Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 8 - August
- Date
- 1913-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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In beiden Jahren haben wir ferner die sich als außerordentlich segensreich erweisende Ferienversorgung zur Ausführung gebracht, und zwar verpflegten wir in den Sommerferien während drei Wochen je 25 Knaben und 25 Mädchen in Lengnau (Kt. Aargau). Wir besitzen daselbst in einem großen Saale eines Gasthofes 25 eigene Betten und das nötige Inventar Die rituelle kräftige und reichliche Kost erhalten die Kinier, dank dem erneuten Entgegenkommen der Verwaltung, im israelitischen Altersasyl. Zwei Aufsichtsdamen überwachen und beschäftigen die Kolonisten. Die Disziplin darf im allgemeinen als eine tadellose bezeichnet werden. Die Erfolge sind denn auch sehr gute: die meist blutarmen und zum Teil unterernährten Kinder nehmen an Gewicht meist stark zu, und ihr Aussehen zeigt deutlich, wie wohltuend der dreiwöchentliche Aufenthalt auf siewirkt. Viele Eltern rechnen schon im Winter sehnsüchtig auf den: Moment, wo sie uns ihre Kinder anvertrauen können; leider aber hindern uns Mangel an Platz und Mitteln, alle zu be. ücksichtigen, die sich melden. Es wird deshalb in absehbarer Zeit die Frage zu behandeln sein, ob nicht in Gemeinschaft mit andern hiesigen Korporationen die Institution der jüdischen Ferienkolonie auf breitere Basis gestellt werden sollte. Erwähnt sei in diesem Berichte noch, daß die Loge sich initiativ an einer Sammlung zu Gunsten einer von der Stadt zu errichtenden Waldschule beteiligte; eine bei den hiesigen Juden durch junge jüdische To.diter veranstaltete Kollekte ergab den Betrag von 24Ü0 Fr. Die von der Loge seinerzeit ins Leben gerufenen, von einem erweiterten Komitee ausgeführten j üil ischen Volksunterhaltungsabende hatten in, den beiden Wmterzyklen einen durchschlagenden Erfolg und werden von der Loge weiterhin finanzielle Unterstützung erhalten. Vielen Gesuchen um Jahresbeiträge von auswärtigen jüdischen Anstalten, wie Jaffa'sches Waisenhaus, Beelitz usw. konnten wir leider nicht entsprechen, da unsere Mittel dafür noch nicht genügend erstarkt sind. Dagegen haben wir, wie Sie aus den vorstehenden Zahlen ersehen konnten, die Aufrufe der Großloge betr. die Juden in Konstantinopel und Fe? nicht unberücksichtigt gela-ssen. Brüder hatten wir nicht zu unterstützen, und auch der Kranke fr -Ausschuß mußte wenig in Funktion treten. Hotten wir, das Gleiche.Im nächsten Bericht mitteilen zu können. Unsere Krankenschwester Hilda Strauß war stets ziemlich, in letzter Zeit sehr stark beschäftigt, so daß wir oft zwei und mehr Schwestern, speziell für die Armenpflege hätten zur Verfügung haben sollen. — Nachdem in unserer Stadt bei der stets zunehmenden jüdischen Bevölkerung eine einzige jüdische Krankenschwester (die zudem, weil sie von der Loge allein angestellt ist, nicht einmal überall zugezogen wird) nicht ausreicht, haben die verschiedenen jüdischen Korporationen einen neuen Verein „Jüd isches Schwesternheim" gegründet; die Loge beteiligt sich dabei mit einem Jahresbeiträge von 2000—2500 Fr., und unsere Krankenschwester tritt als Oberschwester in den Dienst des neuen Vereines über. — Dies sind die hauptsächlichsten Punkte, die in dem kurz gehaltenen Bericht der Erwähnung bedurften. Gewiß ist das, was wir tun konnten, im Vergleich zu dem großen Elend, das wir am hiesigem Platze täglich zu sehen Gelegenheit haben, verschwindend wenig; aber doch glauben wir sagen zu dürfen, daß unsere verhältnismäßig noch junge Loge bestrebt ist und den Willen zeigt, da zu helfen, wo es not tut, soweit unsere Mittel es erlauben. Mögen alle Brüder bei jeder sich bietenden Gelegenheit des Unterstützungsfonds gedenken, damit wir Gesuche nicht mangels finanzieller Mittel abzuweisen genöt gt werden. — Unser Wahlspruch trägt das Wort „Wohltätigkeit" an erster Stelle, betrachten wir deren Ausübung deshalb auch als erste und schönste Pflicht der Loge. Zum Schiuli möchten wir all denen, die uns durch freiwillige Gaben oder durch Hilfeleistungen bei unsern Arbeiten! ihr Wohlwollen gezeigt haben, auch an dieser Stelle unsere Anerkennung zollen. Das Bewußtsein, etwas Sonnenschein in di& Herzen und Hütten der Armen und Bedürftigen gebracht zu haben, mag ihnen der schönste Dank sein. Der Aktuar des Unterstützungsausschusses: Fritz Nordmann. ■}. V'mh-.'. * ■ —■'.— f "fr •. Aus Amerika. xxxv. fast jede Nummer unseres Ordensorgans, der „B'nai B'rith News", weiß von der Wertschätzung unseres Ordens seitens .der höchsten Beamten der Vereinigten Staaten zu erzählen. Der Präsident, das Staatsministerium, die Generalität — sie alle nehmen die Einladungen zu den Festen und Konventen der amerikanischen Großlogen gern an und beehren sie mit den herzlichsten Ansprachen. So erhielt die diesjährige Tagung der Großloge des 5. Distrikts ihren besonders festlichen Glanz durch die Anwesenheit des Vizepräsidenten derVereinigten Staaten, Mr. Marshall, des Ministers des Innern, Mr. Bryan (des bekannten