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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-07-01 · Nr. 7 - Juli · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 7 - Juli
Date
1913-07-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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ein. Dem Legat fehlt — auch nach christlicher Auffassung ) — der Charakter des Opfers Die Stiftungen von Gruppen besitzen wir in den aus Anlaß von Jubiläen oder Familiengedenktagen bedeutender Brüder errichteten, zumeist mit den Namen der Geehrten bezeichneten Stiftungen. Die Form des Glückssparkassensystems innerhalb der Familie oder des Dankgrosohens**) — jährliche Spenden anläßlich des Gesur.dbleibens der Kinder —' besitzen wir nicht. Auch die in England verbreitete Sitte der Kinderspargelder als Armenspenden ist als Logenanregung nicht durchgeführt, aber wohl — auch aus pädagogischen Gründen der Erwägung wert. Der Verfasser dieser Zeilen möchte nun eine Anregung, die auf einen Vorschlag des Prof. Freiherrn von Soden zurückgeht, für den Orden in neuer Form nutzbar machen. Ein Tag im Jahre werde gewissermaßen offiziell als „Ordenstag" bezeichnet. Es könnte dazu passender Weise der Gründungsrag des Ordens — der 14. Oktober — ausersehen werden. An diesem Tage denke ein jeder Ordensbruder — auch der gewohnheitsmäßige Nichtlogenbesucher — an den Orden und an seine Ordenspfücht. Die Großlogenzeitung vom Oktober könn'e ein bißchen nachhelfen, und die Agitation der Brüder von Mund zu Mund würde ein übriges tun. Die Großlogenzeitung geht in verändertem Umschlage in etwas auffallenderer Form an alle Brüder ab. Ein jeder Bruder wird ermahnt, einen prozentualen Anteil seines Tagesetats — sei es nun Konsumptions- oder Produktionsetats — nur seinen Kräften entsprechend dem Orden zu opfern. Es wird gewiß mancher Bruder bereit sein, seinen Etat an diesem Tage durch Erfüllung irgend welcher Lieblingswünsche für sich und die Seinen zu steigern und im Verhältnis dieser Tagesausgaben einen größeren Prozentsatz auch an den Orden abzuführen. Keine Spesen sind erforderlich, keine belästigende äußere Form wird angewandt. Die Logen lassen an den Logenabenden, die dem 13. Oktober vorangehen, Referate über den „Ordenstag" galten, in manchen Logen werden ja auch so schon jährlich Gedenkreden aus Anlaß der Gründung des Ordens gehalten. Immer wieder muß das Interesse an den Ordens- und Logengründungen neu geweckt werden. Eine Mahnung ist dabei erforderlich, die für das ganze Jahr Geltung hat. Es genügt nicht bloß zu zahlen, der einzelne Bruder *) Pastor Hennig „Geldmittel, Gewinnung derselben für Wohltätigkeitszwecke." Evangelisches Vo!kslev:k..r!. **) Vorschlag von Frau Margarete Daneel „Wie ist die Wohltätigkeit und wie sollte sie sein'-" muß sich aktiv an den Dingen beteiligen. Es sei gestattet Berliner Verhältnisse als Beispiel heranzuziehen, die sich natürlich für andere Logenstädte variieren lassen. Es genügt nicht bloß für die Toynbeehalle, für die Krankenschwesternorganisation, für Beelitz zu zahlen. Man gehe einmal selbst in die Toynbeehalle, um zu sehen, was dort geleistet wird; man besuche das Mütter- und Schwesternheim, den Arbeitsnachweis, das Jaffaheim, die Erziehungsanstalt Beelitz, überzeuge sich, wie da an jungen Menschenseelen gebaut wird, dort wirtschaftlich Versinkende wieder emporgezogen werden; man sehe sich selbst die Ferienkoloniekinder vor der Abreise und nach der Heimkehr an,, u. s. f. Ein jeder Bruder verschaffe sich gewissermaßen mindestens ein privates Dezernat für seineWohlfahrtsfürsorge. Ein einziges tätiges Interesse außer der Zahlung des. Mitgliedsbeitrages darf doch wohl gtfordert werden. Das sind die frühesten und befriedigtsten Brüder, die von sich sagen können, dal! sie werktätig an den Dingen mitgearbeitet haben, zu denen die anderen nur einen Beitrag gegeben haben. In meiner Erinnerung steht lebhaft und dauernd der äußere und dabei tief verinneriiehte Eindruck der Befriedigung, den ein Bruder in einer Logensitzung machte, als ■er von seiner Tätigkeit für die Ferienkolonien sprach. — Die Anschauung, daß es oft wertvoller sei, Mittel zu stiften zur Ausgestaltung und Hebung bereits bestehender, manchmal mit Schwierigkeiten kämpfender Einrichtungen, als die Hergabe von Mitteln zu Neueinrichtungen, könnte im Orden ohne Schaden tieferen Eingang finden. Der Gedanke der Zentralisation der Wohlfahrtspflege zur Vermeidung der Verschleuderung von Mitteln, der in der Oeffentlichkeit die Gemüter bewegt, ist im jüdischen Gemeinschaftsleben auf dem Wege der Durchführung. Der Orden, der Hilfsverein, die Alliance haben sich bereits zu gemeinsamem Handeln zusammengeschlossen. Die jüdische Wohlfahrtspflege kann sich durchaus sehen lassen. Feilchenfeld hat in der bereits zitierten Arbeit eine Zusammenstellung gemacht, in der er für die jüdische Gemeinde Berlin 47 000 Mitglieder von Wohltätigkeitsvereinen und Instituten aufzählt. Von ihnen waren in 1 Verein 9206 Personen 2 Vereinen 7093 3 ,„ 1090 j'" 4 l„ 550 mit Uebergehung der | 34 „ 5 „ Zwischenstufen | 40 , I „

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