Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 9 - September
- Date
- 1913-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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fortlaufend ergänzt werden; es müßte also doch immer wieder von neuem eine Veröffentlichung erfolgen. Es empfiehlt sich auch nicht, das Material, welches den Brüdern und Logen unaufgefordert in Form von Druckschriften /ugeht, noch zu vermehren. Viele Logen lassen in ihren Zuschriften erkennen, daß die Stellung der Frauen zu den Logen oder vi dem Ordensgedanken mehr und mehr ihr Interesse in Anspruch nimmt. So ist z. B. die Heidelberg Loge der Gründung einer Frauenloge näher getreten. Die Großloge hat sich schon wiederholt mit der Stellung der Logen zu den Frauen beschäftigt. Der Arbeitsausschuß bittet daher die Präsidenten bezw. geistigen Ausschüsse besondere schriftliche Auskunft zu geben, wie sich die Stellung der Frauen zur Zeit in den einzelnen Logen gestaltet. Sicherlich liegen die Verhältnisse in jeder Loge dem örtlichen Milieu entsprechend verschieden. Es wäre Gewicht darauf zu legen, inwieweit die Frauen "mitarbeiten, in welchen Kommissionen, wie sie an der Geselligkeit teilnehmen, ob besondere Frauenvereinigungen, welche im Zusammenhange mit den Logen stehen, vorhanden sind. Sind Einrichtungen getroffen, um ein systematisches Mitarbeiten zu gewährleisten? Der Arbeitsausschuß des Sonderausschusses beabsichtigt, die „Frauenfrage" durch Herbeiziehung und Sichtung des Materials weiterhin vorzubereiten. Nachahmenswert dürfte die Einrichtung der w. Heidelberg-Loge sein, welche regelmäßig für den Zeitraum von zwei Monaten ihren Teilnehmern ein Arbeitsprogramm bezw. auch eine Ankündigung ihrer Veranstaltungen zugehen läßt. Diese Handhabung empfiehlt sich insbesondere für Logen in größeren Städten, da die Mitglieder mit ihrer beschränkteren Zeit alsdann besser disponieren und sich für die Sitzungsabende mit Themen, welche sie besonders interessieren, frei machen können. Andererseits sind die Brüder, wenn ihnen eine längere Zeit vorher das Programm .mitgeteilt wird, in der Lage, sich über die zur Debatte stehenden Vorträge schon vorher zu orientieren und die Debatte dadurch zu vertiefen. Br. Cahen-Cöln hat auf Anregung des Ausschusses seinen Vorschlag, Lichtbilder zur Benutzung in den einzelnen Logen zu sammeln und den Rednern kostenlos zur Verfügung zu stellen, näher ausgebaut. Es soll dies natürlich nur eine der kleinen weniger wichtigen Maßregeln sein. Referent hält sie aber für empfehlenswert, gerade weil die Brüder nach angestrengter Tagesarbeit nur mit Anstrengung schwer verständlichen Vorträgen folgen, die, Aufmerksamkeit aber angeregt und die Empfänglichkeit erhöht wird, wenn der Vortrag durch Lichtbilder begleitet wird. Die Sammlung von Lichtbildern ist für den einzelnen mit großer Mühe und. mit Kosten verknüpft. Werden aber durch Vermittelung des Ausschusses Bilderserien gesammelt, insbesondere für gewisse Themata,, welche in allen Logen Interesse finden, so knüpft sich d^ran ohne weiteres die Möglichkeit, Vorträge, welche die Bilder verbinden, in den verschiedenen Logen durch deren Brüder halten zu lassen. Es kämen in Frage z. B. Lichtbilder, welche palästinensische Landschaften und Menschen darstellen, desgleichen Lichtbilder welche Vorgänge oder Owtlicbkeiten wiedergeben, die in der jüdischen Geschichte älterer und* neuerer Zeit eine Rolle spielen, oder solche, welche für'statistische Vorträge Material geben, bezw. auch solche Lichtbilder, die der Geschichte und der Wirksamkeit des Ordens und der Logen dienen,' -den Lebensgang eines bedeutenden Mannes schildern u. dergl. Den einzelnen Logen könnte man alsdann Kataloge dieser Bilderserien zusenden und dieselben auf Wunsch; sei es auf Kosten der Großloge, sei es auf Kosten | der einzelnen Logen, zur Benutzung überlassen. Br. Dr. D. Grünewald (Wolfenbüttel) regte an, eine „jüdische Körperschaft zu begründen, welche im Nataen unserer Religion öffentliche Stellung nimmt zu den religiösen und sozialen Zeitfragen, wie es etwa der evangelisch-soziale Kongreß tut. „Es, müßten unsere religiös schöpferischen, mit der jüdischen Wissenschaft und den Nöten der Zeit gleich vertrauten Männer sein, die aus dem Schatze des Judentums heraus der nicht - jüdischen Welt neue Gesichtspunkte böten." . Der betr. Bruder glaubt, daß die gewaltige Arbeit des Ordens und der mit uns zusammen arbeitenden Organisationen im wesentlichen nach'innen gerichtet ist und daher einer Ergänzung im obigen Sinne bedürfe und zwar durch eine andere au ßerhalb des Ordens stehende Körperschaft. Der Arbeitsausschuß teilt nicht die Auffassung, daB die Ordensarbeit z. Zt. im wesentlichen nach innen gerichtet sei; in vielen Logen ist trotz aHer in erster Linie zu erstrebenden Innenarbeit d.h. trotz aller auf die Erziehung der Brüder, auf die Verinnerlichung des Logengedankens zielenden Tätigkeit die Arbeit doch im wesentlichen eine praktische (Ferienkolonie, Toynbeehallen, Arbeitsnachweis, Krankenpflege ü. a.). Die .Apologetik' fällt auch nicht unter die spezifischen Aufgaben des Ordens. Der Arbeitsausschuß würde gleichwohl für Zuschriften, welche auf die Anregung des Br. 135 — f