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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1913-05-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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über diese Seite des Problems, ohne dali es von Sachverständigen beraten würde, eine antreffende Entscheidung zu fällen und die zur Abwehr dienenden Malkegeln erschöpfend zu bestimmen. Ich halte daher die Zuziehung von Sachverständigen — und ich sollte meinen, es stehen uns unter .unsern Brüdern die urteilsfähigsten zu Gebote, die wir uns nur denken können - für den ersten Schritt, der in der vorliegenden Angelegenheit von uns unternommen werden sollte. * Ich möchte dies unso mehr empfehlen, als ich darin den ersten Ansatz für die Bildung eines ständigen „volkswirtschaftlichen Beiiats" erblicke. Mit der Schaffung eines solchen würden wir zugleich einen Nebenzweck erreichen, der uns bei näherem Zusehen vielleicht als nqch wichtiger erscheinen dürfte als der bereits 'dargelegte Hauptzweck; Es handelt sich um folgendes: Unserem Orden gehört eine Anzahl von üiolikaufleuten und Großindustriellen an, die innerhalb ihrer Berufe einen ersten Rang einnehmen. w Es sind zumeist Brüder, die sich in den Logen, welchen sie angehören, nicht sonderlich lebhaft betätigen. Insbesondere nehmen sie nur selten Beamtensteilen an. Man mag sich hierzu stellen, wie man will, man wird es menschlich verständlich finden müssen. Denn zum Teil vermögen sie in der innerhalb der Einzellogen ja vorwiegenden Kleinarbeit nicht ihre Befriedigung zu finden, zum Teil erübrigen sie nicht die dazu erforderliche Zeit. Wie nun unsere Organisation sich aufbaut, gehen dadurch aber die Überaus wertvollen Kräfte dieser Brüder auch für die zentralen Angelegenheiten des Ordens verloren. Denn da sie regelmäßig nicht die Präsidenteneigenschaft erwerben, können sie nicht Mitglieder der Groliloge und des ücneralkomitees werden. Ich halte diese Folgeerscheinung für außerordentlich bedauerlich und betrachte es als eine dringende Notwendigkeit^ hierin, ohne das an sich gesunde Prinzip unserer Organisation anzutasten, Abhilfe zu schaffen. Und eine solche Abhilfe liegt in dem vorgeschlagenen „volkswirtschaftlichen Beirat". Er kann ein Mittel werde'n, die Männer, welche wir im Auge haben, mit den Interessen des Ordens aufs engste zu verbinden. Ich setze dabei als gewiß voraus, dali diese Männer'tiner Mitwirkung bei der Behandlung wahrhaft großer, zentraler Fragen sich nicht entziehen werden. Ich bin bei diesem Vorschlag auf die Opposition derjenigen unter uns gefaßt, dre von der Schaffung jeder neuen Zentralinstanz eine Beeinträchtigung der Rechtsstellung des Generalkomitees befürchten. Vielleicht wäre dieser Einwand beachtlich, wenn die Furcht hinsichtlich des in Rede stehenden. Beirats berechtigt wäre. Sie ist es aber nichtr da es sich lediglich um einen „Beirat" handelt, dfem überdiA auch einige Mitglieder des Generalkömitees und eines derselben sogar als Vorsitzender. angehören sollen. Außerdem haben wir ja bei der kürzlich erfolgten Begründung des „Sonderausschusses für geistige Interessen" gegen Einwendungen dieser Art bereits ent scheidend Stellung genommen, und wie ich glaube, ohne daß wir bisher Anlaß fanden, es zu bereuen. Wir haberr durch Schaffung . des genannten Sonderausschusses" mehrere besonders werjvolle Brüder zu unserer und ihrer eigenen Freude näher an den Orden herangezogen, die bisher bei uns leider nicht recht zu Worte kamen. Ich will nur einen Namen nennen: Professor (lohen-Marburg. , Möge also der „volkswirtschaftliche. Beirat" mit einer „Begutachtung der Möglichkeit und der Mittel, . die Anstellung jüdischer Angestellter .in ganz oder teilweise vonjuden geleiteten Banken und Industriellen Großbetrieben zu fördern", beginnen. Wettere Aufgaben werden nicht ausbleiben. Mir schwebt beispielsweise der Rückgang des jüdischen -Getreidehandels in den Ostprovinzen vor, .hinsichtlich dessen .9- ~~r,' insbesondere festzustellen wäre, inwieweit bei ihm das eigene Verhalten mancher jüdischen Kaufleute verschuldend mitwirkt, und ob nicht auch hier für eine erzieherische Tätigkeit des Ordens Raum wäre. Ich lege besonderen Nachdruck auf das Wort „erzieherische Tätigkeit" und drücke damit den Gegensatz zu irgendwelcher „Kampftätigkeit" aus. Denn -letztere^ kommt für unsern Orden seiner gairzen Natur nach nicht in Frage. Hier liegt die Grenze gegenüber dem Arbeits^ gebiet des Zentralvereins. Unser Orden kann, nur erziehend, mahnend, aufklärend, anfeuernd wirken. Unterzieht er sich dieser Aufgabe mit Eifer und Geschick, so wird er auch auf diesem Gebiet bald schöne £rfolge aufzuweisen haben ' ] . Ich resümiere mich dahin, Sie zu bitten,- die zu negativ gefaßten und unfruchtbaren Thesen 3 und 4 der Resolution des. Br. Kuznitzky abzulehnen, und beantrage: das Generalkomitee wolle die Schaffung eines volkswirtschaftlichen Beirats beschließen, dessen Aufgabe es sein soll, die einschlägigen volkswirtschaftlichen Fragen zu begutachten. Der Beirat wird vom Generalkomitee gewählt, :1hm haben mindestens drei Mitglieder des Generalkomitees anzugehören; eines derselben führt in ihm den Vorsitz.

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