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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1913-05-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Lehrgut Steinhorst. Als Nachtrag zu dem in der März-Nummer unseres Organs erschienenen Artikel: „Eignet sich der deutsche Jude zur Landwirtschaft?" von Br. Prof. W a r b u r g erhalfen wir aus Steinhorst folgende'Notiz: Nachdem in Steinhorst Anfang 1910 mit der ordentlichen Ausbildung von Landwirtschaftsjehrlingen begonnen worden war, ist es interessant, festzustellen, unter welchen Umständen der erste Jahrgang der in etwa dreijährigem Lehrgang dort ausgebildeten jungen Leute nun, nach Beendigung der Steinhorster Lehrzeit, tätig ist. Mit Ausnahme eines einzigen, der zurzeit die landwirtschaftliche Hochschule besucht, befinden sich die anderen sämtlich in praktischer Tätigkeit. Zwei haben Stellungen in guten großbäuerlichen Betrieben der Provinz Hannover gefunden, wo sie bei freier Station 40 bis 50 M. monatlich beziehen. Das ist ein Gehalt, welches an Gesamtwert das Anfangsgehalt der meisten kaufmännischen Angestellten übersteigt. Ein vierter hat eine zweite Beamtenstelle im Osten angetreten, wo er ein Bargehalt von SO M. im Monat erhält. Ein fünfter ist auf ein Obstgut gegangen (Gehaltsverhältnisse noch unbekannt), der sechste geht zu seiner Fortbildung Siegen Gehalt zunächst noch auf einen Betrieb für feldmäßigen Obst- und Gemüsebau der Simon'schen Stiftung. Ein siebenter, der Steinhorst nach Ostern verläßt, unterhandelt zurzeit über eine landwirtschaftliche Beamtenstellung. . ' Zwei von den Ostern 1913 abgehenden Lehrlingen unterzogen sich den neuerdings von der angesehenen Deutschen Landwirtschafts - Gesellschaft eingerichteten Lehrlingsprüfungen, zu denen sich im allgemeinen nur das beste Material meldet. Eine Prüfungskommission dieser Gesellschaft, bestehend aus ausgesuchten Sachverständigen, veranstaltete die Prüfung auf dem Lehrgute Steinhorst selbst. Obwohl, wie die Herren erklärten, mit Rücksicht auf die sehr eingehende, auch theoretische Ausbildung, die Anforderungen besonders scharf gestellt wurden, bestanden beide Steinhorster mit guter Punktzahl, was sicher für die Güte der Erziehungs- und Ausbildungsprinzipien auf dem Lehrgut Steinhorst spricht. Denn es ist natürlich leichter, so wie es im allgemeinen üblich ist, auf einem Betriebe nur einen oder zwei junge Leute zur Landwirtschaft auszubilden, als wie in Steinhorst eine große Anzahl. Die Simon'sche Stiftung ist übrigens nicht nur bestrebt, für die spätere Selbständigmach ung gut ausgebildeter jüdischer Landwirte zu sorgen, sondern sie vermittelt vor allem auch zwischen Lehrzeit und Selbständigkeit Stellungen auf privaten Landwirtschaftsbetrieben, in denen die jungen Leute sich nicht nur weiter ausbilden, sondern auch auf eigenen Füßen stehen lernen. ' . * '• " ... Aus Amerika. . j XXXIII. Noch sind die wahrhaft erhebenden, für unsere Glaubensgemeinschaft und unseren Orden so ehrenvollen Worte kaum verklungen, mit denen der Präsident der Vereinigten Staaten, W i 11 ia m H. Ta f t, die von unserem Ordenspräsidium ihm überreichte Toleranz-Medaille entgegengenommen hat, und schon weiß unser Ordensorgan, die "B'nai B'rith News", von einer neuen Ehrung unseres Ordens durch den Staatschef der Union zu berichten. Mr. Taft wohnte nämlich mit seiner Gemahlin dem Festgoftesdienste anläßlich der siebzigjährigen Jubelfeier des Ordens in der New Yorker Hauptsynagoge, dem Tempel Beth- El, bei, der so besucht war, daß ein starkes Aufgebot von Schutzleuten die Ordnung vor dem Tempel, der bereits eine Stunde vor Beginn der Feier gefüllt war y * . i aufrecht erhalten mußte. Als der Präsident und seine Adjutanten, Major T. L. Rhodes und Oberst Ulman, die ihnen zugewiesenen Ehrensitze eingenommen hatten, spiefte die Orgel die Jubel-Ouvertüre, worauf der Chor die Hymne „Fürchte dich nicht, Israel" sang. In einer kurzen Ansprache begrüßte Rabb. Dr. Schulmann die Brüder des Ordens B. B. und dankte ihnen für die Ehre, die sie durch die Veranstaltung der Feier seinem Tempel erwiesen, und für die hohen Gäste, die sie ihm zugeführt haben. Der Prediger feierte den Präsidenten als einen Hort des Weltfriedens und rühmte seine Toleranz, seine Gewissenhaftigkeit und seinen weiten BJiclc; daß er Mr. Taft das „vollkommene Muster eines'amerikanischen Gentleman" nannte, wurde später von den Zeitungen lobend und zustimmend hervorgehoben. Nach der Begrüßungsansprache, die mit dem Segen über den Orden, die Unioji und den Präsidenten schloß, hieß Br. Charles M. Stern, der Präsident der Großloge des 1. Distrikts, die Festgemeinde und den Präsidenten Taft willkommen, dem er nunmehr das Wort erteilte. '. Der Präsident knüpfte an die Überweisung der Toleranz-Medaille an, die er als eine „unverdiente Ehre" ansehe; dennoch freue sie ihn, denn er entnehme daraus einen Beweis von Wertschätzung seitens dW Orden1^ B. B., „der das Streben der jüdischen Glaubensgemeinschaft, der ganzen Menschheit Gutes zu erweisen, verkörpert". Daß der Orden bis 1898 bereits hundert

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