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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1913-05-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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gelangen können. A nnäherung an dasjenige, was uns die höchsten Ziele menschlicher Kultur bedeutet. Bedarf es dazu der Aufgabe der jüdischen Religion? Sind die anderen Religionen von. größerer geistiger Tiefe, von größerer ideeller Tragkraft zu den Höhen des Lichts und der Bildung? Kein ernsthaft und aufrichtig denkender Mensch wird die aufgestellte Frage bejahen. Die jüdische Religion hat durch die Stürme der Jahrhunderte gehalten. Aber wir dürfen unsere Augen nicht verschließen. Es bröckelt da und dort ab. Da tritt nun der Orden als Helfer ein und stellt ein Judentum auf sozialer Basis her, das alle Richtungen von links nach rechts in bodenständiger Treue umfassen kann.. Kommt her — tönt die ausgesprochene und unausgesprochene Stimme des Ordens —, sammelt Euch auf dem Boden, den wir Euch geschaffen und geebnet haben. Die große Frage, die unsere Frage ist, die um Sein und Nichtsein geht, wird nicht dadurch gelöst, daß einzelne oder alle die Gemeinschaft verlassen. Sie wird auch für den einzeln e n , der sie verläßt, schlecht gelöst. Kommt — sagt der Orden —, wir haben Euch aus kleiner Ziffer wachsend ein großzügiges Werk von Bedeutung geschaffen, kommt zahlreich zu uns, denn im Gemeinschaftsleben bedeutet die Zahl viel, aber noch größer sei Eure innere Bedeutung. Das Judentum hat viele Wandlungen durchgemacht — nicht-nur in den einzelnen Phasen der Geschichte, auch in den Köpfen der einzelnen, in den Auffassungen, die man von ihm hatte. Dem einen war es Religion, dem anderen Stammesgemeinschaft, gemeinsame Geschichte und Schicksale, Familientradition, Geistigkeit, Witz, Humor. — Helft uns, alle Möglichkeiten in bodenständiger Treue aus dem Judentum herauszuholen. Laßt es nicht in einer erschöpfen. Erkennet, daß unsere Frage nur in Gemeinschaft gelöst werden kann, und stellt Euch in den Dienst der großen Aufgabe, die der Orden an der Wiederaufrichtung Euch bietet. f Man hat viel an uns gesündigt. Tief hat man uns gebeugt. Um so wunderbarer ist der Weg der Aufrichtung, den wir in hundert Jahren gegangen sind. Wir haben allen Grund stolz zu sein und brauchen uns nicht durch ein Hinterpförtchen hinauszuschleichen, weil uns nicht alle Orden und Auszeichnungen blühen. Laßt Mann und Frau das wert sein, was sie i n n e r lieh bedeuten, zeichnet Euch aus durch Einfachheit der Sitten, selbst wenn Ihr alle Welt um Euch herum nach Luxus streben seht. Erzieht Eure Kinder auf Verinnerlichung, laßt sie mehr dem Drange ihrer Herzen als der Neigung zum Wohlleben folgen. Und dann noch eins: werdet steifnackig gegenüber denen, die den Menschen in Euch nicht als gleichwertig ansehen wollen., Laßt1 Euch nicht durch glatte äußere Freundlichkeit betören. Bedenkt, daß unter fünf Menschen draußen "im Leben drei von bewußten und einer von unbewußten Vorurteilen erfüllt sind, und richtet Euer Verhalten danach ein. Trachtet auch nicht durch Unterwürfigkeit Euch in Kreise einzudrängen, die Euch verschlossen sind; sucht Eure Gaben nicht denjenigenaufzudrängen, die sie an gegebener Stelle gegen Euch verwenden. Laßt Euch erfüllen von einem Funken des Bauernstolzes jenes norwegischen Bauern, der eine Einladung beim Könige ausschlug, weil er an dem gleichen Tage grad' Bei einem anderen Bauern zu Gaste geladen war. So spricht der Orden — formt man nur .den einen mahnenden Ton der großen Ordensglocke in Worte — zu Euch und erwartet Eure Mitwirkung'. Kommt zu den Sitzungen und bietet, was Ihr könnt, und wenn Ihr von des Tages Last und Mühen erschöpft nicht alle als Gebende erscheinen könnt, so könnt Ihr doch, eins: da sein, Interesse zeigen. Kommt als Nehmende! Aus der großen Anteilnahme der Nehmenden wird das Interesse der Gebenden gehoben. Keine der vielen Seiten des Ordens, die uns und andere gefördert haben, sei zurückgedrängt! Möge der Orden weiter den Aermsten. seine Unterstützung, den Wissensbedürftigen den StrömJ seiner Bildung durch Belehrung und Vorträge, uns allen die heiteren Seiten seiner Geselligkeit bieten, der inneren Aufrichtung in dem Gesell Schaftskampfe, in dem wir gedrückt und zurückgedrängt werden sollen, widme er seine besondere Au fm erksam keit. Solche Tätigkeit wird jhren Segen, nicht vermissen lassen. Das ist unsere Forderung des Tages. " Ihr seid eine Minorität. Abepjhr^habt zwei Dinge, die die Zahl einigermaßen auszugleichen, vermögen: Eure geistige und Eure wirtschaftliche Kraft. Das sei Euch Trost! ' . Je stärker wir werden, desto besser wird unsere Stellung im Vaterlande sein. —. — Schauen wir uns nun einmal in. der Welt unserer Logen -t> im Auslande — um, da finden wir bei allen ein Gemeinsames: alle bemühen sich den gleichen Grundsätzen entsprechend, „die Not der Armen und Dürftigen zu lindern," alle suchen Bildung und Wissen zu vermitteln, ihre. Mitglieder in Bruderliebe zu nähern. Und doch hat jeder Distrikt seine besondereNote. Er p ä ß t s eine Aktionen den Bedürfnissen der Heimat an, er

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