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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-11-01 · Nr. 11 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 11 - November
Date
1913-11-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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solches Kind trotz Fürsprache und Bemühungen nicht geduldet. Einige statistische Daten: Von den s. Z. unserer Obhut anvertrauten 64 Pogromkindern leben z. Z. in Deutschland 45. Ausgewandert sind 17 und zwar 8 nach Amerika, 1 nach Argentinien und 8 sind nach Rußland zurückgekehrt. Zwei sind gestorben. In Stellung befinden sich z. Z. fünf; 4 Mädchen (Stützen und Kontoristinnen), 1 Knabe (Schlosser). In der Lehre sind vierzehn: 3 Mädchen (Häushalt, eineSchneiderei), 11 KnabeiUElektrotechniker, Klempner, Kurzwaren- resp. Manufakturwarengeschäft, chemische Fabrik, Gärtnerei und Blumenbinderei, Landwirtschaft, Maschinenfabrik, Schneider und Bäcker). In der Schule sind noch 26 Kinder, davon ist ein Mädchen, das S Jahre alt ist, von den Pflegeeltern in Hannoversch-.Minden adoptiert worden.. Das Alter der Kinder bewegt sich zwischen 8 und 72. Die Spareinlagen für die Kinder betragen in der Gesamtheit 14 484 M davon sind bereits 800 M. an einen Teil der ausgewanderten Kinder gezahlt worden, so dali sich gegenwärtig bei uns der Betrag von 13 684 M. Spareinlagen befindet Mit diesem Gelde allerdings ist, wie wir s. Z in einem Protokoll der Geschäftsausschußsitzung festgestellt haben, der Russenfond belastet, das heißt mit anderen Worten: wir haben diese Spareinlagen aus dem Russenfond geschöpft Finkel. Bericht des Komitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels 1912/13. In der Berichtszeit hat sich die. Tätigkeit der Großloge nicht geändert. Eine Sondertätigkeit hat die GroSloge nicht ausgeübt. Denn der Schwerpunkt in der Bekämpfung des Mädchenhandels liegt im deutschen .Nationalkomitee. Dort hat der Vertreter der Großloge seine Aufgaben erfüllt. Dort laufen alle Fäden zusammen für die Benachrichtigung, Verfolgung und Ergreifung der Händler, sowie für die Behütung, Warnung und Rettung der Mädchen. Wir haben durch unseren Vertreter an allen diesen Bestrebungen regen Anteil genommen, und sie nach Kräften zu fördern gesucht. Vornehmlich in Hamburg und Bremen wird strenge Aufsicht übt, und ist manches Unglück verhütet worden. In den letzten drei jähren (1910—1^) sind 87 Fälle von Mädchenhandel von den Behörden untersucht worden, an denen 76 Juden beteiligt sind. Darunter verhaftet 48 Männer und 18 Frauen, verurteilt 10 Männer und 1 Frau zu Zuchthausstrafen von V ,—4Jahren, 4 Männer und 1 Frau zu Gefängnis von 2 Monaten bis 1V.Jahren. 23 Mädchen sind gerettet und ihren Angehörigen wiedergegeben worden. — Von einer merklichen Abnahme des Mädchenhandels ist wenig zu spüren, wenn auch einige bekannte und berüchtigte Händler hinter Schloß und Riegel sitzen. Das liegt eben im Wesen des Mädchenhandels, daß man es mit einer organisierten, weitverzweigten feande zu tun hat, die schleunigst die Lücken ersetzt. Und das soziale Elend der Juden in den osteuropäischen Ländern leistet dem Treiben der Händler nur zu willigen Vorschub. Deshalb wirdauch durch Bestrafungen, verschärfte Gesetze und Verwaltungsmaßnahmen eine Aenderung zum Besseren nicht sobald eintreten. Aus dieser Einsicht heraus hat unser Vertreter mit vollem Nachdruck und unter steigender Beachtung die Aufklärung der Massen in den Vordergrund der Arbeit zur Bekämpfung des Mädchenhandels gestellt, sie als ein sicheres, zweckentsprechendes Mittel vorgeschlagen nicht nur im deutschen Nationalkomitee selbst (Karlsruh^ Gkt. 1910) sondern auch in der internationalen Vorkonferenz (Brüssel Okt. 1912) und zuletzt auf dem internationalen Kongreß (London Juli 1913). Die Vorbeugung ist als ein ebenso wichtiger Faktor zur Bekämpfung anerkannt worden, wie die Verfolgung und Bestrafung. Indem man sich an das Volk selbst wendet, . ihm die Gefahren, welche den Töchtern in der Fremde drohen, in wahrer Gestalt zeigt, befähigt man die Menschen, sich zu schützen. Nach dieser Richtung hat die Großloge Instruktionen ausgearbeitet und an die Grenzkomitees des Hilfsvereins, mit dem wir auch auf diesem Gebiete gemeinsam arbeiten, versandt, damit sie in der Lage sein können, die reisenden Mädchen aufmerksam zu beobachten und gleich einschreiten zu können. Hand in Hand gingen die Vorschläge unseres Vertreters, eine systematische, gut organisierte Aufklärungsarbeit zu betreiben durch stärkere Inanspruchnahme der Presse, durch massenhafte Versendung von Flugblättern in die Länder, woher die Mädchen verkauft werden, durch Wanderredner, wiederholte Behandlung dieser Materie in öffentlichen Vorträgen. Die Anregung zu dieser erfolgversprechenden Tätigkeit ist von der Großloge ausgegangen. Ein zweites Moment, das für die Juden besonders in Betracht kommt, liegt in der Heimbeförderung

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