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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-06-01 · Nr. 6 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 6 - Juni
Date
1913-06-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Der Korreferent Br. üalliner schließt sich den Ausführungen des Br. Adler an, schlägt aber auch eine Subvention vor, damit der Verleger den Preis ermäßigen könnte. Nach einer Aussprache, an der sich die BBr. Eschelbacher, Hochfeld und Marcus beteiligen, wird einstimmig beschlossen, der Großloge vorzuschlagen, das Buch von Br. Gut den Logen warm zu empfehlen, mit dem Ersuchen, in den Logensitzungen darüber referieren zu lassen. Außerdem soll der Großloge anheimgestellt werden, etwa hundert Exemplare von diesem Buche anzuschaffen. Anregung des Br. Rabbiner Dr. F u chs- Chemnitz. Br. Fuchs hat die Jugendschriftenkommission auf ein Unternehmen des „Vereines für soziale Ethik und Kunstpflege" aufmerksam gemacht, der für wenige Pfennige Wochenschriften für junge Knaben und Mädchen sowie für die reifere Jugend herausgibt und mit Hilfe der Lehrer vertreibt. Br. Fuchs glaubt nun, daß die Großloge sich ein hervorragendes Verdienst um das Judentum erwerben würde, wenn sie ein ähnliches Unternehmen auf deutschjüdischer Grundlage ins Leben riefe. In seinem Referate führt Br. Spanier folgendes aus: Sicherlich begrüßen wir jede .Anregung mit lebhafter Freude, wenn es gilt, der heranwachsenden Jugend Begeisterung und nachhaltiges Interesse für unser Judentum einzuflößen. So sind Jugendzeitschriften ins Leben gerufen, die aber mehr oder weniger ein kurzes Dasein fristeten. Wenn auch viele Schulmänner solchen Zeitschriften aus pädagogischen Gründen die Existenzberechtigung versagen, so stehe ich nicht auf diesem schroff ablehnenden Standpunkte, sofern die Beiträge nach Form und Inhalt als einwandfrei zu bezeichnen, sind. Kurz, es sind hervorragende Mitarbeiter, die dichterische Qualifikationen besitzen, erforderlich. Ein anderes Mittel! Verschiedentlich hat man schon darauf hingewiesen, nach dem Muster der religionsgeschichtlichen Volksbücherei, herausgegeben von Dr. Schiele, ein für unsere Verhältnisse berechnetes Unternehmen, nur noch volkstümlicher gestaltet, für jung und alt anzubahnen. Das wäre sehr ersprießlich, das wäre von außerordentlich großer Bedeutung. Wünschenswert wäre dabei, daß unser Orden mit anderen jüdischen Institutionen zur Ausführung des Planes sich verbinde, wobei allerdings die, schwerwiegende Frage der Tendenz der Schriften bezw. des religiösen Standpunktes der Verfasser zu berücksichtigen ist. Die Zeitschrift, auf welche Br. Dr. Fuchs in seiner Anregung exemplifiziert, ist — soweit ich übersehen kann — völlig farblos; sie will das Deutschtum pflegen, allgemein-ethische Gesinnungen der Jugend einpflaifzen und durch künstlerische Reproduktionen den ästhetischen Sinn bilden. Ein ähnliches Unternehmen ins Leben zu rufen, sind wir garnicht in der Lage, denn jeder Beitrag müßte einen spezifisch jüdischen Charakter an sich tragen, sonst wäre es eben keine jüdische Zeitschrift; Beiträge allgemeinen Inhalts sind anderswo zur Genüge zu lesen. Das Deutschtum wird doch nicht bloß durch die deutsche Ausdrucksweise dokumentieit, während allerdings jüdische Aufsätze eminent ethisch wirken können, weil das in dem Wesensgehalt des Judentums begründet' ist. Ich kann mich überhaupt nicht für die Zeitschrift des Vereins für soziale Ethik und Kunstpflege begeistern. Auch der Korreferent Br. Marcus hält die Anregung des Br. Fuchs für undurchführbar. Man könne und solle nicht alles nachahmen. Der Abnehmer- und Interessentenkreis sei so gering, daß selbst bei einem höheren Preise wie der des Vereins für soziale Ethik und Kunstpflege ein sehr großer Zuschuß erforderlich wäre. Dem Vorschlage der Referenten gemäß wird die Anregung des Br. Fuchs wegen ihrer Undurchführbarkeit abgelehnt. Ueber den Umfang der Versendung des Wegweisers gibt Br. F i n k e I einige Daten. Der Wegweiser erscheint in einer Auflage von 10 700 Exemplaren, davon erhalten die Logen des deutschen Distrikts 8000 Exemplare, die außerdeutschen Logeti 2200 und 500 werden an einzelne Reflektanten versandt. Die Nachfrage nach dem Wegweiser nimmt immer mehr zu; insbesondere wird er von Lehrern des In- und Auslandes sowie auch von t Schülern verlangt. Berechnet man das Exemplar mit 7 Pfennigen und rechnet man 3 Pfennig Porto hinzu, so erwächst der Großloge bei jährlich 6 Nummern für den Einzelversand eine Ausgabe von 300 Mark. — Br. Finkel fragt nun an, ob auch in Zukunft der .Wegweiser gratis abgegeben oder mit 10 Pfennigen an die. einzelnen Reflektanten berechnet werden solle. Br. Elbogen bemerkt hierzu, daß die erhöhte Nachfrage nach dem Wegweiser uns nur mit Befriedigung erfüllen müsse. Aus Nachrichten die ihm zugehen, könne er mitteilen, daß jüdische Lehrer und Lehrerinnen den Wegweiser bei ihrem Religionsunterrichte benützen und den Schülern manche Aufsätze und Gedichte vorlesen. Dadurch ist die Leser-

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