Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 13 - Dezember
- Date
- 1913-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4864325-6029030-6074233--1634-4865753- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
streichen. Insoweit die Mitglieder des General- Komitees Anspruch auf Diäten erheben, sind die 1 letzteren von den Logenverbänden zu tragen. Antrag B. Die Notlage unserer östlichen Glaubensgenossen erfordert eine erhöhte Betätigung des Ordensgrundsatzes der Hilfeleistung für die Opfer der Verfolgung. Demgemäß wird die Großloge ersucht, Interesse zu nehmen an denjenigen Bestrebungen, welche auf eine großzügige Emigration und Kolonisation bedrängter östlicher Glaubensgenossen hinzielen. Eine gemeinsame Arbeit auf diesen Gebieten mit den übrigen Distrikten des U. O. B. B. ist in Aussicht zu nehmen. Zur Einleitung dieser Arbeiten sind M. 4500.— in den Etat pro 1914 einzustellen.— Eventuell bei Ablehnung des Antrages A ist Absatz 3 zu fassen: Zur Einleitung dieser Arbeiten sind die für das galizische Hilfswerk reservierten M. 5000 — pro 1914 zu verwenden, werden teils zurückgezogen, teils abgelehnt. Es* ist seitens des Komitees zur Prüfung der Wahlausweise noch besonders hervorgehoben worden, daß die Logen bei der Wahl der Repräsentanten genau auf die vorgeschriebenen Bestimmungen achten mögen (nur Stimmzettelwahl ist zulässig, Atigabe der Stimmzahl im unterschriebenen Protokoll). * Dem General-Komitee ist ferner eine Arbeit von Br. Expr. Schindler „Gründe und Leitsätze für den Entwurf einer Abänderung des Großlogenstatuts betreffend die Finanzverwaltung" überwiesen worden. Die Frauenfrage im Orden. Von Br. Dr Adolf A pfel-Coln.") r.- ' . - " ' V Thesen: I) Mit Rücksicht auf die vor kurzem erfolgte Gründung des Verbandes der Logen-Frauenvereine, dessen Tätigkeit und Erfolge abgewartet werden müssen, empfiehlt es sich, die Verhandlung über die Angelegenheit „Frauenfrage" bis zur nächsten Großlogensitzung zu vertag«n. 2i Es ist ein Zusammenarbeiten von Männern und Frauen in der Loge anzustreben. Zum zweitenmal beschäftigt heute die Frauenfrage die Großloge. Vor zwei Jahren konnte die Frage aus Mangel an Zeit nicht mehr zur Beratung gelangen, sondern wurde auf heute vertagt. Das General-Komitee *i Referat, gehalten auf der Großlogentagung am 23. November 1913. beschäftigte sich in seiner letzten vor einigen Wochen erfolgten Sitzung wieder mit der Frage und kam zu dem Antrage, den ich nachher berühren werde. Der w Großpräs, bat mich, Ihnen hier ein Referat über die Entwicklung der Frauenfrage zu halten. Ich habe das so aufgefaßt, daß ich Ihnen schildern soll 1) seit wann und in welcher Weise der Gedanke, die Frauen zur Mitarbeit heranzuziehen, in den Logen aufgetreten ist; 2) in welcher Weise die Frauen in den Logen mitarbeiten; 3) ob und wie diese Mitarbeit auf die Loge selbst wirkt. Soweit ich aus den Monatsberichten feststellen konnte, ist zuerst auf dem Logentage der schlesischen Logen in Breslau i.J. 1892 die Frage der Mitarbeit der Frauen behandelt worden. Schon damals und zwar bezeichnenderweise bei einem Referat über Mittel zur Hebung des Logenbesuches wurde von seifen des Br. Placzek in Posen die Heranziehung der Frauen zur Logenarbeit empfohlen. ' Zunächst wurde immer die Heranziehung der Frauen als in deren Interesse liegend bezeichnet, aber allmählich stärker und stärker wurde von den Anhängern der Mitarbeit der Frauen darauf hingewiesen, daß diese Mitarbeit derFrauen mindestensebensosehrauchim Interesse der Brüder liege, da insbesondere auch durch diese Mitarbeit ein besserer Besuch der Logen erzielt werde. Und merkwürdigerweise wurde gerade dieser Punkt im Laufe der Zeit immer mehr in den Vordergrund gerückt. Aus diesem Grunde habe ich auch bei einer Rundfrage, die ich sowohl an den Verband der Logen- Frauenvereine als auch an die diesem Verband nicht angeschlossenen Vereine richtete, hierauf das Hauptgewicht gelegt und gefragt, ob die Schwesternvereine, wo solche existieren, den Besuch der Loge und die Logenarbeit als solche beeinflussen. Damit war die Frauenfrage ins Rollen gebracht, die nun *in all den Jahren bis heute nie mehr zur Ruhe kam, die immer and immer wieder auftauchte. Das zeigt sich auch deutlich in dem zusammenfassenden Referate vort Br. Maretzki im Jahre 1C02 über „Die Frauen und der Orden". Maretzki, der auch in dieser Frage, wie in so vielen anderen, bahnbrechend wirkte, wies damals schon darauf hin, wie die Frauen, aufmerksam gemacht durch den Orden, in vielen Städten sich zusammengetan und vor altem sich der sozialen Arbeit für ihre Geschlechtsgenossinnen gewidmet hätten. — 19ö —