Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1913-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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zur Erledigung vorliegender Fragen und Ansuchen gehabt. In erster Reihe soll hier der Arbeitsfreudigkeit des Unterstützung-Ausschusses gedacht werden, dem fast nach jeder Sitzung eine ganze Reihe Gesuche sowohl von Korporationen und Anstalten, als auch von privater Seite zur Erledigung überwiesen wurden. Hierbei will ich. gerne derer gedenken, welche uns sowohl zum Andenken an teure Verstorbene als auch bei freudigen Familienfesten reichlich Spenden überwiesen. — Im Laufe des Jahres hat Unsere Loge gemeinschaftlich mit dem Lokal-Komitee des Hilfsvereins der deutschen Juden, und der Alliance Israehte Universelle Sammlungen zugunsten unserer bedrängten Glaubens b rüder in Fe-z und auf dem Ii a 1 k a 11 veranstaltet; in beiden Fallen wurden ganz erhebliche Summen gespendet — Aulkrdem hat unsere Loge auf Ansuchen des Komitees fü^ arme jüdische Auswanderer in Hamburg eine Kleidersammlung veranlaßt, welche ebenfalls von bestem Erfolg begleitet war. — Im Oktober 1912. wurde hier das israelitische Schwesternheim eingerichtet. Auch diese Institution, an welcher sich Br. Abraham Marxheimer durch eine reiche Spende besonders verdient gemacht, ist vorzugsweise ein Werk unserer Loge Die Blir. Expräs Heimerdinger, Expräs. Dr. Lahnstein und J. Lapp haben sich hier in ganz hervorragender Weise betätigt. Das jetzt sechsmonatliche Bestehen des israelitischen Schwesternheims hat gezeigt, daß es eine fast unentbehrliche und segensreiche Einrichtung ist. i Mit Stolz darf auch von unserer Loge das jedes Jahr von uns veranstaltete Chanukka-Kinderfest genannt werden. Es ist zu einer ständigen Institution unserer Loge und zu einem allgemeinen Freudenfest für unsere hiesigen Gemeinden geworden. In diesem Jahre wurden ca. 70 Kinder durch Damen unserer Loge mit Kleidungsstücken, Schuhwerk usw. ausgestattet. Es war für jeden Erwachsenen ein herrlicher Anblick, die vor Freude strahlenden Gesichter von ca. 400 Kindern zu sehen, welche?,mit Schokolade und Kuchen bewirtet, sich an den Aufführungen sichtlich ergötzten. Das Hauptverdienst an dem schönen Gelingen dieses Festes gebührt wie in den früheren Jahren außer dem Komitee vorzugsweise unserm Br. Edmund Capell und seiner Gemahlin. Es ist wohl kein jüdischer Verein hier, in dem nicht im Vorstand Briider unserer Loge sind. So z. B. in den beiden hiesigen Gemeinden, in den Unterstützungs- *> Vgl. Monatsbericht 1912, Nr. 9, S. 137. Verein, Verein zur Förderung des Handwerks unter den Juden, Verein für jüdische Geschichte und Literatur, Jüdischer Jugend-Verein, Toynbee-Halle, in den verschiedenen Lokal - Komitees der auswärtigen Vereine wie z. B. Ahlem, Hilfsverein der deutschen Juden, Alliance Israelite Universelle usw. usw. ^^^J,' Bezüglich der Frequenz unserer Logensitzungen sei hervorgehoben, daß unsere 13 ^Sitzungen von 459 Brüdern besucht waren, durchschnittlich also von ca. 35 Brüdern. —, Es ist wohl außer aller Fraget daß sowohl die Frequenz, als auch das ganze Logenleben ein weit regeres gegen frühere jähre geworden. - Hieran mag wohl mit Veranlassung sein, daß wir vor ca. zwei Jahren unsere, nach der Idee unseres Br. Reg.- Baumeister Alb. Heinrich Hess so würdig und festlich neu ausgestatteten Logenräume bezogen. Aber andererseits ist es sicherlich ein Verdienst unseres rührigen Präsidenten Br. Rechtsanwalt Marxheimer, der es verstanden, die Sitzungen interessant zu gestalten, dabei aber strikte daran festhielt, daß die Arbeitssitzungen möglichst nicht länger als eine Stunde dauerten, indem er belanglose und ermüdende Debatten zielbewußt abzukürzen suchte. Es ist sicher, daß wir, wenn wir tagsüber im Beruf tätig sind, abends um 9 Uhr nicht stundenlangen Verhandlungen mit der nötigen Aufmerksamkeit folgen können. Ich bin überzeugt, daß eine ganze Anzahl Brüder auch in den größeren Logen die Sitzungen regelmäßiger besuchen würden, wenn dies allgemein zur Einführung käme. Meine lieben Brüder! Die beste Unterstützung ihrer jeweiligen Präsidenten und Beamten und die Förderung eines regen und segensreichen Logenlebens können Sie nur dadurch erreichen, daß Sie die Sitzungen regelmäßig besuchen, und nicht allein dadurch, daß Sie kommen, sondern daß Sie auch immer und immer wieder diejenigen Brüder, die den Sitzungenso häufigftrnbleiben, zum Besuch anhalten. — Nur wenn immer viele Brüder sich an den Arbeitssitzungeji beteiligen, können die Verhandlungen fruchtbringend und segensreich wirken. — / Wie unsere Stadt Wiesbaden mit als eine der schönsten Städte unseres deutschen Vaterlandes genannt wird, so wird alsdann auch unsere Nassau-Loge zu den besten in unserem deutschen Distrikt gezählt werden. — In diesem Sinne, meine lieben Brüder, lassen Sie mich schließen, indem ich Sie bitte, diese Wünsche in noch erhöhtem Maße wie seither den Beamten des neuen Termins entgegenzubringen, dann werden die Arbeiten der Loge ein Segen sein. Ein Segen zur Ehre der Nassau-Loge, zum Segen des U. O. B. B. und zum Segen des ganzen Judentums.