Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1913-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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die Heranbildung von Qualitätsarbeitern dringend wünschenswert. Um die Frage der Zuführung von Juden in die mittleren Berufe zu prüfen, sei es notwendig, diejenigen Brüder heranzuziehen, die irgend eine öffentliche Beamtenstellung bekleideten. Wie früher bringt Br. Baumann auch diesmal seinen Vorschlag, einen „volkswirtschaftlichen Beirat" einzusetzen, als Antrag. Es gebe eine ganze Anzahl Brüder, die mitarbeiten würden, wenn sie in die Tätigkeit eines solchen Beirates hineingezogen würden. Br Jeselsohn ist gegen die Schaffung eines neuen Komitees, das einen zu großen Apparat bilden würde. Ihrrf genügen die ersten beiden Thesen des Referates Kuznitzky. In ähnlichem Sinne äußert sich Br. Beer. Br. Apfel stellt folgenden Antrag: „Die Zurückdrängung der Juden auf wirtschaftlichen Gebieten soll in den einzelnen Logen" —t im Laufe der weiteren Debatte fügt er hinzu: „— und Logenverbänden — durch geeignete Komitees behandelt werden. Dem General-Komitee ist Bericht zu erstatten." Br. Merzbach tritt dafür ein, daß man an erster Stelle dahin wirken müsse, Handwerk, Landwirtschaft und die mittlere Beamtenkarriere zu eröffnen. Br. Wolf ist nur für die Kuznitzkyschen Thesen, Br. Cohn auch für den Antrag Apfel. Br. Schleyer wendet sich dagegen, daß man den Antrag Apfel auf alle Logen ausdehne; man solle ihn nur auf die Ostprovinzen beschränken. Br. Bloch ist gegen Maßnahmen irgendwelcher Art, da er einen allgemeinen Notstand nicht anerkennen könne. Demgegenüber geben die BBr. Jeselsohn und B a u m a n n einige statistische Zahlen über den Rückgang der Juden in wirtschaftlichen Betrieben. Br. Gin s„b e r g macht Mitteil)ungen aus meinen reichen Erfahrungen auf dem Gebiete des Arbeitsnachweises. Die jüdischen Arbeitgeber müßten steifnackiger gemacht werden. In enger Beziehung dazu führt Br. Schul höfer aus, daß die j ü d i s c h e n jungen Leute zu größerer Einfachheit erzogen werden müßten, damit sie die kleineren Berufe eher goutieren könnten. Br. Stein erinnert daran, daß — da auch die Boykottfrage in der Diskussion gestreift wurde — wir keine Kampforganisation seien. Wir könnten in der Hauptsache nur auf unsere Brüder und darüber hinaus auf möglichst viel Glaubensgenossen einwirken. Die BBr. Kuznitzky und Baumann erhalten das Schlußwort. Zur Annahme gelangen die Kuzriitzkyschen Thesen ) Die Frage der Zurücksetzung der Juden im deutschen Wirtschaftsleberl trägt an und f ii r sich weder politischen noch sozialpolitischen Charakter, ihrer Behandlung in den Logen stehen daher keine gesetzlichen Bedenken irgend welcher Art entgegen. In Erwägung, daß die auf diesem Gebiet Ijerrschenden Verhältnisse uns mit ernster Sorge für die Zukunft unseres Nachwuchses erfüllen und eine gründliche Beschäftigung mit der Berufswahl der jüdischen Jugend erfordern, wird den Logen dringend empfohlen, dieser Frage ernste* Aufmerksamkeit und eingehende Erörterung zu widmen. Desgleichen wird der oben im Wortlaut angegebene Antrag Apfel a n g e n o m m e n. Die Einsendung von Material zu den einschlägigen Ffagen wird an das Büro der Großloge erbeten. Katastrophenfonds. Br. Stein erwähnt, daß' der Gedanke eines Katastrophenfonds ein Lieblingsgedanke des Ordenspräsidenten Br. Kraus sei. Derselbe sei von dem Empfinden ausgegangen, daß im Falle des Hereinbrechens einer größeren plötzlichen Judenkatastrophe sofort genügend N ittel zur Linderung notwendig seien. Man dürfe auch nicht die Zeit des Samtnelns verstreichen lassen. Auch könne eine Gefahr in die Ferieq fallen, sodaß das Fortschreiten der Hilfe ein zu langsames würde. Die Zielsumme sei auf 200000 Dollars gerechnet — 1 Dollar pro Kopf und Jahr, solange der Fonds intakt bleibe. Der österreichische Distrikt hat dizu den Beschluß gefaßt, seinerseits mindestens 1 Krone pro Kopf und Jahr beizusteuern mit Rückwirkung, des im Jahre 1912 gefaßten Beschlusses auf d is Jahr 1911. Br. Stein hält die Ausarbeitung einer Vorlage für die nächste Großlogensitzung für erforderli :h — unter Zugrundelegung einer Besteuerung von 1 Markpro Kopf. Br. Jeselsohn wünscht Vertagung für die nächste S tzung des General-Komitees und Erstattung eines schriftlichen Referates. ' - Das Komitee beschließt demgemäti.- Ausgestaltung der nächsten Großlogensitzung. Br. Goldsch m idt bringt eine Reihe von Wünschen zur Besprechung, die dem Büro, übermittelt worden sind. Das Resultat der kurzen sich anschließenden Auseinandersetzung läßt sich in folgende Wünsche zusammenfassen: Keine Bestellung von Festrednern fi r den Abend vor der Sitzung; Vorbereitung aller C inge (einschließlich der Wahlen), die die Sitzung der n ichsten Tage zu einer konzentrierten gestalten-können; — 51