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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 4 - April
Date
1913-04-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Wohliahrtseinr ich tunken der Logen. Der Verein für Arbeitsnachweis, begründet von den Berliner Logen U.O.B.B., Berlin N., Monbijouplatz 10, hielt seine 13. Gencalversammlung am 26. Februar unter zahlreicher Beteiligung ab. Der Vorsitzende, Br. Dr. Max Ginsberg, - verbreitete sich in seinem |ahresrückblick über die Zwecke und Ziele des Vereins, die in dem unentgeltlichen Nachweis von Arbeit und Verdienst an bedürftige und arbeitslose Glaubensgenossen gipfeln. Unter den 3701 Bewerbern, die im Berichtsjahre durch Vermittlung des Vereins zu einer Stellung gekommen sind, befinden sich 236 Petenten, denen, ihren Anschauungen entsprechend, eine Position mit Sabbatheiligung verschafft werden konnte. Diese Zahl charakterisiert deutlich, wieviel Kleinarbeit und Initiative nötig gewesen ist, um individuellen Wünschen gerecht zu werden. Von den placierten Bewerbern war die Hälfte männlichen, die Hälfte weiblichen Geschlechts; 28 befanden sich im Alter von 51-60 und 7 im Alter von 61-70Jahren. Die Zahl der Ausländer war erheblich im Rückgang begriffen: Es sind 2S0 Österreicher, 69 Russen und 52 Petentcüus Jiichtdeutschen Ländern untergebracht worden. Neu eingerichtet wurden eine Stellenvermittlung für Lehrlinge, in der die An gehörigen schulentlassener Kinder beraten und jeweilig gewünschte Arbeitsmöglichkeit vermittelt wird, und weiter, im Anschluß an die weibliche Abteilung, eine Vermittlungsstelle für jüdisches Haus-und Wirtsc hafts personal. Diese könnte Ersprießlicheres leisten, wenn mehr Angebote von jüdischen Mädchen vorlägen, da die Nachfrage nach j ü - dischem Wirtschäftspersonäl das Angebot bei weitem übersteigt. Durch Propaganda und Bekanntgabe dieser Neueinrichtung ist zu hoffen, daß weitere Kreise unserer Glaubensgenossinnen diesem Berufe neu gewonnen werden. Die Abteilung Schreibstube des Vereins haf sich in recht erfreulichem Maße fortentwickelt. Es sind V ♦ *. dort unter anderm 870000 Briefadressen ausschließlich durch stellungslose Kaufleute und andere bedürftige Personen geschrieben worden^ die durch diese Arbeit über die Zeit des schwersten wirtschaftlichen Niederganges hinwegkamen. Auch der Verein für Arbeitsnachweis hat im vergangenen Jahre unter der Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse zu leiden gehabt und seinen Etat mit einem Defizit abschließen müssen. Will der Verein seinen in stetem Wachstum begriffenen Zwecken voll gerecht werden, so ist sowohl eine Erhöhung seiner Mii gliederzahl, wie die Gewinnung neuer Freunde unter den Arbeitgebern vonnöten. Viele arbeitslose Glaubensgenossen sprechen täglich in der Stellenvernittlung des Vereins vor und erwarten iiier die Erlösung aus sozialer Not. Wieviel Elend könnte geriildert, wieviel Lebensfreude wiedergeweckt werden, wenn die im Erwerbsleben stehenden Freufide ausschließlich unseren Verein mit der Vermittlung der notwendigen Arbeitskräfte betrauen würden. Denn der. Nachweis von Arbeit und Verdienst gehört zu ein:m der wesentlichen Zweige moderner Sozialreform, geschaffen, wirtschaftliche Gegensätze zu mildern und zum sozialen Frieden hinüberzuführen. Der Schatzmeister, Br. E m r'l C «. h n , erstattete den Kassenbericht, den die Revisoren geprüft und für richtig befunden haben. Der Antrag auf Decharge wurde debattelos angenommen. Durch Akklarrtation we-den die bisherigen Mitglieder des Vorstandes wieder und die Herren Rechtsanwalt V>t, Ludwig Holländer und Rentier Adolf Fuchs neu gewählt L Frauenverein der Berliner Logen. (25jähriges Jubiläum.) - Der Fra jenvercin der Berliner Logen U.O.B,B. E.V. feiirte am 9. März das Fest seines 25jährigen B tj s t e h e n s. ." Im festlich geschmückten Marmorsaale des Zoologischen Gartens wohnten ungefähr 2000 Personen den Festakte bei und legten hierdurch-Zeugnis dafür S ab, daß der Frauenverein in seinem sozialen Wirken staiken Widerhall in ihren Herzen.gefunden hat. Ürgelklang und Chorgesang leiteten die Feier ein, der Herr Rabbiner Dr. Eschelbacher in zd Herzen gef enden Worten die Weihe gab. Als das* „Largo von Händel", von Frau Paula Weinbaum' meisterhaft vorgetragen, verklungen war, begrüßte Herr Geh.-Rat Dr Maretzki im Namen des Frauenvereins die Festversammlung. Dann betrat die erste Vorsitzende, Frs u Minna Schwarz, das Podium und entwickelte in ihrer glänzenden Festrede, wie der Frauen verein au: . kleinsten Anfängen zu seiner jetzigen Größe gelangt sei. Als der Frauenverein im Jahre 1S99 anfing, seine Arbeit nur der Wochenpflege zu widmen, beschäftigte er eine Pflegerin, die ungefähr monatlich 2.Pflegen ausübie. Jetzt sind 22 Pflegerinnen notwendig, um monatlich 30—33 Hauspflegen bei bedürftigen Wöchnerinnen leisten zu können. Im Entbindungsheim, das 1910 eröffnet wurde, farden bis Ende 1912, 70 eheliche und 42 uneheliche Mütter Aufnahme zur Entbindung. "

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