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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-09-01 · Nr. 9 - September · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 9 - September
Date
1913-09-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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( Ein drittes Beispiel. Auf Anregung der w. Zion- Loge hat die Grpßloge im Jahre 1904 eine Jugendschriftenkommission eingesetzt mit der Aufgabe, eine jüdische Jugendliteratur zu schaffen, bezw. solche Schriften zu prüfen und zu empfehlen, die geeignet sind, die jüdische Jugend mit Liebe zum Judentum und mit Begeisterung für den Väterglauben zu erfüllen. — Mit Ernst und Eifer hat die Kommission ihre Arbeit aufgenommen: sie hat selbst gegraben, geschürft, geprüft und gesichtet und außerdem die jüdische Lehrerschaft zu edlem Wetteifer angeregt. Unser kleiner „Wegweiser" hat die Jugendschriftenfrage populär gemacht, die Kunde von den Bestrebungen unserer Großloge auf diesem Gebiete nach Ländern getragen, in denen der Orden unbekannt war, und hat auf diese Weise in jenen Gegenden den.Boden für eine etwaige Verpflanzung unseres Bundes vorbereitet. Die Jugendschriftenkommission hat bis jetzt ihr Möglichstes getan, allein sie war infolge der überaus geringen Mittel, die ihr zur Verfügung stehen, außerstande die Hoffnungen zu erfüllen, die man auf sie gesetzt hatte. Freilich läßt sich eine Jugendliteratur nicht aus dem Boden stampfen und nicht über Nacht schaffen; allein besäßen wir mehr Mittel für diesen löblichen Zweck, so hätten wir Schriftsteller von Namen für unsere Sache gewinnen können, und unsere Jugendliteratur hätte ganz andere Erfolge aufzuweisen gehabt wie jetzt. Denn an geeigneten Stoffen für die Jugendliteratur fehlt es wahrlich nicht. Die Bibel, die talmudisch-midraschische Literatur, die nachbiblische Geschichte und vollends die Romantik des Martyriums bei den Juden bieten eine reiche Fülle herrlicher Stoffe, die geeignet wären, in das empfängliche Herz unserer Kinder Liebe und Treue zum Judentum zu pflanzen. — Besäßen wir die nötigen Mittel, so wären wir imstande, den Verlegern von Jugendschriften einen Zuschuß zu den Druckkosten zu gewähren, um den Preis der neuerscheinenden Schriften niedrig zu normieren, sodaß auch minderbemittelte Eltern die Jugendbücher für ihre Kinder ohne große Opfer anschaffen könnten. — Wir könnten außerdem — wenn wir die Mittel hätten — eine, große Anzahl von Exemplaren von Jugendbüchern ankaufen, um sie den jüdischen Volksschulen, Waisenhäusern, Jugendhorten usw. als Geschenke zu überweisen, die dann unter den Kindern aus Anlaß irgend eines Festes verteilt würden. Das wäre ein reges Schaffen und Wirken, ein rühriges Leben und Weben, würdig unserer großen Organisation, unserer Großloge für Deutschland. So oft aber die lugendschriftenkömmission sich über diese Aufgaben und Ziele mit den maßgebenden Brüdern unterhält, wird ihr zugestimmt; es wird ihr recht gegeben, aber auch bald hinzugefügt: „Wir möchten schon, aber wit können nieht" Ein viertes Beispiel. In neuerer Zeit haben verschiedene Nationen ihre Aufmerksamkeit und ihr Interesse dem geweihten Boden Palästinas zugewandt In regem Wettelfer bemuhen sie sich um Erschließung der Vergangenheit des für die Geschichte der. Religionen so bedeutsamen Landes. Es sei beispielsweise hier nur.erinnert an 'die „Deutsche Orientgesellschaft", „Deutscher Palästinaverein", an die englische archäologische 'Palästinagesellschaft, den Palestine Exploration Fund und an die,„amerikanische archäologische Schule" zu Jerusalem. Aber nicht bloß das alte unter dem Schutte der Jahrtausende ruhende Palästina hat in unserer Zeit erhöhtes Interesse gewonnen, sondern auch das gegenwärtige Palästina ist Gegenstand ernster Forschung geworden. Es sind internationale und interkonfessionelle Vereine begründet worden zur Erforschung der Malaria, zur Bekämpfung der Seuchen, Epidemien, Augenkrankheiten und dergl. mehr. Für uns Juden, die wir mit Stolz bekennen, daß „von Zion die Lehre ausging und das Wort Gottes von Jerusalem", für uns hat Palästina noch eine besondere Bedeutung, weil es für uns das Land der wichtigsten historischen Erinnerungen ist. Und jüdische Organisationen sind es auch, die m den letzten30 Jahren in Palästina Hervorragendes geleistet uAd ungemein viel zur wirtschaftlichen und kulturellen Hebung des Landes beigetragen haben; die einen begründeten Kolonien, die anderen Schulen , und Industriebetriebe verschiedenster Art, um den jüdischen .Bewohnern, insbesondere den Einwanderern aus den klassischen Ländern des Judenelends ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen. Nur wir, die_ Söhne des' Bundes, haben an der neuen Kulturarbeit in Palästina wenig teilgenommen. Wehl haben manche Logen Beiträge für die Erziehung der Wa i s-.e n in Jerusalem geleistet, sowie dem E s r a - Verein zur Unterstützung ackerbautreibender Juden in Palästina einige Förderung angedeihen lassen, der Zentralbibliothek in Jerusalem Zuwendungen gemacht, sonst ^aber nichts. Allerdings haben hervorragende Brüder vor Jahren die Frage ventiliert, ob nicht der Orden als solcher auch etwas in Palästina tun müßte. Sie dachten zunächst an die Errichtung einer Mädchenfarm, damit

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