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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1913-05-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Winkelzüge geraubt wird, erfreuen sie sich der vorurteilslosen Achtung ihrer Mitbürger, dürfen sie ihren Ländern in allen möglichen hohen und weniger hohen Stellungen dienen. Solch' günstige Verhältnisse legen aber auch besonders hohe Verantwortung auf. Wir hoffen, dali die dänische Loge und die Schweizer Logen die Treue zum Judentum, die sie durch ihre Gründung allein schon bewiesen haben, gewissermaßen als Prinzip und Pflicht tief hinein in ihre günstigen Landesverhältnisse ausstrahlen lassen werden, damit der auf dem Judentum lastende Fluch der Anschauung in alle Winde zerstreut werde, als ob Judentum unter günstigen Bedingungen nicht existieren könnte, als oh Judentum einen Druck brauchte, um leben, um sich fortentwickeln zu können. Sie sollen uns beweisen, daß man ein stolzer anerkannter Jude und ein treuer Schweizer, ein treuer Däne sein kann. Ich habe mit Absicht die allgemeinen Leistungen der ein/einen Logen in diesen Ausführungen nur zusammenfassend, nur streifend erwähnt. Ich könnte bedeutende und vorbildliche Schöpfungen der ältesten und jüngsten Logen nennen. Jede ist nach ihren Kräften bemüht, im Dienste des Ordens zu arbeiten. Diese Logenbetrachtung sollte uns nur zeigen, was die einzelnen Logen aus den Bedürfnissen des heimischen Bodens heraus als vordringliche Pflicht tun. Möge aüch uns im Orden auf deutschem Boden und durch den Orden weit darüber hinaus die Erkenntnis dessen, was uns not tut, immer weiter wachsen! — In solchem Sinne: „Vorwärts und aufwärts!" Zur Frage der Anstellung der Juden in Banken, Industrien, Fabrikunternehmungen u. dergl. Referat von Br. K u z n i t z k y.*) Bei der Erörterung der Frage über die jüd. Berufswahl hat die Montefiore-Loge die Aufmerksamkeit der Großloge auf die bedauerliche Tatsache gelenkt, daß viele nichtjüdische aber von Juden mitgeleitete Unter- •) Dil- Frage dci Zurürtoet/uBg der Juden im Staatsdienst, im Handel und in der Industrie und die mit dieser Frage in engem Zusammenhang teilende /weite.Frage der Berufswahl der jüdischen Jugend bildeten -eit einer Reihe \on Jahren Gegenstand der Erörterung in ' :::tseren Logeilkreisen. Wir erinnern beispielsweise an einige in unserem logenorgan erschienene Artikel und Notizen über dieses Thema tvgl. Monatsbericht ls9b, Februar S U: '904. August. S. 74; I«KI7, No. 2, S. 9: l'IIO, No. 7, S.9<): 1911 No. i, S. ii; 1911, No 4, S. ä"4. In letzter Zeit Mt >ielt auch d.-i* Gen.-Kotn mit dieser trage eingehend beschäftigt urul zwar in seiner 1211. Sit/unp (Monatsbericht 1912, No. 3, S. 45) und in der 122. Sitzung Monatsbericht 1913. No 4, S. SOk Die von den BBr. Kuzintzky und Baumann in der 12o. Sifuug erstatteten Referate bringen wir nun auf. Wunsch mehrerer Lo^en und Brüder /um Abdruck und ver-. »essen aut die vAm Gen.-Koni, in der 122. Sitzung gefaßte! Bc-chlüs-»** Das, Rex).-Korn. nehmungen und viele jüd. üeschäftsinhaber Juden wenig oder garnicht als Beamte anstellen. Die Montefiore-Loge hält es für angezeigt und möglich, an die in Frage kommenden geeigneten Persönlichkeiten heranzutreten und sie zur Mehranstellung von Juden zu veranlassen. Sie empfiehlt der JGroßloge, eine entsprechende Aktion in die Wege zu leiten. Andererseits hat der Centraiverein Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens folgendes Schreiben an die Großloge gerichtet: „Wie den dem Orden Bnei Briss angehörigen Mitgliedern unseres Vorstandes bekannt ist. ist sowohl 1 in der Großloge, als auch in den Logen -verschiedentlich angeregt worden, den wirtschaftlichen Antisemitismus bei Banken durch die Logen bezw. durch die Großloge bekämpfen zu lassen. Wir beehren uns mitzuteilen, daß unsererseits in' energischster Weise die Bekämpfung der gerügten Zustände stattfindet, und daß wir auch in Zukunft in größtem Umfange alles dasjenige tun werden, was irgendwie diese Mißstände zu heben geeignet ist. Wir glauben jm Interesse der Sache jedoch vorschlagen zu seilen, in dieser Aktion tunlichst eine Zersplitterung zu vermeiden. Denn eine Einwirkung' insbesondere auf die großen Institute kann in der Regel nur von einer Zentralstelle aus geschehen, wenn sie irgendwie wirksam sein soll. Wir würden Sie deshalb bitten, den Logen diesen unseren Standpunkt mitzuteilen und ihnen gleichzeitig anheimzugeben, uns alles diesbezüg- « liehe Material zu unterbreiten. Es wird von uns eine jede Anregung mit besonderem Danke entgegengenommen und verarbeitet werden." Der Geschäftsausschuß hält eine Erörterung der angeregte/1 Frage im General-Komitee für notwendig, weil es sich dabei um eine prinzipielle Stellungnahme handelt, ob und evtl. mit welchen Mitteln der Orden den wirtschaftlichen Antisemitismus bekämpfen soll. Bekanntlich sollte diese Angelegenheit bereits in der letzten Vollversammlung der Großloge besprochen werden, sie wurde aber wegen Zeitmangels' von der Tagesordnung abgesetzt. Die Frage datiert nicht von heute und j gestern, sondern beschäftigt unsere Logen schon seit längerer Zeit. Ende 1910 und Anfang 1911 sind in zwei Logen Referate erstattet worden, die, obwohl in verschiedener Richtung sich bewegend, Woch auf dasselbe Ziel, nämlich auf die Abwehr gewisser Ausstrahlungen der antisemitischen Bewegung, hinauslaufen. Das eine Thema ging dahin, welche Stellung die Logenbrüder gegen den Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband einzunehmen haben, und das andere lautete: „Was wird aus unseren Söhnen?" Beide Referate sind der Großloge übermittelt worden, das erste mit der Bitte, es den Logen

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