Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 12 - November II
- Date
- 1913-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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des süddeutschen Logenverbandes zur Sprache, die dahin gehen, daß die Anträge zurückgezogen werden mögen. Die Debatte über die Frage würde nur unangenehme Konsequenzen zeitigen, Unruhe in den Orden bringen. Die Absetzung läge im Interesse der Entwicklung des Ordens. Br. Timendorfer bemerkt, daß auch im Geschäftsausschuß besonders von Br. Stein der Wunsch geäußert worden war, die Frage nicht vor die Großloge zu bringen; er selbst halte allerdings die Besprechung der Frage in der Großloge für nicht bedenklich, er glaube, daß die Debatte in vornehmen Formen geführt werden würde, besonders da das Material, das auf die von ihm selbst angeregte Anfrage über die tatsächlichen Verhältnisse eingegangen sei, ergeben habe, daß die Mischehe im Orden keine sonderliche Ausdehnung habe. Br. L isser glaubt nicht daran, daß die hanseatischen Logen den Antrag zurückziehen werden. Die Frage sei nicht von den Logen aufgerollt, sondern in gegebener Veranlassung von ihnen behandelt worden. Br. Maretzki fürchtet, daß der vornehme Ton bei dieser so viel Zündstoff enthaltenden Materie nicht innegehalten werden würde. Redner hält diese Frage in der Hauptsache für eine rein soziale und nicht für eine religiöse Frage. Die österreichische Großloge wolle mit uns demnächst die Frage besprechen. Kommt es zu einer klaren Aussprache, so sei das Votum ein viel gewichtigeres. Er selbst sei zudem ah Korreferent völlig außer stände, das ganze große Material seinen eigenen Ansprüchen entsprechend bis zur Großlogentagung zur Verwendung parat zu haben. Er sei aus all diesen Gründen für Vertagung. Br. K u z n i t z k y tritt gleichfalls für Absetzung von der nächsten Tagung ein, weil die Frage noch nicht genügend geklärt sei. Behandelt werde sie wohl auf einem späteren Großlogentage einmal müssen, da sie die Logen zu sehr erregt habe. Für die Absetzung der Frage dtt Mischehe von der diesjährigen Großlogentagung sprechen noch weiierfiin die BBr. Stein,J es elsohn, Beer und G o I d s c h m i d t. Br. Li ss er nimmt nach all diesen Aeußerungen noch einmal das Wort und betont, daß er natürlich persönlich keine andere Eiklärung abgeben könne als die^bereits kundgegebene. Er stellt aber anheim, al l das hier Vorgebrachte an den Veiband der hanseatischen Logen zuschreiben und diesen besonders mit Rücksicht auf das zu erwartende gemeinsameVotum des österreichi- » sehen und deutschen Distriktes (gemeinsame Geschäftsausschußsitzung am 28. Dezember 1913) und mit Rücksicht aut das noch zu sammelnde statistische Material zu bitten, den Antrag zurückzustellen. Das General-Komitee beschließt, dieser Anregung zu entsprechen und seinerseits bei der Großloge den Antrag auf Absetzung von der Tagesordnung zu stellen. Schluß der Abendsitzung ca. 11 */2 Uhr.! Sitzung am Sonntag den 19. Oktober 1913. Br. Timendorfer eröffnet um 9VL» Uhr die Verhandlungen. Anwesend sind außer den bereits am Abend vorher erschienenen Mitgliedern die BBr. Baerwald, Peiser, Schulhöfer. Br. Stein ergänzt seine gestrigen Ausführungen über den Finanzbericht. Der Bericht des Finanzkomitees erwähne die Notwendigkeit einer Aenderung der Finanzverwaltung. Br. Stein zollt der geistigen Arbeitsleistung des Großsekretariats vollste Anerkennung, doch erfordere die verwaltungstechnische administrative Geschäftsführung bezüglieh der Finanzen die gleiche Aufmerksamkeit. Es würde wohl noch ein gediegener, zuverlässiger Buchhalter angestellt werden müssen. Br. Stein schlägt« vor, das Finanzkomitee damit zu betrauen, im Einvernehmen mit dem Großschatzmeister die gesamte Kontrolle der Finaozverwaltung auszuüben. Das Finanzkomitee sei hierzu bereit und könne eine solche Tätigkeit 'weit eher als ein einzelner Ehrenbeamter ausüben, weil das-aus mehreren Persönlichkeiten zusammengesetzte Komitee die Verwaltungskontrolle besser organisieren und die Arbeiten, unter sich verteilen könne. -" Br. Goldschmidt bemerkt*-dazu,. daß die neue Zeit auch neue Aufgaben gebracht habe. Ein'e gewisse Teilung der Arbeit sei bei dem ständigen Wachstum der Organisation unvermeidlich. Die . rein geistigen Arbeiten wüchsen in ganz natürlicher Weise aus sich selbst heraus und nähmen immer größeren Umfang an, mannigfache durchaus berechtigte Wünsche der Logen:.Vertretungen und Vorträge in Arbeitssitzungen der Logen, Materialbeschaffung für Vorträge innerhalb der Logen, redaktionelle Aufgaben Usw. erforderten Berücksichtigung. Aus all diesen Gründen müsse zunächst an efne Aenderung im Sinne der Ausführungen von Br. Stein gedacht werden. Die Versammlung beschließt, gemäß dem Antrage des Br. Stein, das Finanzkomitee zu ersuchen, die gesamte Verwaltung der Finanzkontrolle gemeinsam mit dem Schatzmeister liis zu eventuellen' späteren Aenderungen zu führen.