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Bericht der Großloge für Deutschland · 1913-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1913
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1913-02-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Und war es ein Bild rührender Tragik, als auf die Aufforderung des Toynbeehallen-Vorsitzenden, Br. Dp Fraenkel, sich zu melden, wer Schreiben und Lesen lernen wolle, von etwa 130 Anwesenden sich weit über die Hälfte um den genannten Bruder drängten, so war es nicht minder herzerfreuend, konstatieren zu können, wiehierdiejungeDanmark-Loge mit klarem.weitausschauendem Blick ein überaus wichtiges Bedürfnis so gut erkannt undso zielbewußt zu lösen verstanden hat. Auch außerhalb der offiziellen Arbeiten hatte ich Gelegenheit, wiederholt in engen freundschaftlichen Verkehr mit einer größeren Anzahl Brüder zu treten und in angeregten Aussprachen einen interessanten Gedankenaustausch über die Ideen des Ordens und der Logen, ihre Arbeiten und ihre Ziele zu pflegen.— Ich eile, um Ihre Geduld nicht, zu sehr in Anspruch zu nehmen, zum Schlüsse, wenngleich noch manches von Interesse über die innere Organisation usw. der w. D.-L. zu berichten wäre, kann aber nicht schließen, ohne Sie, meine lieben Brüder, freundlich zu bitten, falls Sie Ihr Weg einmaj nach Kopenhagen führt, den Brüdern dort die Freude Ihres -Besuches zu machen, um auch auf diesem Wege die Solidarität unserer Interessen zum Wohle der Menschheit und den Beweis des Gefühls der brüderlich Zusammengehörigkeit aller Mitglieder unseres geliebten Ordens in allen Orten und in allen Landen, wo sie sich mit uns zu gemeinsamem idealen Streben vereinigen, zu dokumentieren. Aus dem Verbände der Logen-Frauen vereine. Einblicke und Ausblicke Aus einem Vortrage von Frau E. Eschelbac Iie r-Berlin bei der ersten Delegiertenversammlung der Fraueavereinrgiingen der U. O. Fi B.-Logen. Einblicke in die Tätigkeit der jüdischen Frauen im aligemeinen und in den Logen im besonderen zu geben, und daran Ausblicke auf noch zu hoffende und neu zu schaffende Gebiete zu knüpfen, sind die Beweggründe zu den nachfolgenden Ausführungen. Werfen wir einen kurzen Blick auf die Kulturgeschichte der jüdischen Frau, so sehen wir, daß die Frauenfrage in dem Sinne, in dem die Jetztzeit sie betrachtet, in früherer Zeit der jüdischen Frau fremd war. " Sie war von jeher geachtet, geehrt und geliebt in ihrem Kreise. Ihre Welt war erfüllt von der Hingabe an ihre Pflichten, und daß sie diese Pflichten nicht eng begrenzte, das beweisen uns schon die Gestalten unserer biblischen Mütter, die zu Idealgestalten für die jüdische Frau geworden sind. Welch eine Fülle des Lebens umspannt und umfaßt ihr Sorgen und ihr Lieben! Und wenn in den' biblischen Müttern uns die innere Welt gezeichnet ist, so erblicken wir andererseits, in der Gestalt der Richterin zum Beispiel, die so tapfer dem Recht dienen will, so tapfer die Rechtsbegriffe vertrat, ein erweitertes Bild der weiblichen Tätigkeit. Und wenn im Wandel und Wechsel der Zeiten, bei dem Zug durch Kultur und Geschichte, sich das jüdische Volk stark und tüchtig bewiesen hat, sowie Anpassungsfähigkeit an die Zeit mit frischer Kraft zeigte, wenn die Kinder heranwuchsen zu( einem Geschlecht, das allerwärts Boden fassen konnte und allerwärts sich.bewähren konnte, so haben wir allen Grund anzunehmen, daß auch die jüdische Frau und Mutter auf ihrem Platze war und ihr Teil mit dazu beitrug, das Leben. und die Verhältnisse gut, gesund und erfreulich zu gestalten. Wir dürfen uns nicht vorstellen, daß, eine Zeit, .die wir mit unseren jetzigen Maßstäben nicht genau mehr zu erfassen vermögen, nicht auch schön und gut"gewesen wäre. Das innere Leben der Familie, im Schutze der Frau, hat sich sicherlich immer befriedigend und nach Möglichkeit froh gestaltet. Und auch die Pflege und Fürsorge für die Armen und Bedürftigen war vielfach in die Hände der Frauen gelegt. Im Hause gaben sie das Beispiel zum Wdhl. tun und schon frühe lehnen es ihre Kinder daran mitzuhelfen, die Gaben den Armen zu überbringen und dadurch einen Blick für Not und Elend in ihren verschiedenen Gestalten zu gewinnen.' Und selbst in den kleinsten Gemeinden bildeten sich, wohltätige Vereine, Chewros genannt, die sich um Alles bekümmerten, was in ihrem Kreise die soziale Fürsorge bedeutete. Die neue Zeit, die mit dem Ausgange des vorigen Jahrhunderts begann, brachte mit der Veränderung aller Verhältnisse auch den Frauen neue/ größere Aufgaben und eine vermehrte Vereinstätigkeit; Eine solche hat sich auch im Anschlüsse an die Bnei Briss-Logen gebildet. Der älteste dieser Frauenvereine ist der der Loge in Breslau, ihm folgten diejenigen in Berlin, Frankfurt a. M., Posen, Dresden und andere. Von ihnen .allen ist viel segensreiche Arbeit ausgegangen. Hier an diesem Orte sei kurz ein Rückblick auf den Frauenverein der Berliner Logen geworfen, der im nächsten Frühjahr sein 25 jähriges Bestehen feiert.. Ursprünglich war er gedacht als reiner Wohltätigkeitsverein. Es wurden an Arme Gaben verteilt, zu Chanuka Kinder bekleidet, im Winter Kohlen gegeben, also nach Möglichkeit Gutes getan. Die — 29 —

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