Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 11 - November
- Date
- 1913-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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bleiben, wenn er die Erklärung abgebe, daß seiiuTKinder dem Judentum erhallen werden sollen. Dieser Bruder ist, da er diese Erklärung nicht abgel>en wollte, freiwillig aus der Loge ausgetreten. Die Loge ..¥ " verzeichnet 2 Fälle, in welchen beidendie Frauen der jetzt bereits verstorbenen Brüder .Jüdinnen wurden. Die eine hat in .einem Testament der Loire 2000 Mark vermacht. - Ich glaube, daTs alle diese vor bezeichneten Fälle mit der in Rede stehenden Frage nichts zu tun haben, trtnl diese -ti Loiren eigentlich ebenfalls die Antwort hätten erteile« können, dass. bei ihnen ein Fall der Mischehe nicht vorliegt. Anders liegt die Sache.bei den übrigen 1-5 Logen. Die Loge ..G" besitzt einen Bruder, der beim Fintritt bereits mit einer Chrjstin verheiratet war. Dieselbe Loge hat übrigens einein andern Bruder, dessen Tochter sich mit einem Christen verheiraten wollte, den Hat erteilt, an.» der Loge auszutreten, was auch geschehen ist. Die Logen H.J.K, haben je einen Fall von Mischehe zu ver-zeiehiien. ohne dass sie irgendwie hierzu Stellunir nahmen. ~ -1 Die Loge ..L" teilt mit. dass ein Mitglied in Mischehe gelebt, aher zurzeit des Eintritts bejreits seine Kr in verloren hatte. Die Loge ..M" teilt mit. dass ein Bruder eiii|0 Mischehe eingegangen ist. von da ab aber.die taige seit-n besuclit har. Die Loge ...V" teilt mit. dass ein Mitglied eine Mischehe eingegangen ist, die Kinder dieses Bruders aber Juden geworden sind. i Die Loire ..< >"" hatte I Mitglieder, die in Mischehe lebten. Von diesen sind ■) Brüder bereits tot. ■ ... g Finer dieser Brüder war 15egründer der Loge. 2 andere sind Präsidenten dieser Loire geworden. — In diesen beiden letzteren Fällen waren die Frauenvzuin Judentum übergetreten. Line dieser l>eiden Frauen ist übrigens Dach dem Tode ihres Mannes wieder < hristin geworden. Der Söhn eines dieser > Brüder .4-1 noch jetzt Mitglied des Ordens. Der I. Bruder blieb nach Eingehung der Mischehe im Orden, trat dann aber später aus. da er seine Kinder dem Christentum,zugeführt hat. , Die Loge „P'Veine unserer grössten Logen, besitzt 4 Mitglieder, die in Mischehe leben. 4>hne dass die Loge irgendwie Stellung dazu genommen hat. Alle I Frauen sind Christinnen geblieben, die eine davon besucht regelmässig alle Veranstaltungen des Frauenvereins. Die Loge ,.Q" verzeichnete 3 Fälle von Mischehen. Alle > Brüder^wareji bereits beim Eintritt in die Loge verheiratet. Ks wird nicht ebne Interesse sein, festzustellen, dass,die 3 letzten Logen zu den ältesten Logen gehören, die sämtlich ihr 25jähriges Stiftungsfest bereits gefeiert haben. * ■Vielleicht sind aus dieser Tätsache nicht unerhebliche Rückschlüsse zu ziehen. l>ie Loge ..H" teilt mit. dass sie 2 Mitglieder hatte. (Iie_in Mischehe gelebt haben. Die Kinder des einen Mitgliedes sind .Juden geworden. Das andere Mitglied Ist spajter aus anderen Gründen aus der Loge ausgetreten. Die Loge ..S" hat 2 Fälle von Mischehen. Das eine Mitglied hat bei Hingebung der Mischehe sein Ausscheiden angeboten, dieses Angebot ist 'aber vom Beamtenrat abgelehnt wurden. Die Loire „T" teilte mit. dass ein Bruder eine hristin Witwe mit 2 Kindern -heiratete. Die Loge /.' g keine weiteren Konsequenzen, insbesondere da der Binder den Kindel n'aus erster Elte jüdischen Religionsunterricht erteilen Hess. — Nach diesem Resultat wird doch wohl mit zu erwägen -ein.-oh ein Bedürfnis für eine gesetzliche Aen,- ilerohg der bisherigen Bestimmung nötig ist. Für den Beschluß des Generalkomitees war auch massgebend, dass erfahraugsgemäss. wenn auch!>edauerlfcherweise, die Kinder aus Mischehen meistens dem i tiristentum zugeführt werden, und in diesem Falle ja ohne weiteres das Ausscheiden des Mitgliedes resp. sein Ausschluss sich ergibt, weil wohl nach dieser Richtung nirgends ein Zweifel obwaltet, dass für Mitglieder, die ihre minderjährigen Kinder dem Christentum .*...* -»rf -zuführen. Kaum in unserem Orden nicht mehr vorhanden ist. Auf eine Dehatte ül>or die Krage der Mischehen hatte ich mich direkt gefreut. Ich hatte geglaubt, dass dies der Höhepunkt unserer diesjährigen Logenberatung sein würde, weil ich das felsenfeste Vertrauen hatte, dass bedeutende und grosszügige, aber auch streng sachliche und ruhigej Beden gehalten werden würden. Nun hat aber das Generalkomitee•beschlossen, der Grossloge zu empfehlen, die Beratung und Beschlußfassung über diesp Frage zu vertagen. So sehr ich bedauere, dass damit für die Grosslogensitzung das interessanteste Thema wegfällt, muss man aber doch den Beschluss des Generalkoreitees für richtig halten. Denn der Korreferent. Bruder Ma r e t z'k i, hat in der letzten Sitzung des Generalkomitees erklärt, er halte die vorliegende Frage nicht nur für eine religiöse, sondern auch für eine soziale.