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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-08-01 · Nr. 8 - August · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 8 - August
Date
1913-08-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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t langjährigen Präsidentschaftskandidaten der demokratischen Partei), des Handelsministers Mr. Wilson und des Staatssekretärs des Reichsmarineamtes, Mr. Dan i es, die ausnahmslos den Patriotismus und die Wohltätigkeit der Juden und unseres Ordens in den ehrenvollsten Ausdrücken priesen. Mr. Bryan feierte den Orden und prägte hierbei das schöne Wort: „I h r. Orden sucht Mitgefühl mit den Mühseligen und Beladenen zu erwecken. Der Mensch, welcher sein eigenes Wohl dadurch zu fördern wähnt,daß er andere n i e d e r z w i n g t , i r r t sich. Wir müssen die Menschheit, aussöhnen und alle Menschen einander nahe bringen. Ich fürchte mich vor der Aristokratie des Reichtums, ich achte die Aristokratie des Geistes, aber mit ganzer Seele hänge ich an der Demokratie des guten Herzen s." Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten Mr^Majshall bekannte in seiner Ansprache: „Ich bin Christ, aber als Christ habe , ich mir oft mit Bedauern eingestehen müssen, daß ich das nicht leisten könnte, was die Juden in den Jahrhunderten der Verfolgung' geleistet haben. Ich halte treu zu meinem Glauben; aber wenn ich so mildtätig sein könnte gegen Sie und Ihren Glauben, wie Sie es gegen mich und meinen Glauben gewesen sind, würde meiner Ansicht nach diese Welt ein einziger großer Bruderbund sein. Sie haben geleistet, was die Christen nicht leisteten und nicht leisten konnten. Der Jude hat sich immer nach seinem leidenden Bruder umgesehen." Die Tagung selbst begann mit einem Festgottesdienst im Tempel der S. Straße (in Washington), bet der Rabbiner Dr. George Salomon aus Savannah eine Predigt über das Thema „Zwecke und Ziele" hielt. Bei einem zweiten Festgottesdienst in dem nämlichen Tempel sprach Br. Feidelson über „Nach Schwäche — Stärke!" Auch die Delegierten dieser Großlogentagung wurden — wie im Januar die Mitglieder des hochw. Exekutiv-Komitees — vom Staatschef empfangen, diesmal von dem neuen Präsidenten Mr. Wilson. Auch diesmal machte die Argo-Loge, unter Führung ihres Präsidenten Br. Julius J. Peyser, die Honneurs. Die Verhandlungen bewegten sich auf Gebieten, die vorwiegend interne Angelegenheiten der amerikanischen Logen betrafen (Festsetzung des „B'nai B'rith-Tages auf den 17. Oktober jedes Jahres; Kopfsteuer von . 1 Mark zur Unterhaltung des Waisenhauses in Atlanta; Unterbringung der Einwanderer im Binnenlande etc.). Inzwischen ist das von sämtlichen Logen Amerikas ins Leben gerufene Sanatorium in dem Badeorte Hot ■ * Springs (Arkansas), das den Nan.cn unseres verewigten Ordenspräsidenten Leo . N. L,evi trägt, seiner Vollendung entgegen gegangen. Das Verdienst, eine erfolgreiche Propaganda'für diesen edlen Zweck eingeleitet zu haben, gebührtdem 7 Distrikt, cjer die Staaten Texas, Oklahoma, Louisiana, Tennessee, Alabama und Florida umfaßt. Die Anstalt ist aus einem kleinen Heim, das die jüdische Gemeinde des genannten Badeortes bisher in gaiiz bescheidenem Umfange unterhalten hat, hervorgegangen. 100. bis 125 Pfleglinge standen alljährlich unter der Obhut des Gemeinde Hilfskomitees. Nunmehr hat der"7. Distrikt 30 140 Doli, für den Bau aufgebracht; das Exekutiv- Komitee unseres Ordens spendete 2500 Dollars; dt«; Familie Levi beteiligte sich mit .12 500 Dollars an dem philanthropischen Unternehmen, das-voratissichtlich am 1. Dezember seiner Bestimmung übergeben werden wird. Sehr ausführliche Berichte sind diesmal über d: Leben in den einzelnen amerikanischen Logen eingelaufen Als die erste aller Logen jenseits des.Özeans besitzt die Loge in Braddock (Penrisylyahien) einen Logen-Frauenverein, der zweimal im Monat tagt, und zwar abwechselnd, zu geschäftlichen und "geselligen Zwecken. Der Jahresbeitrag beträgt 8 Mark. Der Frauenverein hat im Krankenhausc in Braddock ein Zrhimer ausgestattet und unterhält dies auf eigene Kosten. Für das im Bau begriffene Waisenhaus des 3. Distrikts in Erie gedenkt der Verein einen Schlafsaal zu stiften. Auch an anderen Wohtfahrtseinrichtnngen der amerikanischen Judenheit ist der Frauenbund mit namhaften Spenden beteiligt." In der Berichtszeit Sind in Amerika nicht weniger als sieben neue Logen gegründet' worden : in.. Fairmount und Clarksburg (Virginien) Installierte Br. E\- präsident Isador Sobel unter Assistenz des Br. Groß-- Sekretär Louis Sulzbacher die Fairihountv bezw. die *' «**•"" ' Clarksburg-Loge; in Giand Forks (Nord-Dakota) wurde durch den Vizegroßpräsidenten Br. Sylvan E. Heß die Isidor Strauß-Loge installiert, welcher sich, die an-. gesehensten Glaubensgenossen der Stadt, darunter zwei Professorenderl.andesuniversität.alsBrüderanschlossen. Der. nämliche Vizegroßpräsident eröffnete ferner eine Loge in Edmonton (Kanada), mit einer Mitgliederzahl von 35 Brüdern; kurz vor seinem Scheiden aus dem Amte installierte schließlich Br. Großpräsident Leon Schwarz aus Mobile (Alaska) Logen in Jacksonville (Florida) sowie in Tampa (Florida), die als „Zelnicker- Loge" mit 40 Brüdern ins Leben {rat. Die bestellenden Logen melden vielfach einen erfreulichen Mitgliederzuwachs. So die Jordan-Loge in New York, welcher u. a Rabbiner Dr. H. Pereira Mendes und Instruktor Eugen H- Lehmann von der — 123 —

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