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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-06-01 · Nr. 6 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 6 - Juni
Date
1913-06-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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In dem Album, das die Redaktionen der im Mosseschen Verlag erscheinenden Leitungen dem Jubilar als Gabe überreicht haben, finden sich folgende Verse Stefan Zweigs, die das Wesen und Streben Mosses überaus glücklich zum Ausdruck bringen: „Selig, die selber nicht ernten wollen, Die nur Säter des Ewigen sind: Das Wort ihr Pflug, das Volk ihre Scholle, Gedanke das Korn und Weltgeist der Wind. Wie ihre Saaten prangend erstehen. Wie sie zertreten im Staube zerrinnt, Sie miissen's nicht leiden, sie dürfen's nicht sehen — Selig, die Säter des Ewigen sind!" Dritter Delegiertentag des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Am 11. und 12. Mai 1913 — zur Pfingstzeit — fand in Frankfurt a. M. in den Räumen der Frankfurt- Loge der dritte Delegierten-Verbandstag der jüdischen Jugendvereine statt. Die Großloge brachte der Tagung von vornherein ein lebhaftes Interesse entgegen: es sprach dabei nicht bloß das schöpferische Moment bei der Schaffung des Verbandes gearbeitet hatte, nich* bloß das Interesse an den bedeutsamen allgemeinen mit, datt die Großloge werktätig mit an erster Stelle Anträgen, die als Rüstzeug für den Lebensgang und den Lebenskampf" der jungen Vereine in'der nächsten Zukunft ihre Bedeutung in sich tragen, sondern an wesentlicher Stelle auch das Gefühl, mit dem man innerhalb der Großloge die Erschütterungen verfolgte, die in der letzten Zeit für den Bestand der Jugendvereine bedrohlich geworden waren. Dies Interesse kamdurch die Tatsache zum Ausdruck, dal! die Groliloge zwei Vertreter zu diesem Kongreß delegiert hatte: Br. Maximilian Stein, den Vertreter unserer Organisation im Vorstand der Jugendvereine, und Bf. Großsekretär Dr. Alfred Goldschmidt. Der Vorabend vereinigte über oOO Personen zu einem Begrüßuhgsabend. Es sprachen in dem stattlichen Reigen der Redner u. a. der Vertreter der Stadt Frankfurt, der Gemeinde Frankfurt, der evangelischen, der katholischen Gemeinschaft, der Vertreter der Großloge Br. Stein, dessen sehr beifällig aufgenommene Ansprache wir zum Schiuli dieses kurzen Berichtes wiedergeben, des Zentralvereins, der jüdischen Jugendvereinigung Frankreichs, die Vertreterin des jüdischen Frauenbundes. Den Festvortrag hielt Br. Rabbiner Dr. Werner-München über „Die Lehre des Judentums ein Segen für die jüdische Jugend." Der Pfingstmontag war der eigentliche Kongreßtag. Der Vorsitzende Br. Rechtsanwalt Dr. Apfel-Berlin leitete die Tagung, die Geschäftsführerin des Verbandes, Fräulein Cora Berliner, erstattete den sehr interessanten Geschäftsbericht. Im Mittelpunkte der zum Teil recht stürmisch verlaufenen Generaldebatte standen die gegen den Zentralverein gerichteten Anträge der Vereine Kiel und Berlin, die dem Zentralverein die „Neutralität" abgesprochen hatten. Nach einer sehr wirksamen die Frage im ganzen aufrollenden Rede des Verbandsvorsitzenden und lebhafter Aussprache der Diskussionsredner wurden die Anträge mit 132 Stimmen gegen 36 Stimmen bei 7 Enthaltungen abgelehnt. — Am Nachmittag wurden die im Eingang dieser Zeilen berührten allgemeinen Anträge, die den Weg der Jugendvereine ebnen sollten, angenommen. Im Laufe des Nachmittags hielten Referate Br. Dr. Ludwig Holländer über die „Berufswahl der jüdischen Jugend" und Fräulein Cora Berliner über „Mädchenorganisation." Beide Vertreter der GutHik/ge, sowohl Br. Stein wie Br. Goldschmidt, beteiligterv^ich intensiv an den inneren Vorberatungen des ersten Tages, teils im Vorstande, teils in der Mitteldeutschen ^-Bezirksverbandstagung. Der Inhalt dieser Beratungen wird innerhalb der Großloge weiter Gegenstand de*-4nteresses sein. Ein sehr heiter verlaufenes Festmahl ■ schloß nach Beendigung dtr bis 9 Uhr abends ausgedehnten Verhandlungen den 2. Tag ab. , Wir behalten uris vor, einen^eingehenderen Bericht in der nächsten Nummer der Monatsberichte zu geben. v\\ ' * ' * Odt Die Ansprache des Vertreters der Großloge, des Br. Expr. Maximilian Stein an dem Begrüßungsabende hatte folgenden Wortlaut": y Nämens der Großloge für Deutschland des U.O. B.B. habe ich die Ehre und die aufrichtige Freude, Sie herzlich zu begrüßen.— Linter dem Eindruck dieses imposanten heutigen Jugendtages wendet mein Blick sich zurück zu einer Sitzung der Großloge im März 1908, in der ein Antrag „Maximilian Stein und Genossen betreffend Förderung jüdischer Jugendvereine und Begründung eines Verbandes der Jugendvereine" behandelt und angenommen wurde — Bereits im Jahre 1891 war in der Großloge die Notwendigkeit der Bildung vor. Jünglingsvereinen betont worden.—

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