgangs der Mannschaften gab dem Ausschuß den Anlaß, am 31. August d. J. eine Abschiedsfeier zu veranstalten und durch den rührigen Obmann, Br. Th. Goldschmidt, Bericht Über die Tätigkeit im Verlaufe des mit dem 1. Oktober ^1? ji -.v^ U ■ v.. ■ ■, abschließenden Jahrgangs zu erstatten. — Mit starkem Beifall wurden von Seiten der zahlreich erschienenen Soldaten und Mitglieder der Loge die Ausführungen des Br. Goldschmidt entgegengenommen, der seinen Bericht mit einem Ueberblick über die politische Geschichte des letzten Jahres schließend, darauf hinwies, wie gerade der letzte Krieg auf dem Balkan so recht die Schrecken religiöser Intoleranz gezeigt habe. Redner richtet dann einen Appell an die Mannschaften christlicher und jüdischer Konfession, die Gebote echter Menschlichkeit, wie sie das eigentliche Ideal des Logengedankens sind, im Leben stets zu achten und nicht aus den Augen zu verlieren. Großen Eindruck machte auf die Soldaten die Rede eines Unteroffiziers, der mit gutem Verständnis auf die eben erwähnten Gedanken eingehend, den Dank der Mannschaften aussprach. — Aus dem Bericht des Br. Goldschmidt ist noch hervorzuheben, daß im Soldatenheim außer den Feiern religiösen Charakters — Chanukkahfest, Sederabend — wo nur jüdische Soldaten teilnehmen konnten, auch der Geburtstag S. M. des Kaisers und dessen 25jähriges Regierungsjubiläum durch besondere Veranstaltungen in angemessener Weise begangen wurden, wobei eine stattliche Anzahl christlicher Soldaten neben den jüdischen in unseren Räumen sich einfand. Die Erschienenen wurden frei bewirtet, wobei die Geselligkeit unter den Teilnehmern sich in schönster Form entwickelte. Nach Schluß des offiziellen Teiles der Abschiedsfeier blieben die Mannschaften in angeregter Unterhaltung, die nach Verabfolgung von Speise und Trank durch allerlei ernste und heitere Vorträge noch erhöht wurde, bis zum Abend zusammen. Wir Brüder schieden befriedigt mit dem Gefühl, daß der Logengedanke durch das Soldatenheim in einer recht wirksamen und dankbaren Weise betätigt wird. Von Interesse für diejenigen Logen, welche dieses Werk gefördert haben, dürfte auch noch die Mitteilung sein, daß durch Erlaß des Kriegsm i n i s t e r s und Schreiben des Generalkommandos des 16. Armeekorps vom 21. Oktober d. J. uns für das Soldatenheim aus der Kruppschen Stiftung für dieses Jahr ein Beitrag von 250 M. zugewendet worden ist, ein deutliches Zeichen dafür, daß das Soldatenheim an kompetenter Stelle Anerkennung gefunden hat. Loeb, Amtsrichter. i