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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-08-01 · Nr. 8 - August · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 8 - August
Date
1913-08-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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oder nicht, gewaltsam hinführte. Aber der Orden hat einen wesentlichen Anteil an dem Erfolge, obwohl er in keiner Weise nach außen hin politisch oder staatsbürgerlich in Aktron trat, da ja jede Art von Politik, auch jüdische Politik, vernünftigerweise durch seine Satzung ausges.Nossen war. Doch indem er in den Logen die jüdischen Tagesfragen zum Gegenstand der Erörterung machte, den Sinn für die jüdische Vergangenheit durch Vorträge öffnete, in die großen jüdischen Wohltätigkeitsaktionen mit vollen Händen eingriff, das Kultlirniveau auch der inländischen Juden, besonders der unteren Schichten, durch Gründung zweckmäßiger Institutionen zu liehen suchte, auf die Haltung der Brüder auch außerhalb der Loge zu Ehren ihres Glaubensbekenntnisses einzuwirken sich mühte, gelang es ihm in diesem intimeren, schon von selber in sich enger zusammengeschlossenen Kreise viel schneller einen stark tönenden Resonanzboden für die Angelegenheiten des Judentums herzustellen, als sogar diejenigen Vereine das vermochten, die ausschließlich und allein den verschiedensten Gebieten der Selbstwehr, der Abwehr, der inneren Hebung und äußeren Besserstellung der Juden in den europäischen Ländern ihre Tätigkeit widmeten. Nun gibt es freilich außerhalb und innerh al b der Logen Juden, denen gerade dieser Erfolg nicht angenehm ist, denen die jüdischen Logen dadurch noch jüdischer -oder z u jüdisch geworden sind. Außerhalb der Logen entnahmen diejenigen, die prinzipiell von jeher sich alsGegner konfessionellerVereinigungen undgewißalsGegnerkonfessionellerLogen gezeigt haben, aus dieser unleugbaren und fast durch jeden unserer Logenbrüder, soweit er es überhaupt ernst mit der Loge nimmt, zu beweisenden Tatsache der Erstarkung des jüdischen Bewußtseins gerade durch die Tätigkeit der Logen die-schlagendste Rechtfertigung für ihr ablehnendes Verhalten der jüdischen Logenidee gegenüber. Und auch innerhalb unserer Logen fehlt es nicht an solchen Brüdern, denen soviel Judentum unbehaglich ist, die aus dem Logentempel nicht eine Synagoge, aus den Vorträgen daselbst nicht religiöse Predigten gemächt wissen wollen: Brüder, .die entweder mehr allgemeine, humane und humanitäre Bestrebungen pflegen oder mehr geselljge und leicht unterhaltende Zusammenkünfte veranstalten möchten. Mir scheint aber, als ob in allen diesen Anschauungen gewisse Irrtümer enthalten sind, die eine Widerlegung verdienen. Denen gegenüber, die überhaupt keine konfessionellen Absonderungen wünschen, muß betont werden, daß jene Erstarkung des jüdischen Bewußtseins in den Logen nicht den geringsten nationalen Gegensatz , , •* — 11 fördert oder gar fördern will, daß sie vielmehr eine Erstarkung gerade des Interesses für die a 11 g e m e i n e n Hochziele, für die höheren geistigen und humanitären" Aufgaben im menschlichen Leben zur* Aufgabe und zur Folge hat. Wiederum denen gegenüber, die den alku synagogalen Charakter der Loge fürchten und keine Beeinträchtigung ihres freien religiösen Denkens und Empfindens wünschen, muß hervorgehoben werden, daß es ausschließlich praktische religiöse Zwecke sind, die ihre Förderung in der Loge und durch die Loge,erfahren sollen und erfahren dürfen, und daß die Stärkung des jüdischen Bewußtseins somit auch nach dieser Richtung viel weniger das Gebiet der jüdischen T h e o I o g i e, ajs vielmehr das des allgemeinen Menschentums betrifft^ das freilich irgend eine religiöse Grundlage, welcher Art auch immer sie sein möge, nie und nimmermehr entbehren kann. .'. Betrachten wir zum Beweise hierfür alle ^ese Behauptungen hinsichtlich einiger spezieller grundlegender Anschauungen etwas näher, so ist es vor allem die eminente Schätzung geistiger Werte, welche sich in der Erstarkung des jüdischen Logenlebens bekundet, und welche gegenüber den ständigen Vorwürfen rein materieller Gesinnung, die ja doch gerade uns Juden von jeher und noch immerzu gemacht werden, besonders hoch angeschlagen werden muß. Sie müßte zuallererst von denen hoch angeschlagen werden, welche durch den Zusammenschluß von Juden nur eineS'ärkung jüdischer Rassefehler und jüdisch-geschichtlich erworbener Untugenden befürchten und darum lieber dem Eintritt in die interkonfessionellen Logen begeistert das Wort reden. Es ist nun freilich wahr, daß im Umgang mit Andersgläubigen sich solche unschönen Angewohnheiten, besonders äußerlicher Art, an Juden viel schneller abschleifen, weil es leider eine bekannte Tatsache ist, daß Juden untereinander und voreinander sich viel mehr gehen lassen als in Gegenwart von Andersgläubigen. Allein auch die jüdische Loge kann darin erziehlich wirken; sie tut es sicher schon mit ihren Formen, die für die L o g e n s i t z u n g vorgeschrieben sind, und die darum garnicht "streng genug gehandhabt werden können. Sie sollte "aber auch ruhig weitergehen und das Verhalten der Brüder außerhalb der Loge durch offene Aussprache und entsprechende Hinweise zu einem der Würde des Ordens geziemenden auszugestalten oder u m zugesfalten sich bemühen."' Wer es übelnimmt, wenn er, natürlich in geeigneter Form, auf diese oder jene Formlosigkeit hingewiesen wird, die er begeht, der tiägt den Namen eines Bruders nicht in idealer Weise, und besser er zürnt der Loge, als eQfhädfgt sie. Aber zuletzt soll ja doch die Loge

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