Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 13 - Dezember
- Date
- 1913-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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verankert ist, fordert folgerichtig einen solchen Fond, wie Br. Jeselsohn mit Recht hervorgehoben hat. Die Bedenken, die Br. Blau erhoben, entsprangen aus der Befürchtung, daß da; gute und enge Verhältnis, welches zwischen uns und dem Hilfsverein besteht, gefährdet werden und daß bei erforderlichen Sammlungen die Großloge versaget! könnte, mit dem Hilfsverein, gemeinsam zu arbeiten. Davon kann gar ketfne Rede sein. Denn es ist niemand in der Großloge oder im General-Komitee oder Geschäftsausschuß, der das Zusammengehen und die Zusammenarbeit von uns und dem Hilfsverein stören will. Man ist bei uns von der Notwendigkeit des Zusammenhaltens beider großer Organisationen so tief durchdrungen, daß die Schaffung eines Ordensfonds keine Störung hervorrufen wird. Allerdings hat sich die Großloge die eigene Verwaltung und volle Verfügung übfr den deutschen Anteil vorbehalten und vorbehalten müssen, so daß nicht zu befürchten steht, es könnte der Hilfsfond zu politischen oder von uns nicht gebilligten Zwecken verwandt werden' Es fehlte auch nicht an •Stimmen, welche auf die vielen sozialen Leiden im eigenen Lande aufmerksam machten. Man solle doch mehr die Notleidenden im Reiche berücksichtigen und für sie Fonds schaffen. Ohne die Wichtigkeit des Einwandes zu verkennen, glaubte die Großloge mit Rücksicht auf eine Gesamtleistung die Bewilligung eines Hilfsfonds nicht ablehnen zu sollen. > So waren die beiden Klippen, die für den Frieden in der Großloge gefährlich werden konnten, glücklich umschifft Somit konnte die Großloge die übrigen Gegenstände der Tagesordnung, welche mehr das innere Leben des Distrikts betreffen, in aller Ruhe erledigen. Mit stolzer Befriedigung können wir feststellen, daß die diesjährige Sitzung der Großloge in jeder Beziehung sich zu einer ergebnisreichen, erhebenden, stimmungsvollen ausgestaltet hat. Derselbe Geist der Eintracht und Vornehmheit durchwehte das Brudermahl, das die Berliner Logen den Mitgliedern der Großloge in gastlichster Weise dargeboten haben. Wir haben zwar keine neuen Kulturwerte geschaffen, aber wir sind auf der Stufenleiter zur Kulturhöhe ein gutes Stück aufwärts gekommen. Formelles und Nützliches muß notwendigerweise auch behandelt und beschlossen werden; solche Dinge kann keine Organisation, auch die idealste, entbehren. Vergessen wir aber nicht, daß wir eine geistige Macht sind, in des Wortes schönster Bedeutung, die anregend und befrachtend auf die Judenheit zu wirken berufen ist, und daß, wie der Orden sich als soziale Großtat bewährt hat, er sich auch als kulturelle Großjat entwickeln muß. Hoch in die Lüfte ragen da Felsen der Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit, doch über die Felsen erhebt sich thronend und herrschend der Adler der Ideale. Es ist erfreulich und glückverheißend, daß dieser Grundzug unseres Ordens unter starkem Beifall aller Repräsentanten zum jubelnden Durchbruch gekommen ist, und daß jeder von uns sich mit freudiger Begeisterung bemühte für die ideale Entwicklung unseres Distrikts, eingedenk der Schlußworte des Br. Cohn-Dessau: Und setzet Ihr nicht das Leben ein, Nie wird Euch das Leben gewonnen sein. / 1 Maretzki. *( Zusammenstellung der gefaßten Beschlüsse. 1. In den Beamtenrat der Großloge werden gewählt: Timendorfer als Großpräsident, J e s ei s o h n als 1. Vizepräsident, K u z n i t z k y als 2. Vizepräsident, Stein als Großschatzmeister, Goldsch. midt als Großsekretär. 2. In das General-Komitee werden außerdem gewählt: M a r et z k i - Berlin, M et zenb er g-Berlin, G i n s b e rg - Berlin, N u s s b a u m - Hanau, Adolf Apfel-Cöln, Baerwald -Bromberg, Baumann- Danzig, B e e r-München, Alfred C o h n - Dresden, Heinemann - Hannover, Pick- Liegnitz, L ew i n s k y - Neisse, L i e b h o 1 d - Heidelberg, L i s s e r- Hamburg, Merzbach -Frankfurt a. M., Moritz- Steltin, Pe i s er-Breslau, Sch 1 ey e r-Posen, Sch u 1höfer-Würzburg, 011 e n d o r f-Barmen, Heinrich Wo 1 f-Stuttgart, Albert A u g u s t-Saarbrücken,Leopold Plaut- Eschwege. 3. Zu Mitgliedern des Appellationsgerichtes werden gewählt: Ignatz Cohn-Berlin, M a r c u s-Dessau, i Bache r-Magdeburg, L e w i n-Stettin, Callman n- Cöln, Ad. Guttmann-Berlin, A.Story-Berlin. 4. in das Finanzkomitee werden gewählt: Helfft- Berfin, Schindler-Berlin, Kreslawsky-Berlin, Gerson Bach-Berlin und Meinhardt Borchardt- Berlin. 5. Der Beitrag zum Großlogen- und Zentralfond für 1913 15 beträgt wie bisher M. 10.—. 6. Es wird beschlossen, einen H i 1 f s f o n d von je M. 1.— pro Kopf und Jahr unter selbständiger Verwaltung der Großloge einzurichten. Die Art der